Telefonieren früher und heute

Die @wako hat mich heute mit folgendem Post ein wenig zum Nachdenken gebracht, wie das mit dem Telefonieren früher, als es noch keine Handys gab war und wie es heute ist:

Interessanter Gedanke: Warum gab es früher abgeschlossene Telefonzellen? Weil man nicht wollte, dass andere mithören.

Und ja, sie hat irgendwie Recht. Früher war man irgendwie mehr bemüht, das beim Telefonieren möglichst niemand mithört, den das Gespräch nichts angeht. Entweder, indem man z.B. zuhause sämtliche Zimmertüren im direkten Umkreis des Telefons geschlossen und mit gesetzter Stimme gesprochen oder das (schnurlose) Telefon in ein anderes Zimmer mitgenommen hat.

Heute hingegen telefonieren viele Menschen selbst in aller Öffentlichkeit (z.B im Bus oder der Bahn) so laut, als wären sie völlig alleine, obwohl es um sie herum von Menschen nur so wimmelt. Manche haben zu allem Überfluss ihr Mobiltelefon auch noch so laut gestellt, das man ohne größere Probleme auch das, was der Gesprächspartner sagt, mithören kann. Wer braucht da noch Geheimdienste??

Ich bin mir jetzt auch nicht wirklich sicher, ob das ganz allgemein eine Art Kulturwandel beim Telefonieren oder “nur” der Irrglaube, die Mitmenschen würden sich für das eigene Telefonat nicht interessieren und könnten mit den mitgehörten Gesprächsfetzen ja eh nichts anfangen, ist.

Wirklich besser macht die Situation jedenfalls keine der beiden Optionen …

Tax Freedom Day Bullshit

Der österreichische Journalist Armin Wolf (ZiB2, ORF) hat heute mit 4 Tweets klar und verständlich erklärt, warum der alljährlich propagierte Tax Freedom Day, also der Tag, ab dem man nach Abzug aller Abgaben nicht mehr für die Steuern, sondern für das eigene Konto arbeitet, mehr oder wenig Blödsinn ist.

Sein Hauptkritikpunkt ist, dass das Datum des Tax Freedom Days im Grunde künstlich nach hinten geschoben wird, indem man die Abgabenquote durch einen simplen Rechentrick künstlich nach oben treibt: Weiterlesen

Gaucho-Dance

Im Moment ist der so genannte “Gaucho-Dance” in aller Munde. Dabei geht um eine Aktion einiger Nationalspieler während der gestrigen Feier vor dem Brandenburger Tor, bei der die Argentinier verhöhnt wurden.

Ich persönlich halte die ganze Aktion schlicht und ergreifend für dumm, herablassend, niveaulos und eines Fußball-Weltmeisters für unwürdig! Und dabei spielt es für mich keine Rolle, das man das Ganze in Argentinien zum Glück relativ locker nimmt.

Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen und daraus nicht gleich einen international Skandal konstruieren. Hätten die Spieler diesen Gaucho-Dance im Freudentaumel und Alkoholrausch nach dem Spiel in der Kabine “aufgeführt”, wäre die Sache wohl nur halb so wild gewesen und man hätte sagen können

So what? Sich nach dem Sieg in der Kabine über den Verlierer lustig zu machen ist doch im Sport nichts ungewöhnliches.

In diesem Fall sind aber seit dem Abpfiff knapp 72 Stunden vergangen, womit Restalkohol als mögliche Entschuldigung nicht (mehr) zieht.

Und um es mal ganz allgemein zu sagen: Von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und die Deutschland repräsentieren, erwarte ich einfach, das sie sich entsprechend gesittet verhalten, sobald sie öffentlich auftreten! Und dabei ist es mir völlig egal, ob es Sportler, Politiker oder Leute aus Wirtschaft oder Wissenschaft sind. Die haben sich entsprechend zu benehmen, wenn sie öffentlich auftreten und damit Ende der Debatte!

Podolskis Humbatätärä auf der Feier 2006 war zwar auch ziemlich dämlich, aber im Gegensatz zu dem Gaucho-Dance konnte man darüber wenigstens ohne schlechtes Gewissen lachen. Beim Gaucho-Dance bleibt mir persönlich jedoch das Lachen im Hals stecken und ich schäme mich sogar ein Stück weit für diesen Auftritt der Spieler.

Newsletter

Ich gebe zu, ich habe einige Newsletter abonniert, um zum Beispiel zu wissen, welcher Supermarkt nächste Woche welche Artikel im Angebot hat und entsprechend die Einkäufe zu planen.

Was mich aber nervt, sind diese Sätze am Ende der Newsletter, die immer nach folgendem Schema lauten (Vorsicht: Zynismus!)

Lieber Empfänger, bitte trage unsere Absenderadresse in das Adressbuch Deines Mail-Clients ein, damit unser super duper mega geiler Newsletter nicht von Deinem ultra mega bösen Spam-Filter aussortiert wird.

Aber mal ehrlich:

Wie wäre es, liebe Versender von Newslettern, wenn Ihr Eure Newsletter so baut, das sie den Spamfiltern keinen Grund geben, sie für Spam zu halten uns auszusortieren? Zum Beispiel, indem ihr wieder Textmails verschickt in denen Ihr Eure Angebote teasert und dann auf Eure Seite verlinkt? ;-) Damit würdet Ihr gleichzeitig auch noch ein wenig zusätzlichen Traffic und ein paar zusätzliche Pageimpressions für Eure Seiten generieren. Eine Win-Win-Situation sollte man also meinen.

Ich werde mein Adressbuch jedenfalls nicht mit Euren Adressen verstopfen, nur damit Eure Newsletter nicht in meinem Spam-Filter hängen bleiben und nach Herzenslust Grafiken (Webbugs?) aus dem Netz nachladen können!

Deal with it!

Das mit der Medienkompetenz

Es wird ja immer wieder gerne davon schwadroniert, das man die Medienkompetenz der Deutschen verbessern müsse, was ja per se keine schlechte Idee ist. Witziger weise sind damit jedoch so gut wie immer die heutigen Kinder und Jugendlichen gemeint, denen die Medienkompetenz in der Schule beigebracht werden soll.

Wenn ich dann jedoch mir so meine Facebook-Timeline anschaue, stelle ich immer wieder mit Erschrecken fest, wie viele meiner Facebook-Kontakte immer wieder auf irgendwelche Fake-Seiten oder -Veranstaltungen hereinzufallen scheinen. Fast noch schlimmer ist jedoch, das sie anscheinend bereitwillig persönlich(st)e Daten offenbaren, indem sie öffentlich posten und den Zugriff auf ihr Profil gar nicht oder nur kaum eingeschränkt haben.

Vielleicht sollten wir lieber anfangen, bei dieser Generation in die Medienkompetenz und Datenschutzbewusstsein zu investieren, damit die Kinder und Jugendlichen dann das dann von ihren Eltern und nicht erst in der Schule lernen …