Gaucho-Dance

Im Moment ist der so genannte “Gaucho-Dance” in aller Munde. Dabei geht um eine Aktion einiger Nationalspieler während der gestrigen Feier vor dem Brandenburger Tor, bei der die Argentinier verhöhnt wurden.

Ich persönlich halte die ganze Aktion schlicht und ergreifend für dumm, herablassend, niveaulos und eines Fußball-Weltmeisters für unwürdig! Und dabei spielt es für mich keine Rolle, das man das Ganze in Argentinien zum Glück relativ locker nimmt.

Man muss aber auch die Kirche im Dorf lassen und daraus nicht gleich einen international Skandal konstruieren. Hätten die Spieler diesen Gaucho-Dance im Freudentaumel und Alkoholrausch nach dem Spiel in der Kabine “aufgeführt”, wäre die Sache wohl nur halb so wild gewesen und man hätte sagen können

So what? Sich nach dem Sieg in der Kabine über den Verlierer lustig zu machen ist doch im Sport nichts ungewöhnliches.

In diesem Fall sind aber seit dem Abpfiff knapp 72 Stunden vergangen, womit Restalkohol als mögliche Entschuldigung nicht (mehr) zieht.

Und um es mal ganz allgemein zu sagen: Von Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und die Deutschland repräsentieren, erwarte ich einfach, das sie sich entsprechend gesittet verhalten, sobald sie öffentlich auftreten! Und dabei ist es mir völlig egal, ob es Sportler, Politiker oder Leute aus Wirtschaft oder Wissenschaft sind. Die haben sich entsprechend zu benehmen, wenn sie öffentlich auftreten und damit Ende der Debatte!

Podolskis Humbatätärä auf der Feier 2006 war zwar auch ziemlich dämlich, aber im Gegensatz zu dem Gaucho-Dance konnte man darüber wenigstens ohne schlechtes Gewissen lachen. Beim Gaucho-Dance bleibt mir persönlich jedoch das Lachen im Hals stecken und ich schäme mich sogar ein Stück weit für diesen Auftritt der Spieler.

Newsletter

Ich gebe zu, ich habe einige Newsletter abonniert, um zum Beispiel zu wissen, welcher Supermarkt nächste Woche welche Artikel im Angebot hat und entsprechend die Einkäufe zu planen.

Was mich aber nervt, sind diese Sätze am Ende der Newsletter, die immer nach folgendem Schema lauten (Vorsicht: Zynismus!)

Lieber Empfänger, bitte trage unsere Absenderadresse in das Adressbuch Deines Mail-Clients ein, damit unser super duper mega geiler Newsletter nicht von Deinem ultra mega bösen Spam-Filter aussortiert wird.

Aber mal ehrlich:

Wie wäre es, liebe Versender von Newslettern, wenn Ihr Eure Newsletter so baut, das sie den Spamfiltern keinen Grund geben, sie für Spam zu halten uns auszusortieren? Zum Beispiel, indem ihr wieder Textmails verschickt in denen Ihr Eure Angebote teasert und dann auf Eure Seite verlinkt? ;-) Damit würdet Ihr gleichzeitig auch noch ein wenig zusätzlichen Traffic und ein paar zusätzliche Pageimpressions für Eure Seiten generieren. Eine Win-Win-Situation sollte man also meinen.

Ich werde mein Adressbuch jedenfalls nicht mit Euren Adressen verstopfen, nur damit Eure Newsletter nicht in meinem Spam-Filter hängen bleiben und nach Herzenslust Grafiken (Webbugs?) aus dem Netz nachladen können!

Deal with it!

Das mit der Medienkompetenz

Es wird ja immer wieder gerne davon schwadroniert, das man die Medienkompetenz der Deutschen verbessern müsse, was ja per se keine schlechte Idee ist. Witziger weise sind damit jedoch so gut wie immer die heutigen Kinder und Jugendlichen gemeint, denen die Medienkompetenz in der Schule beigebracht werden soll.

Wenn ich dann jedoch mir so meine Facebook-Timeline anschaue, stelle ich immer wieder mit Erschrecken fest, wie viele meiner Facebook-Kontakte immer wieder auf irgendwelche Fake-Seiten oder -Veranstaltungen hereinzufallen scheinen. Fast noch schlimmer ist jedoch, das sie anscheinend bereitwillig persönlich(st)e Daten offenbaren, indem sie öffentlich posten und den Zugriff auf ihr Profil gar nicht oder nur kaum eingeschränkt haben.

Vielleicht sollten wir lieber anfangen, bei dieser Generation in die Medienkompetenz und Datenschutzbewusstsein zu investieren, damit die Kinder und Jugendlichen dann das dann von ihren Eltern und nicht erst in der Schule lernen …

Wenn man von etwas keine Ahnung hat

sollte man besser die Schnauze halten! Besonders, wenn man, wie unser Bundesjustizminister, ein öffentliches Amt bekleidet!

Selbiger wird heute von diversen Medien unter anderem mit den Worten

“Es kann nicht sein, dass Internet-Giganten ihre Marktmacht missbrauchen, um sich auf Kosten deutscher Verlage zu bereichern. Das ist nicht gerecht, das ist nicht fair”

zitiert. Von sich gegeben hat er diese Logorrhoe auf einer Tagung von Lokalzeitungsverlegern in Berlin.

So und jetzt mal ein kurzer Realitätsabgleich:

  1. Google im allgemeinen und Google News im speziellen finanzieren sich ausschließlich über Werbung.
  2. Die Verlage profitieren bereits davon, bei Google News gelistet zu sein, indem ein nicht unerheblicher Teil ihres Traffics über Google zustande kommt.
  3. Wenn die deutschen Verlage zu inkompetent unfähig sind, den von Google generierten Traffic ordentlich zu monetarisieren, ist das nicht die Schuld von Google!

Das was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht vorhaben, und wo Google vernünftigerweise nicht mitspielen will, ist in etwa so, als wenn man ein Taxi sowohl für Fahrt zum Kunden, als auch für die eigentliche Fahrt zum Zielort bezahlen soll.

Wer ist hier also unfair geldgierig, Herr Minister? Bestimmt nicht Google! Zumindest in diesem Fall.

Und wer ist so inkompetent dämlich, sich für dieses schäbige Manöver vor den Karren der Verleger spannen zu lassen??

Wie man sein Android Smartphone vernünftig sichert [Update]

Report München hat vorgestern einem sehr interessanten Bericht gebracht, in dem es darum ging, das man mit Hilfe einer speziellen App jedes (Android) Smartphone zu einer Wanze machen kann.

Leider wurde in dem Bericht nicht gesagt, wie man sich dagegen schützen kann:

  1. Zuerst einmal sollte man den Lockscreen so konfigurieren, das man zum Entsperren entweder eine PIN, ein Passwort oder ein Muster eingeben muss. Damit sollte man die meisten Freizeit-Spione schon einmal abschrecken.1
  2. Wer weiter gehen möchte, sollte sein Smartphone komplett verschlüsseln. Bei modernen Smartphones ist der dadurch resultierende Performance-Verlust so gering, das man ihn eigentlich gar nicht wahrnimmt.2
  3. Zusätzlich sollte man auch die Option, Apps aus unbekannter Quelle installieren zu können, deaktivieren, sofern sie aktiv ist und man keine alternativen App-Stores wie F-Droid oder den Amazon App-Store nutzt.3
  4. Zu guter letzt sollte man den Geräte-Manager von Google installieren, um sein Smartphone notfalls auch aus der Ferne orten/löschen zu können

Wenn man diese 4 Punkte beherzigt, sollten es Hobby-Spione sehr schwer haben, das eigene Smartphone zu einer Wanze zu machen.

Update 19.06.2014:

Man sollte auch darauf achten, unterschiedliche Pins/Passwörter zum Entschlüsseln des Gerätes und zum Entsperren der Sim-Karte zu verwenden. Ansonsten macht man es einem potentiellen Angreifer/Dieb nur unnötig leicht, wenn für alles ein und die selbe Pin verwendet wird.

  1. Zu finden in den Einstellungen unter Sicherheit -> Bildschirmsicherheit -> Display-Sperre. []
  2. Zu finden in den Einstellungen unter Sicherheit -> Verschlüsselung -> Telefon verschlüsseln []
  3. Zu finden in den Einstellungen unter Sicherheit -> Geräteverwaltung -> Unbekannte Herkunft []