Brauchen wir die Nato noch immer?

Ich für meinen Teil würde diese Frage mit einem klaren „Nein!“ beantworten.

Die Nato ist ein Geschöpf des kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion und hatte in dieser Zeit durchaus eine Daseinsberechtigung, da ein Überfall eines oder mehrerer Staaten des Warschauer Paktes auf Westeuropa nicht gänzlich auszuschließen war. Die DDR verfügte beispielsweise lange Jahre über sehr weit fortgeschrittene Pläne für einen Überfall auf West-Berlin.

Mit dem Fall des eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes als Gegenstück zur Nato hat diese aber ihre Daseinsberechtigung in meinen Augen endgültig eingebüßt. Zumal der Oberbefehl über die Nato seit jeher bei den USA liegt und die Europäer damit abgespeist werden, das sie den Generalsekretär stellen dürfen, der aber de-facto kaum Macht innerhalb der Nato hat und nicht viel mehr als deren Pressesprecher ist.

Ich bin aber auch nicht per se gegen ein militärisches Bündnis in Europa. Nur müsste es dann ein rein europäisches Bündnis sein, in dem die Europäer sowohl das zivile als auch das militärische Oberkommando haben. Ferner würde ich von solch einem europäischen Militärbündnis eine Selbstverpflichtung erwarten, das man ausschließlich auf Basis eines UN-Mandates aktiv wird und das Völkerrecht achtet.

Aber die Nato mit ihrer derzeitigen Struktur und in ihrer derzeitigen Form ist definitiv ein Relikt aus vergangenen Tagen, das man wohl ruhigen Gewissens auflösen kann.

CC BY-SA 4.0 Brauchen wir die Nato noch immer? von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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