Essenskarten in Grundschulen

In letzter Zeit hört und liest man immer öfter von (Grund)Schulen, in denen die Schülerinnen und Schüler ihr Schulessen mit Guthabenkarten („Essenskarten“) bezahlen müssen. Sehr oft ist das System dann auch noch sehr fehlerintollerant angelegt, so dass Kinder kein Essen bekommen, falls die Eltern vergessen haben, die Karte aufzuladen oder das Kind seine Karte vergessen hat.

Aber muss das wirklich sein? Müssen wir unsere Kinder im Grundschulalter, die (aus gutem Grund) noch zu jung für ein eigenes Giro-Konto sind, schon dazu zwingen, früher als nötig den Umgang mit Debitkarten zu erlernen? Wie sollen die Kinder den Umgang mit Geld lernen, wenn sie schon in der Grundschule gelernt haben, das man einfach mit einer Plastikkarte, auf der anscheinend unbegrenzt Guthaben ist, kann? Wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert hieß es in meiner Kindheit immer und dabei sollte es auch bleiben. Bevor Kinder Plastikkarten zu Bezahlen bekommen, sollten sie erst einmal lernen, mit (Münz)Geld umgehen zu können.

Warum zieht man nicht einfach entweder zu Beginn des Monats einen pauschalen Betrag vom Konto der Eltern ein oder schickt ihnen am Ende des Monats eine Rechnung über die tatsächlich angefallenen Essenskosten?

Und wer den Kindern unbedingt Plastikkarten in die Hand drücken will, kann die Karten gerne zur Protokollierung, wann ein Kind das Mittagessen in der Schule in Anspruch genommen hat, verwenden. Aber bitte nicht zum Bezahlen des Schulessens!

Bei der ersten Option wäre natürlich noch zu klären, was mit den Zinsgewinnen passiert bzw. wer die bekommt 😉

CC BY-SA 4.0 Essenskarten in Grundschulen von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

9 Antworten auf „Essenskarten in Grundschulen“

  1. tja geht imemr mehr weg vom Geld, ist so. Ich warte auf den Tag wo es gar kein Geld mehr gibt nur noch per Karte.
    Ich hasse das in der Uni xD Ich weiß NIE wieviel geld drauf ist, muss immer vorher zum Automaten schauen obs reicht und dann essen gehen. Bargeld nehmen die zwar auch, aber dann isses gleich teurer -.- ich hab irgenwie null kontrolle wie weit meine 10€ da nun reichen oder nicht. und wenn die karte mal zu schnell aus kaffeeautomat und co gezogen wurde geht sie 24stunden nicht und zickt. doooof will wieder bargeld

  2. Bei uns wird pauschal gerechnet. Anfang des Monats ein pauschales Essensgeld und fertig. Ob es der Kleinen dann auch immer schmeckt, nun ja…

  3. Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Bundesland abhängig ist, also nicht mal kommunal.

    Nachträglich berechnet würde bei uns nicht funktionieren. Die Kita hat 3 Betreuungsstufen:
    1) bis 12 Uhr = kein Mittag
    2) bis 14 Uhr = mit Mittagessen
    3) bis 16 Uhr = mit Mittagessen

    Unsere Kleine ist bis 13-13.10 in der Kita, die Schule der Großen ist direkt daneben, so nimmt man dann nach Schulschluß eben beide mit, die Kleine ist dann aber satt und wenn ich den Essensplan manchmal so sehe, nett gemacht. Ich hätte das als Vegetarier zwar meine 2-35 Probleme, aber sehr ausgewogen ist das allemal. Richtig genial wird es, wenn die Kita Leiterin mal 1 Woche aus Spaß kocht. Die kommt aus Spanien, heißt im Umkehrschluß, in allem ist Knoblauch und sonstwas drin.. macht man die Kita Eingangstür auf möchte man sich schon gleich wieder umdrehen plus dass die Kleine den ganzen Tag aus jeder Pore nach Gewürzen mieft, aber diese Woche Spanisch-Futtern ist für die Kids immer ein Highlight in der Kita 🙂

    1. Bei „unserem“ KiGa ist die Abrechnung stundenweise und ab „4 – 5 Stunden“ muss das Kind zu Mittag mit essen und auf Basis dessen, wie oft ein Kind mitgegessen hat, wird dann das Essensgeld nachträglich abgerechnet.

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