Gedanken zum Advent

Adventszeit, die Zeit der Ruhe und Besinnlichkeit vor dem Weihnachtsfest, dem Fest der Liebe. Soweit zumindest die Theorie. Aber bekanntlich lieben zwischen der Theorie und der Praxis zuweilen Welten. Heutzutage heißen diese Welten Komsum.

Nicht ganz unberechtigt, finde ich folgende Parodie eine bekannten Adventsreimes:

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4 und schon beginnt die Gier!

Weihnachten ist schon lange kein Fest der Liebe mehr, sondern ein Fest des Konsums. Jahr für Jahr wetteifern die Geschäfte darum, wer in den vier Wochen vor Weihnachten am meisten verdient. Verdient man mal wieder erwarten weniger als im Jahr davor1, geht das große Jammern los. Und nach Weihnachten geht der Wahnsinn mit dem großen Umtauschen in seine zweite Runde.

Jahr für Jahr auch das gleiche Schauspiel in den Schulen nach dem Ende der Weihnachtsferien. In einer Art Wettstreit wetteifern Kinder untereinander darum, wer die schönsten, tollsten oder größten Geschenke bekommen hat:

CDs, CD-Player, Stereo-Anlage – STICH!

Immer öfter höre ich auch in meinem Bekanntenkreis, das in einzelnen Familien nur noch die Kinder beschenkt werden. Aber nicht, um dem Konsumwahnsinn zu entfliehen, sondern aus einem ganz banalen Grund: Wer heutzutage Geld verdient, wartet nicht mehr bis Weihnachten, wenn er sich etwas wünscht, er kauft es sich einfach.

Irgendwie ist das so ungefähr, wie der Unterschied zwischen Pest und Cholera. Entweder man erfüllt sich seine Wünsche quasi „on demand“ und beraubt damit das Weihnachtsfest seinem (inzwischen) eigentlichen Sinn oder man wartet mit seinen Wünschen bis Weihnachten und degradiert dieses Fest zu einer Demonstration des eigenen Konsum und des beruflichen Erfolges. 👿

Irgendwie wäre ein Mittelweg schön. Ich habe aber keine Idee, wie der aussehen könnte. 🙁

  1. was ja auch vorkommen soll []

CC BY-SA 4.0 Gedanken zum Advent von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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