Google, Twitter und das RSS

Seit Google vor einigen Tagen das Ende des von vielen heiß geliebten Google Readers angekündigt hat, ist gefühlt das halbe Web in Aufruhr. Es gibt beispielsweise eine Petition an Google, diese Entscheidung zu überdenken, die jedoch wohl kaum Erfolg haben wird. Andere haben sich schweren Herzens mit der Entscheidung arrangiert und suchen nun ein neues Zuhause für ihre Feeds.

Was mich jedoch wundert: Bis vor einiger Zeit bot Twitter sowohl für die eigene Timeline als auch für die eigenen und abonnierten Listen RSS-Feeds an, die man aber mittlerweile heimlich still und leise abgeschafft hat, ohne das es einen solchen Aufstand der Nutzer gab? Ich meine, seit Twitter seine aktuelle Oberfläche gelauncht hat, sind die Listen ohne einen alternativen Client so gut wie nutzlos, da man sie nur sehr umständlich nutzen kann. Da bot es sich dann an, die RSS-Feeds der Listen in den Feedreader zu packen um über diesen Umweg einigermaßen bequem die Listen nutzen zu können.

Würde Twitter morgen bekanntgeben, das man die Listen wieder abschafft, würde es wahrscheinlich ebenfalls kaum Protest geben. Unverständlicherweise. Eine RSS-Reader kann man relativ einfach ersetzen. Bei den Twitter-Listen dürfte das ungleich schwerer bis unmöglich werden.

CC BY-SA 4.0 Google, Twitter und das RSS von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Eine Antwort auf „Google, Twitter und das RSS“

  1. Also, zunächst einmal: Es gab diesen Aufschrei seinerzeit, als Twitter die Feeds abgestellt hat. Der Aufschrei war kleiner und in gwissem Sinne ist das auch richtig so, denn die Größe und die Heftigkeit eines Aufschreis spiegelt wider, wie wichtig und relevant ein Service empfunden wird (mal so ganz grob gesagt). Und bei Twitter ist es sicher so, dass die meisten Leute auch schon ein Stückweit resigniert haben, was die Einflussnahme auf die Macher angeht. Die fahren seit einiger Zeit einen Kurs, von dem sie glauben, dass er in Richtung Erfolg führt. Wobei Erfolg sich ausschliesslich auf den finanziellen Teil der ganzen Geschichte bezieht. Relevanz? Vertrauenswürdigkeit? Beide Schlagworte spielen derzeit einfach keine Rolle. Nicht zur Entschuldigung, sicher aber zur Erklärung wieso das so ist muss man sicher anmerken, dass Firmen und hier meine ich gerade relativ neue Firmen (wie Twitter) derzeit unter großem Druck stehen. Financiers (und gerade auch das Risikokapital) will sehen, ob sich Projekte rechnen. So erkläre ich mir auch, dass es seit Monaten Verlautbarungen hagelt, in denen Services ihr Aus vermelden. Das sind direkte Auswirkungen/Konsequenzen der Finanzkrise, denke ich. Die vermeintlich Guten kommen ins Töpfchen, die vermeintlichen schlechten wandern ins Kröpfchen. Dass dabei so mancher toller Service über die Wupper geht, dass lässt mich an den Ausspruch vom „Kind mit dem Bade ausschütten“ denken. ;-(

    Fazit: Ob wir nun vom Umbau von Services sprechen oder ob es gleich ganze Services zerbröselt: für mich steht fest, dass wir genau hinschauen müssen und wir sollten alle zusammen und jeder für sich aus dem lernen, was uns da vorgesetzt wird. Macht Euch autark wo es geht! Die netten Zeiten des Spielens sind vorbei, erstmal. Der nette Riese Google? Das war schon immer ein Märchen und seit einiger Zeit kann man das weniger nette Gesicht des Riesen sehen. Es wird Zeit, aufzubrechen ..

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