Hinterfragt endlich die Lobyisten!

Es ist doch jedes mal das selbe Schauspiel:

Ein Politiker äußert einen Vorschlag, wie man etwas in diesem Land besser machen könnte, wenn man denn wollte. Der Vorschlag mag vielleicht auch ganz sinnvoll sein und in der Tat etwas zum besseren verändern. Es gibt da nur ein Problem: So gut wie immer ist garantiert mindestens eine Bevölkerungsgruppe davon betroffen, die über genug Geld verfügt, um sich Interessenvertreter (neudeutsch Lobbyisten) leisten zu können und die ihre Pfründe bedroht sieht. Und so kommt es, wie es immer kommt: Die Lobbyisten nehmen ihre Arbeit auf und laufen medienwirksam Sturm gegen das Vorhaben.

Anstatt jedoch die Argumente der Lobbyisten kritisch zu hinterfragen und dann auch als reine Eigeninteressen der betroffenen Gesellschaftsgruppen zu brandmarken, rudert die Politik all zu oft zurück und das Volk bekommt den Eindruck

Wenn es der Lobbyist sagt, wird es schon stimmen, sonst würden die Politiker nicht zurück rudern.

Was jedoch kaum einer mitbekommt, ist, das hinter den Kulissen sehr oft etwas passiert, das man auch als Erpressung oder zumindest als Nötigung bezeichnen könnte: um den Sinneswandel der Politik zu beschleunigen, wird nicht selten angedeutet, das die nächste Spende möglicherweise deutlich geringer ausfallen könnte, falls man wirklich an dem Vorschlag festhalten würde. Und bei unseren chronisch klammen Parteien zieht so ein Argument natürlich sehr gut. Wer verzichtet schon ungern auf einen warmen Geldregen?

Das Lobbyisten und ihre fadenscheinigen Argumente gegen einen sinnvollen Vorschlag nicht öfter als solche bloßgestellt werden, ist aber nicht nur ein Versagen der Medien, die natürlich auch Gefahr laufen, auf großzügige Werbeeinnahmen verzichten zu müssen, falls sie zu kritisch sind.

Viel mehr könnte man in Anlehnung an ein Plakat der Piraten sagen:

Vertraue keinem Lobbyisten, informiere Dich!

Solange es nicht um sehr komplexe Themen geht, sollte in Zeiten des Internets eigentlich jeder selber in der Lage sein, die von den Lobbyisten vorgebrachten Argumente zu überprüfen und diese dann in seinem persönlichen Umfeld zu widerlegen. So würde sich dann sehr schnell eine Gegenöffentlichkeit bilden, welche den Lobbyisten die Meinungshoheit über das jeweilige Thema streitig machen würde.

Im Grunde läuft dabei alles auf eine simple Frage hinaus:

Ist das berechtigte Kritik oder will da nur jemand seine Pfründe sichern?

In diesem sinne: Sapere aude!

CC BY-SA 4.0 Hinterfragt endlich die Lobyisten! von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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