Kleine Änderung mit großen Folgen?

Im Moment ist mal wieder Wahlk(r)ampf, was man bislang aber zum Glück kaum mit bekommt. Wenn man von den ganzen Politiker-Fratzen, die uns am Straßenrand von ihren Plakaten debil entgegen grinsen, mal absieht.

Wobei man aber auch genüsslich darüber streiten kann, ob wir denn überhaupt eine wirkliche Wahl haben. Immerhin unterscheiden sich Rot-Grün und Schwarz-Gelb bislang nur in den Details, während die allgemeine Marschroute die selbe ist. So wird es wohl darauf hinaus laufen, das sich höchstens das politische Personal ändert, während Harzt IV und andere soziale Sprengsätze nach Möglichkeit nicht entschärft oder gar zur Disposition gestellt werden. Von einem echten Politikwechsel mal ganz zu schweigen.

Nichts desto trotz wird sich der Wahlsieger am Wahlabend wieder damit rühmen, das man ja die Mehrheit der Wähler hinter sich habe, was aber eine astreine Nebelkerze ist. Die Ergebnisse einer Wahl werden nämlich bislang immer relativ, das heißt auf Basis der abgegebenen gültigen Stimmen, berechnet. Würde also z.B. die Union am Wahlabend auf 42% der Stimmen kommen, heißt das nur, das 42% der Leute, die gewählt haben, ihr Kreuz bei CDU/CSU gemacht haben. Würde man jetzt zugrunde legen, das von den Wahlberechtigten jedoch nur 50% überhaupt ihre Stimme abgegeben haben, würde das folglich bedeuten, das von diesen 50% gerade mal 42% – oder umgerechnet: 21% der Wahlberechtigten – die Union gewählt haben. Kein berauschendes Ergebnis und erst recht kein solides Fundament, um eine politische Legitimation für sich herzuleiten, würde ich mal sagen.

Warum ändern wir dann nicht einfach mal das Wahlrecht dahin gehend, das die Wahlergebnisse auf Basis der Anzahl der Wahlberechtigten errechnet werden? Das würde dann auch wieder Schwung in die Wahlkämpfe bringen, weil es nicht mehr reichen würde, nur die eigenen Stammwähler zu mobilisieren, um eine Wahl zu gewinnen. Die Parteien müssten sich wieder ernsthaft um jeden einzelnen Wähler bemühen, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erreichen und eine Chance auf eine Regierungsbeteiligung zu haben.

Bis dahin kann man sich mit folgender Formel behelfen, um das absolute Ergebnis in % einer Partei zu errechnen:

(Wahlbeteiligung / 100) * Wahlergebnis

CC BY-SA 4.0 Kleine Änderung mit großen Folgen? von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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