Komisches VerstÀndnis von Demokratie

Es haben vielleicht einige bereits in der Neuen Presse gelesen: Ein namentlich bekanntes Mitglied des Vereins „BÌrger bewegen Coburg“ möchte durch einen BÌrgerantrag erreichen, das sich der coburger Stadtrat nochmals mit der Wahl von Hans Heinrich Ulman zum dritten coburger OberbÌrgermeister befasst. BegrÌndet wird der Antrag damit, das der coburger Stadtrat mit der Wahl Ulmanns den angeblichen Wunsch der WÀhler missachtet hat.

Somit dÌrfte auch klar sein, welches Ziel der Antrag tatsÀchlich verfolgt: Hans Heinrich Ulmanns Wahl zum coburger „Bau-BÌrgermeister“ soll de-fakto annulliert werden.

Dummerweise ist der „Wunsch des WÀhlers“ in diesem Fall schwer zu belegen, da Wahlergebnisse immer Interpretationsspielraum zulassen, solange sie nicht eindeutig sind. Der einzige Wunsch der WÀhler, der aus dem Wahlergebnis der Kommunalwahl zu erkennen ist, ist der, das Norbert Kastner und Norbert Tessmer weiterhin die coburger OberbÌrgermeister bleiben sollen.

Dessen ungeachtet offenbart dieser Antrag ein zweifelhafter VerstÀndnis von Demokratie. Versucht doch eine politische Minderheit nachtrÀglich und von persönlichen und machtpolitischen Interessen angetrieben, die Entscheidung der politischen Mehrheit nach den eigenen WÌnschen zu revidieren.

UPDATE:

Da es anscheinend zu MissverstÀndnissen zwischen der Neuen Presse und dem Initiator des BÌrgerantrags kam, sei auf den korrespondierenden Artikel im coburger Tageblatt hingewiesen, nach dem es dem Initiator des BÌrgerantrags lediglich darum geht, das die Stadt Coburg dem „Bau-BÌrgermeister“ Ulmann eine „technische Fachkraft“ zur Seite stellt.

CC BY-SA 4.0 Komisches VerstÀndnis von Demokratie von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

133 Antworten auf „Komisches VerstÀndnis von Demokratie“

  1. @So
    Du kennst mich doch inzwischen, ich diskutiere gerne mit Dir.
    Was ich aber nicht verstehe, warum vermutest Du immer gleich eine Verschwörung im ganz groÿen Stil ??
    Wie Du dich bestimmt erinnerst, haben wir uns am 05.05 am Marktplatz getroffen, da habe ich mich furchtbar aufgeregt Ìber die Abstimmungen im Stadtrat (oder ?? ) Du hast unter anderem gesagt, dass ist Politik.
    SO, jetzt habe ich eben meinem Unmut Luft gemacht, in dem ich einen Leserbrief geschrieben habe und einen BÌrgerantrag stellen werde.
    ÿber Sinn und Unsinn des Antrags, kann man freilich geteilter Meinung sein, aber was ist SO Schlimm daran, wenn ich Mir damit zusÀtzliche Arbeit mache ?
    Im Ìbrigen bekomme ich im Moment weder UnterstÌtzung von BBC noch CSU oder einer anderen Partei.
    Also was interssiert Dich noch ?
    Ich stehe Dir voll zur VerfÌgung.

  2. O.k. Tim,
    Du kannst sicher davon ausgehen, dass ich Dich als (politisch denkenden und handelnden) Menschen ernst nehme. Deswegen will ich jetzt hier auch nicht um den heiÿen Brei reden. Lass diesen Quatsch mit dem BÌrgerantrag. Du stellst Dich damit gegen einen legal und regulÀr gewÀhlten und entscheidenden Stadtrat, weil Du (scheinbar als einziger) glaubst, dieser habe gegen den Willen der Mehrheit der BÌrger entschieden.
    Woher, lieber Hatim Djelassi, nimmst Du diese ÿberzeugung? Und bist Du Dir darÌber im Klaren, dass Du mit diesem Antrag dieses eben erst von den BÌrgern nach einem harten Wahlkampf gewÀhlte Gremium massiv öffentlich diskreditierst und in seiner Arbeit behinderst. Hast Du darÌber mal nachgedacht?

  3. @SO
    Also ich bin nicht der Meinung dass ich den Stadtrat behindere oder gar diskreditiere.
    Ich wollte von Anfang an klarstellen, dass ich keinesfalls den gewÀhlten Stadtrat bzw. dessen Entscheidung(en) in Frage stelle.

    Durch Ìbereifrige und zugegeben unÌberlegte
    Aktionen, gepaart mit MiÿverstÀndissen, kam dies, SelbstverstÀndlich anders rÌber.

    In Anbetracht dessen, werde ich den BÌrgerantrag nicht mehr weiter verfolgen. Nicht weil ich meine Meinung geÀndert habe, ich bin nach wie vor der Meinung, Herrn Ulmann mÌsste, auch zur eigenen Entlastung, eine Kompetente Fachkraft, zur Seite gestellt werden.

    Aber, als politisch mehr als unerfahren, sollte ich das besser, Leuten Ìberlassen, die angeblich mehr Ahnung davon haben als ich.

  4. Danke, Alter.
    Freue mich darauf, mich wieder Ìber ganz andere Dinge und natÌrlich auch Politik mit Dir zu unterhalten.
    Mit Deiner aktuellen Entscheidung beweist Du mehr Haltung, als mancher andere Mensch, den wir irgendwo hin gewÀhlt haben, wo wir genau diese Haltung von ihm/ihr erwarten wÌrden.
    Meinen Respekt hast Du (auch falls Du keinen Wert darauf legen solltest). SO

  5. @Tim: Ja, lass es. Abgestimmt ist abgestimmt. Und Ulmann wÀre unter anderen UmstÀnden nicht so der Buhmann, da bin ich mir sicher.
    Weiÿ zufÀllig jemand, ob es in Coburg schon immer Nicht-Fachleute als BaubÌrgermeister gab?

  6. @SO
    Warum Danke ?
    Ich bin auch trotz meiner ausgeprÀgten NaivitÀt (die braucht man, wenn man denkt man könne die Welt verÀndern, im Grunde willst DU ja auch nichts anderes) auch ein StÌckweg Realist, im Moment gibt es fÌr mich Wichtigere Dinge und da gilt es selbst fÌr mich prioritÀten zu setzen, denn zu viele und zu Groÿe Baustellen sind einfach nicht zu schaffen ( Achtung Sarkasmus: das wird auch Herr Ulmann merken 😉 )

  7. @Tim
    Weil öffentlich bekannte Einsicht in unserer Gesellschaft nicht die Regel, sondern die sehr seltene und ebenSO wohltuende Ausnahme ist.
    Und sicher hast Du Recht, ich wÌrde auch gerne die Welt verÀndern (aber das wollen viele und wahrscheinlich ist es gut SO, dass die Welt uns vor den meisten davon bewahrt hat).
    Also lass uns weiter an unseren Ideen von einer besseren Welt basteln, o.k.?

  8. @SO
    o.k. und wenn Du diese Woche mal zufÀllig Ìber den Marktplatz lÀufst, dann sag mir Bescheid, wÌrde Dir gerne was schenken (keine Angst, ist keine Bestechung Du kannst es mir ja wieder zurÌckgeben)

    Bis die Tage Tim

  9. Womit wir diese Runde nach einem hart erarbeiteten Etappensieg des prominenten MitbÌrgers, Herrn H. Djelassi, schlussendlich in GÌte und Frieden ausklingen lassen können.

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