Langsam wird es langweilig

Also langsam wird es echt langweilig: wann immer in der letzten Zeit ein Politiker über seine eigenen Missetaten stolpert, wird »das Internet« zum Sündenbock erklärt, welches ursächlich für den Rücktritt ist. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: nicht das, was er selber verbockt hat, ist Ursache für diese Konsequenz, sondern das abstrakte technische Konstrukt „Internet“.

Und solche Leute sollen dann Vorbilder für die Gesellschaft sein? Schöne Vorbilder sind das, die versuchen, anderen die Schuld für ihre eigenen Fehler in die Schuhe zu schieben, nur damit möglichst wenig Flecken an der eigenen Weste hängen bleiben und man möglichst bald sein Comeback starten und wieder ordentlich Diäten und fette „Nebeneinkünfte“ einstreichen kann.

Da wundert es doch nicht wirklich, wenn die Politikerverdrossenheit in diesem Land unaufhaltbar zunimmt. Hätte so mancher Politiker selber den Anstand, den er von anderen verlangt, und würde ehrlicher zu sich, seinen Wählern und dem Rest der Gesellschaft sein, und zu eigenen Fehlern stehen, würde die politische Elite dieses Landes wahrscheinlich nicht pauschal mit negativen Attributen wie „verlogen“ oder „korrupt“ bedacht werden.

CC BY-SA 4.0 Langsam wird es langweilig von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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