„Meinen Kindern soll es mal besser gehen als mir!“

Den Satz

Meinen Kindern soll es mal besser gehen als mir!

hört man wohl von so ziemlich allen Eltern und an dem Wunsch ist auch erst einmal nichts auszusetzen. Wer aus dem Heer der Erziehungsberechtigten will nicht, das es die eigenen Kinder mal zu etwas bringen im Leben und ein glückliches und erfülltes Leben führen?

Problematisch wird es in meinen Augen nur, wenn diesem an sich noblen Wunsch alles untergeordnet wird und die Kinder letztendlich das erreichen sollen, was man selber nicht geschafft hat. Wenn man anfängt die eigenen Kinder unter einen Erfolgsdruck zu setzen, an dem sie eventuell sogar innerlich zerbrechen und man am Ende vielleicht sogar genau das Gegenteil von dem erreicht hat, was man eigentlich erreichen wollte: man hat das Leben seiner Kinder zerstört, bevor es richtig angefangen hat.

Ich sehe das hingegen ein wenig entspannter. Sicher sollen meine Kinder es später nach Möglichkeit einmal besser haben, als ich. Aber mir reicht es schon, wenn sie die Chancen, die sich ihnen eröffnen bestmöglich nutzen und so unterm Strich das beste aus ihrem Leben machen. Ich würde auch beispielsweise meine Kinder nicht wieder besseren Wissens auf dem Gymnasium lassen, obwohl ich merke, das sie dort überfordert sind und wohl möglich verheizt werden. Wenn es jemals zu so einer Situation kommen würde, stünde für meine Frau und mich fest, das unsere Kinder dann auf die Realschule wechseln würden, um dort eine ordentliche mittlere Reife zu bekommen, mit der sie dann später das Abitur nachholen können, wenn sie es denn wollen.

Ich habe in meiner eigenen Schulzeit 2x miterlebt, was mit Kindern passiert, die auf dem Gymnasium bleiben mussten, bis es nicht mehr ging, nur weil Mama und Papa es so wollten: die waren total verheizt und haben den direkten Durchmarsch in die Hauptschule gemacht.

So etwas möchte ich meinen Kindern ersparen und würde deshalb im Zweifelsfall eine gute mittlere Reife einem mittelmäßigen oder schlechten Abitur, das sie sich im schlimmsten Fall übers sprichwörtliche Klo hängen können, vorziehen.

Lieber sage ich meinen Kindern später einmal so etwas wie

Du hast Deine Chancen so gut es ging genutzt, aber mehr war einfach nicht drin. Wir sind aber trotzdem stolz auf Dich!

anstatt mir Vorwürfe von ihnen machen zu lassen, das ich ihnen ihr Leben versaut habe, weil ich unbedingt wollte, das sie das Abitur machen.

Wenn einer das Leben meiner Kinder versaut, dann sind sie das selber. Aber meine Frau und ich werden unser möglichstes tun, sie davon abzuhalten, es so weit kommen zu lassen 😉

CC BY-SA 4.0 „Meinen Kindern soll es mal besser gehen als mir!“ von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Eine Antwort auf „„Meinen Kindern soll es mal besser gehen als mir!““

  1. Super Einstellungen!!!! Sehe ich genau so. Werde sie Talente meines Sohnes fördern, so gut ich kann, aber ihn sicher nicht zu Gymnasium/Matura/Studium zwingen. Weiß wie es ist, sich durch das Gymnasium zu quälen und tu ihm das sicher nicht an.

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