Merkel zeigt ihr wahres Gesicht

Nachdem vor einigen Tagen hunderte Arbeiter beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben gekommen sind, zeigt unsere Bundeskanzlerin heute mal wieder ihr wahres Gesicht als Jüngerin der Globalisierung und des ungezügelten Kapitalismus.

In diversen Medien wird die Bundeskanzlerin mit der Aussage zitiert, das Europa Bangladesch nicht durch zu strengen Arbeitnehmerschutz den Wettbewerbsvorteil nehmen dürfe. Was in normales Deutsch übersetzt nichts anderes heißt als

Wir dürfen das Elend und die Ausbeutung in Bangladesch nicht bekämpfen, solange unsere Wirtschaft in Form von billigen Arbeitskräften und billig produzierten Produkten davon profitiert.

Alleine schon für diese, vor Menschenverachtung strotzende, Aussage gehört die Frau abgewählt. Aber was soll man andererseits auch von jemandem anderes erwarten, der einerseits ein glühender Fan von HartzIV ist und andererseits seine politischen Positionen beim kleinsten Anzeichen von Widerstand schneller räumt, als man gucken kann. Die Frau hat kein Rückgrat und darf wohl auch mit Fug und Recht als GröTAZ (größte Taktikerin aller Zeiten) bezeichnet werden. Zumindest, was die deutsche Politik angeht.

Aber genau das ist ihr Erfolgsrezept: kein Rückgrat zeigen und taktieren, bis der Arzt kommt. Und in Ermangelung glaubwürdiger Alternativen wird sie mit diesem Rezept wohl auch die nächste Bundestagswahl für sich entscheiden und Deutschland vier weitere Jahre mit voller Kraft de-sozialisieren und vor die Wand fahren!

Die einzig spannende Frage wird dann nur sein, welche Partei sie nach der SPD und der FDP diesmal als Koalitionspartner zugrunde richten wird.

Wie dem auch sei: Gute Nacht, Deutschland!

CC BY-SA 4.0 Merkel zeigt ihr wahres Gesicht von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

4 Antworten auf „Merkel zeigt ihr wahres Gesicht“

  1. Deine Deutung der Aussage der Kanzlerin geht an deren Kern etwas vorbei. Sie hat damit in meinen Augen sagen wollen, dass durch einen von westlicher Seite aufoktroyierten Arbeitsschutz die Wettbewerbsfähigkeit von Bangladesh weiter sinkt. Soll heißen, dass produzierende Firmen sich, im Falle von verschärften arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben andere Länder zum Produzieren ihrer Waren aussuchen würden. Damit ist im übrigen am allerwenigsten den Bürgern von Bangladesh geholfen, die dann schlicht keine Möglichkeit mehr haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

    Im Übrigen ist es in meinen Augen nicht Sache der Bundesregierung, in Bangladesh strengere Arbeitsschutzvorschriften einzufordern. Bangladesh ist ein souveräner Staat, der natürlich auch seine Regeln und Gesetze selbst festlegt. Wer derartige Anstrengungen unternimmt, begibt sich in meinen Augen in Richtung eines unseligen Neokolonialismus.

    Schuld an der Misere der Arbeier vor Ort sind übrigens nicht westliche Staaten, sondern eher der westliche Bürger, der bei Kik oder vergleichbaren Bekleidungsgeschäften mit Kleidung zu Dumpingpreisen eindeckt. Zu den dort üblichen Preisen kann ein Kleidungsstück einfach nicht ökologisch oder sozial nachhaltig produziert worden sein.

    1. Damit bestätigst Du ja meine Interpretation, das man nichts gegen das Elend und die Ausbeutung dort unternehmen soll, solange deutsche Firmen davon profitieren. Und das die Regierung in Bangladesch von sich aus wenig bis gar nichts gegen die Ausbeutung ihrer Bevölkerung unternimmt hat sicher auch mit der von Dir erwähnten subtilen Drohung dann produzieren wir halt wo anders zu tun.

      Und Deinen letzten Absatz würde ich jetzt nicht so pauschal unterschreiben, da es dank der Agenda 2010 viele Menschen in Deutschland gibt, die sich nur noch Klamotten von KiK und Co leisten können.

      1. Ob da jetzt unmittelbar deutsche Firmen von profitieren, weiß ich nicht. Das in Bangladesh die oftmals ungelernten Arbeitskräfte keinen mit einem deutschen Facharbeiterlohn vergleichbaren Obolus erhalten, dürfte sich auch selbst erklären.

        Gerade auch die Vergangenheit des Realsozialismus hat doch gezeigt, dass zuviel staatlicher Einfluss auf die Wirtschaft, oder gar eine Staatswirtschaft auf die Dauer gesehen für die breite Masse der Bevölkerung einen erheblich geringeren Lebensstandard bietet, als es in einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsform der Fall ist.

        Interessant finde ich übrigens die Ambivalenz der linken politischen Kräfte. Da werden einerseits staatliche Eingriffe zum Beispiel im Bereich der Sicherheitspolitik strikt abgelehnt, andererseits existiert in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Sozialpolitik eine erschreckende Staatsgläubigkeit.

        Und ja, ich weiß schon, bezüglich der Agenda 2010 sind wir unterschiedlicher Ansicht. Allein die von von Hartz IV betroffenen Personen würden Kik wohl nicht am Leben halten können. Bei vielen Kik-Kunden spielt wohl eher eine gewisse „Geiz ist geil“ Mentalität eine Rolle.

        1. Jedes Unternehmen, das in Süd- oder Süd-Ost Asien produzieren lässt, profitiert finanziell enorm von den dortigen Arbeitsverhältnissen.

          Und das Problem ist auch viel eher, das viele Arbeiter dort von den Fabrikbesitzern wie Leibeigene bzw. Sklaven gehalten werden und nur einen Hungerlohn bekommen, während die Besitzer der Fabrik sich mit dem Geld der westlichen Textillabels ein schönes Leben machen. Oder was glaubst Du, warum es in vielen Textilfabriken der Region eigene Schlafsäle gibt? Von der dort noch immer weit verbreiteten Kinderarbeit wollen wir gar nicht erst reden.

          Und zumindest moralisch in höchstem Maße verwerflich ist es doch, das man hier in Deutschland für ein T-Shirt eines bekannten Modelabels 20 Euro oder mehr zahlt, während das Shirt am anderen Ende der Welt für einen Bruchteil des Verkaufspreises hergestellt wird. Und nein, bei den Arbeitern in den Textilfabriken kommt von dem Differenzbetrag fast nichts an, der geht auf den Zwischenstationen zum größten Teil daruf.

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