Nichts kapiert? Die Politik und das Elterngeld

In der Politik werden momentan Forderungen artikuliert, das erst vor wenigen Jahren eingeführte Elterngeld erneut zu überprüfen und ggf. wieder abzuschaffen, da die Geburtenrate in Deutschland im freien Fall sei.

Die Politiker, die solche Forderungen artikulieren, geben damit gleichzeitig zu, das sie das Elterngeld nicht verstanden haben. Das Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung, die es Eltern ermöglichen soll, sich maximal 14 Monaten um ihr neugeborenes Kind zu kümmern.

Wer ernsthaft glaubt, das mehr Menschen sich für ein Kind entscheiden, nur weil ihnen der Staat maximal 14 Monate lang maximal 1800 Euro überweist, der hat anscheinend jeden Bezug zur Realität verloren und erkennt nicht, das die Ursache des Geburtenrückganges wo anders liegt:

Unsere Gesellschaft ist schlicht und ergreifend Familien- und Kinderfeindlich geworden!

Wer das nicht glauben kann oder will, der möge doch einfach mal beim nächsten Einkaufsbummel spaßeshalber schauen, wie viele Autos ohne Kindersitz/Babyschale oder andere Anzeichen für „Kind an Bord“ auf einem Eltern-Kind-Parkplatz stehen.

Kinder kosten viel Geld

Besonders die Erstausstattung (Kinderzimmer, Kinderwagen) verschlingt locker bei so manchem Vater ein oder mehr Monatsgehälter. Von den laufenden Kosten für Windeln, Pflegeutensilien und andere Notwendigkeiten wollen wir hier noch gar nicht reden.

Würde die Politik ernsthaft den sinkenden Geburtenraten entgegenwirken wollen, wäre es sicher keine schlechte Idee, sich an den Briten ein Beispiel zu nehmen und für Windeln und anderes „Zubehör“ nur noch den reduzierten Umsatzsteuersatz zu verlangen und den Eltern-Kind-Parkplatz dem Behindertenparkplatz gleichstellen. Das würde den Eltern sicher mehr helfen, als maximal 14 Monate lang maximal 1800 Euro Elterngeld.

CC BY-SA 4.0 Nichts kapiert? Die Politik und das Elterngeld von Heiko Adams ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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