Die Intransparenz des coburger Stadtrates

Wunderbar! Da berichtet Radio EINS, das die coburger Stadträte ihre Aufwandsentschädigung nicht um die vorgeschlagenen 10% senken wollen. In einem Kommentar hier im Blog hat der Stadtrat Dr. Dressel dem zwar widersprochen, jedoch keine weiteren Details genannt.

Womit wir ein gewisses Problem haben: Da die Printmedien nur unregelmäßig und dann auch nur über einzelne Entscheidungen berichten und das Projekt „Stadtratfernsehen“ seit einem knappen halben Jahr tot ist, heißt es im Moment für all jene, die nicht als Besucher der letzten Stadtratssitzung beigewohnt haben

nichts genaues weiß man nicht

Die Stadt leistet sich zwar ein so genanntes Bürgerinformationsportal, das aber meiner Meinung nach zumindest für den Stadtrat seinen Namen kaum gerecht wird, da die wirklich wichtigen Informationen wie z.B. Sitzungsprotokolle oder gestellte Anträge dort nicht veröffentlicht werden.

Wie soll man als Bürger seine verfassungsmäßige Aufgabe als politischer Souverän verantwortungsvoll wahrnehmen, wenn man kaum in der Lage ist, die Arbeit der lokalen Politik objektiv und zeitnah kontrollieren zu können, ohne mich auf die Märchenstunden im Wahlkampf verlassen zu müssen? Immerhin finden die Stadtratssitzungen in der Regel zu einer Zeit statt, zu der der Großteil der Bevölkerung einem Arbeitsverhältnis nachgehen dürfte.

Von daher wäre es im Sinne der politischen Transparenz durchaus angebracht, wenn der Stadtrat zumindest Anträge und Sitzungsprotokolle zeitnah im Bürgerinfo-System der Stadt Coburg zum Abruf bereitstellen würde.

Schule 2.0

Schule ist einer der wenigen 1.0 1kaum oder gar nicht im digitalen Zeitalter angekommen Bereiche in unserer Gesellschaft. Noch immer müssen unsere Kinder schon in der Grundschule schwere Ranzen mit unzähligen Büchern Tag ein, Tag aus mit sich herum schleppen und ihre Hausaufgabe mit Stift und Papier erledigen. Mit Ausnahme einiger weniger Fächer wie Mathematik wäre es jedoch relativ problemlos möglich, den Schulalltag größtenteils digital abzuwickeln.

Und das könnte in etwa so aussehen: Schüler bekommen zu Beginn des Schuljahres von der Schule gegen Kaution einen Tabletcomputer zur Verfügung gestellt der sowohl Schulbücher als größtenteils Stift und Papier ersetzt. Schulbücher werden als gemein freie oder Creative-Commons lizenzierte eBooks auf einem Intranet-Server der Schule gespeichert und von dort auf das Tablet herunter geladen. Digital erstellte Hausaufgaben werden vom Tablet auf einen Intranet-Server der Schule hoch geladen, dort von den Lehrern korrigiert und anschließend zum Download auf das Tablet des Schülers freigegeben.

Es gäbe sicher noch mehr Möglichkeiten, Tablets als primäres Medium in der Schule zu nutzen, aber ich wollte auch nur einen Denkanstoß geben, um zu zeigen, das so etwas relativ einfach umzusetzen wäre. Willkommen in der Schule 2.0 😉

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1.kaum oder gar nicht im digitalen Zeitalter angekommen

Liebe SPD, wir müssen reden!

Liebe SPD, vielleicht ist es Euch ja entgangen, aber Ihr seit schon seit einigen Jahren keine Regierungs- sondern Oppositionspartei. Und die originäre Aufgabe der Opposition ist nicht, der Kanzlerin den Rücken zu stärken, sondern die Arbeit der Regierung zu kontrollieren und ggf. im Rahmen des möglichen einzugreifen und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Und was als verantwortungsbewusster Politiker mal gar nicht geht, ist, etwas zu zustimmen, obwohl man es nicht versteht! Das ist einfach nur unverantwortlich und unredlich!

Warum profitiert Ihr denn kaum von den sinkenden Umfragewerten der Schwarz-Gelben Regierung? Weil die Menschen inzwischen nicht zu unrecht den Eindruck haben, das es egal ist, wer regiert, weil sich eh nichts ändert! Weil die Menschen sehr oft und nicht wirklich unberechtigterweise den Eindruck haben, das vielen Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte wichtiger sind, als ihr Mandat und das selbiges nur dazu dient, um an lukrative Jobs zu kommen. Aber um daran etwas zu ändern fehlt Euch einfach der nötige Arsch in der Hose!

Und um ehrlich zu sein, wünsche ich mir insgeheim, das die Wähler Euch 2013 gehörig in den Arsch treten und Eure Rot-Grünen-Phantasien dadurch gründlich verhageln, das die Piraten ihre momentanen Umfragewerte halten können und entsprechend stark in den Bundestag einziehen.

Auf den Robotter gekommen

So, nachdem bei meinem Nokia 5530 seit zwei Wochen das Display im Eimer ist (sieht aus, als wäre nen Stein rein geflogen), habe ich mir heute bei o2 bzw. o2 My Handy das Defy von Motorola gekauft. Seit dem bin ich quasi auf den Robotter gekommen.

Nachdem die grundlegende Einrichtung soweit abgeschlossen ist, fehlt mir eigentlich nur noch ein Taskplaner, der in der Lage ist, die Aufgaben aus meinem Google Kalender auszulesen. Ich habe nämlich keine Lust, meine Aufgaben separat zu verwalten, wenn der Kalender von Google so eine Funktion im Grunde schon anbietet.

Aber ansonsten kann ich nur eins sagen: Android rule! Geh sterben, Nokia! 1Aber bitte erst, wenn meine Frau ein neues Handy hat :mrgreen:

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1.Aber bitte erst, wenn meine Frau ein neues Handy hat :mrgreen:

Geburtstage: lästige Pflicht statt schöner Kür

Ich bin mir nicht sicher, ob es nur mir so geht, aber in der letzten Zeit werden für mich meine Geburtstage immer mehr zu einer lästigen Pflichtaufgabe.

Das fängt schon damit an, das man ständig mit der Frage terrorisiert wird, was  man sich denn wünscht. Was soll der Scheiß? Ich verdiene mein eigenes Geld und wenn ich etwas haben möchte, dann kaufe ich es mir einfach! Punkt!

Und wenn man diesen „Was wünscht Du Dir zum Geburtstag?“ Terror einigermaßen glimpflich überstanden hat, geht das Drama ungebremst weiter. Man ist dummerweise durch irgendein ungeschriebenes Gesetz dazu verpflichtet, seinen Geburtstag auch zu feiern und am besten alle, die man kennt, einzuladen und verköstigen. Tasse Tee und ein Stück Kuchen reichen da aber nicht. Nein, man muss natürlich auch noch eine opulente Grillplatte für die Meute ordern. Ungeachtet dessen, das man auf der gefühlten Hälfte der Platte sitzen bleibt!

Wer man einen Shit-Storm im echten Leben erleben will, der sollte mal unter die Einladung zu seinem Geburtstag so etwas wie

Zu essen und zu trinken bitte selber mitbringen. Ich bin nicht die Heilsarmee!

schreiben und danach am besten für einige Zeit an einem unbekannten Ort Urlaub machen :mrgreen:

Die SPD hat gestern nicht gewonnen!

Die Behauptung, die SPD hätte gestern auch nur eine der beiden Wahlen gewonnen, grenzt Realitätsverlust! In Baden Württemberg wurde die schwarz-gelbe Regierung zwar abgewählt, das war jedoch nicht das Verdienst der SPD, die selber über 2% im Vergleich zur letzten Wahl verloren hat. In Rheinland Pfalz sieht es ähnlich aus. Auch wenn dort der SPD Ministerpräsident weiter regieren kann, hat auch dort die SPD die Wahl nicht gewonnen, da sie fast 10% verloren hat und nur noch hauchdünn vor der CDU liegt.

Um von einem Wahlsieg sprechen zu können, sollte eine Partei entweder eine vorhandene Regierung ablösen und dabei zumindest das eigene Ergebnis der letzten Wahl wieder erreichen oder besser noch steigern. Alles andere ist kein echter Wahlsieg. Ähnlich verhält es sich, wenn eine Partei auch weiterhin den Ministerpräsidenten stellt, aber dabei Stimmen verliert. Auch das ist kein echter Wahlsieg sondern höchstens ein dickes, blaues Auge. So gesehen, gab es gestern nur eine Partei, die sich tatsächlich als Gewinner bezeichnen kann und das sind die Grünen.

Zumindest in Baden Württemberg kommt jetzt auf die Grünen eine sehr schwere Aufgabe zu: Sie müssen aufpassen, die in sie gesetzten Erwartungen nicht zu sehr zu enttäuschen und dürfen obendrein aufgrund des Wahlergebnisses nicht den Boden unter den Füßen verlieren.

Für die Parteiführung der SPD heißt es jetzt, weiterhin ihre Hausaufgaben zu machen und sich nicht zu sehr auf dem Erfolg der Hamburger SPD, der ja zu erwarten war, auszuruhen. Bis die SPD wieder Wahlen gewinnt, ist es noch ein weiter Weg, auch wenn sie zuweilen auf einem guten Weg ist. Das Ziel ist aber noch lange nicht erreicht. Ein wichtiger Schritt muss dabei nach wie vor sein, das an die PDL 1Partei „Die LINKE“ verlorene Wählerpotential zurück zu gewinnen und wieder dauerhaft an sich zu binden. Zwei Parteien, die von sich behaupten, linke Politik zu machen, schaden sich auf Dauer gegenseitig mehr, als das sie sich helfen.

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1.Partei „Die LINKE“

Verantwortungsvolle Politik

Politiker schwadronieren ja gerne über „verantwortungsvolle Politik“, aber meiste bleibt es dann bei Lippenbekenntnissen. Für mich würde verantwortungsvolle Politik bedeuten:

Langfristig statt kurzfristig denken

Momentan hat man zumindest das Gefühl, das Politiker sehr oft nur bis zur nächsten Wahl denken und der Machterhalt einen höheren Stellenwert gewähren als er verdient. Wenn es gelänge, das Politiker auch über die nächste Wahl hinaus denken und planen, dann wären wir sicherlich ein gutes Stück weiter. Dieses kurzfristige Denken und die häufen Kehrtwendungen und der damit verbundene Zick-Zack-Kurs (jüngstes Beispiel: Ausstieg aus der Kernenergie) schaden Deutschland mehr, als das sie dem Land nützen. Abgesehen davon, dass das Vertrauen in den Verlässlichkeit politischer Entscheidungen sinkt. Die Menschen und Unternehmen in diesem Land wollen und brauchen eine gewisse Planungssicherheit, damit sie Gelder investieren. „Verantwortungsvolle Politik“ weiterlesen