Schule 2.0

Schule ist einer der wenigen 1.0 1kaum oder gar nicht im digitalen Zeitalter angekommen Bereiche in unserer Gesellschaft. Noch immer müssen unsere Kinder schon in der Grundschule schwere Ranzen mit unzähligen Büchern Tag ein, Tag aus mit sich herum schleppen und ihre Hausaufgabe mit Stift und Papier erledigen. Mit Ausnahme einiger weniger Fächer wie Mathematik wäre es jedoch relativ problemlos möglich, den Schulalltag größtenteils digital abzuwickeln.

Und das könnte in etwa so aussehen: Schüler bekommen zu Beginn des Schuljahres von der Schule gegen Kaution einen Tabletcomputer zur Verfügung gestellt der sowohl Schulbücher als größtenteils Stift und Papier ersetzt. Schulbücher werden als gemein freie oder Creative-Commons lizenzierte eBooks auf einem Intranet-Server der Schule gespeichert und von dort auf das Tablet herunter geladen. Digital erstellte Hausaufgaben werden vom Tablet auf einen Intranet-Server der Schule hoch geladen, dort von den Lehrern korrigiert und anschließend zum Download auf das Tablet des Schülers freigegeben.

Es gäbe sicher noch mehr Möglichkeiten, Tablets als primäres Medium in der Schule zu nutzen, aber ich wollte auch nur einen Denkanstoß geben, um zu zeigen, das so etwas relativ einfach umzusetzen wäre. Willkommen in der Schule 2.0 😉

Fußnoten   [ + ]

1.kaum oder gar nicht im digitalen Zeitalter angekommen

Diese Gesellschaft kann mich langsam mal!

Langsam habe ich die Schnauze voll von dieser verlogenen Gesellschaft! Dieses Geschwafel von wegen „Chancengleichheit“ kann ich langsam nicht mehr hören! Das ist nämlich die reinste Lüge! „Chancengleichheit“ bedeutet nämlich nicht, das jeder die Chance auf eine faire Bezahlung hat, sondern, das alle (auf dem Papier) die gleiche Chance haben. Ein kleiner aber gemeiner Unterschied, der mich langsam mehr als ankotzt!

Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker zu einer Zeit gemacht, als der Schwierigkeitsgrad der Abschlussprüfung noch ein Lotterie-Spiel war. In einem Jahr war der Schwierigkeitsgrad sehr hoch, in nächsten Jahr hatte man eine 2 sicher, wenn man sich nicht total dämlich angestellt hat. Ich hatte das Los der schweren Abschlussprüfung gezogen.

Seit fast 5 Jahren arbeite ich jetzt für ein Gehalt, das im Bereich dessen liegt, was manch andere große Firma unmittelbar nach der Ausbildung zahlt. Und mit diesem Geld muss ich eine Familie ernähren! Jede Bewerbung die ich irgendwo hin schicke, bekomme ich binnen weniger Wochen zurück, zusammen mit einem scheinheiligen Standard-Schreiben, deren Text ich inzwischen schon fast auswendig kann und das ich darum auch nur noch überfliege.

Wenn man sich einmal die Stellenangebote anschaut, die im Internet stehen, dann bekommt man immer wieder den Eindruck, das nach Eierlegenende-Wollmilch-Säuen gesucht wird und man die ausgeschriebene Stelle nur bekommt, wenn man es schafft, die Anforderungen noch zu überbieten. Mir fällt jedes mal, wenn ich wieder einmal lese, das man z.B. gut in Java sein muss, ein Spruch eines Berufsschullehrers ein, der sinngemäß war:

Ihr lernt keine Programmiersprache sondern Programmieren

Und die ganze Verlogenheit an der Geschichte kann man auch gut daran fest machen, das es für einen Anwendungsentwickler, der den obrigen Satz beherzigt, relativ egal ist, mit welcher Sprache er programmiert. Sicher muss man sich erst einmal umstellen und einarbeiten. Aber das muss wohl jeder, der seinen Arbeitgeber wechselt. Aber mal ganz überspitzt gefragt: Warum sollte ich mir den Stress machen und mir zusätzlich zu meiner 40-Stunden Woche z.B. für 12 Monate einen Java-Fernlehrgang an Bein binden, wenn ich dieses Wissen auf absehbare Zeit gar nicht beruflich nutzen kann? Und selbst wenn ich die Fähigkeiten, die mir dieser Fernlehrgang gebracht hat, bei einer Bewerbung anbringen kann, kommt 100% sofort das Gegenargument der fehlenden Berufserfahrung. Aber wie soll ich denn Berufserfahrung sammeln, wenn mir niemand die Möglichkeit dazu gibt?

Das ist in meinen Augen schlicht und einfach verlogen und es kotzt mich langsam tierisch an!