Endspurt beim Bewerbungsmanager

Ich habe den Bewerbungsmanager bzw. dessen Sourcecode heute auf die Version 0.9.9 gehievt. Damit dürfte deutlich sein, das es sich um einen Release-Candidate handelt, der weit genug ausgereift ist, um demnächst als finale Version 1.0 veröffentlicht zu werden. 😉

Den Gepflogenheiten eines Open Source Projektes folgend, werde ich ausschließlich den Sourcecode und keine compilierten Binaries 1ausführbare Programmdateien veröffentlichen.

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1.ausführbare Programmdateien

Neues Projekt: Bewerbungsmanager

Nach einiger Abstinenz vom Quellcode-Hacking habe ich vor einigen Tagen ein neues Projekt gestartet: Bewerbungsmanager.

Der Grund für die Idee zu dem Programm war eigentlich relativ trivial: ich habe allmählich den Überblick darüber verloren, wo und als was ich mich beworben habe. Und es gibt wahrscheinlich nichts schlimmeres, als sich zwei mal auf die gleiche Stelle zu bewerben 😉

Zu den Features des Programmes zählen momentan neben der eigentlichen Liste der Bewerbungen ein rudimentäres Wiedervorlage-System, eine Aktivitätsübersicht und ein rudimentäres Dokumenten-Management-System.

Die technischen Details sind relativ simpel: Das Programm ist in Free Pascal mit der Lazarus IDE geschrieben und nutzt eine SQLite3 Datenbank als Backend. Da ich momentan unter Liunx programmiere und das Programm noch eine 0.x Version ist, gibt es nur den Quellcode, welcher unter der GPL 3 lizenziert ist, unter https://bitbucket.org/heikoadams/bewerbungsmanager zum Download.

Warum ich Personalvermittler (eigentlich) nicht mag

Eigentlich mag ich Personalvermittler nicht wirklich und halte sie für ein Krebsgeschwür des Arbeitsmarktes. Ich rede halt lieber direkt mit dem Kuchen anstatt mit der Kuchenform, wenn Ihr wisst, was ich meine.

Aber dummerweise kommt man aber immer schwerer an interessante Stellen, ohne sich mit eben diesen Personalvermittlern herumschlagen zu müssen. Was mich dabei jedes mal nervt, ist, das man sich auf eine konkrete Stelle bewirbt und anschließend Fragebögen und Fragen beantworten darf, die kaum etwas mit der Stelle, auf die man sich beworben hat, zu tun haben, nur weil man (angeblich) in die Kartei des jeweiligen Personalvermittlers aufgenommen werden „muss“.

Während man also diese ganzen Fragebögen ausfüllt, stellt man sich immer wieder unweigerlich die Frage

Warum fragen Sie das? Das steht doch alles in meinen Bewerbungsunterlagen!

Man bekommt also zwangsläufig den Eindruck, das diese Leute die Unterlagen entweder gar nicht lesen oder nur überfliegen.

Was mich aber immer wieder richtig ärgert, ist, das diese Leute einem Hoffnung machen, das sie einen passenden Job für einen haben oder zumindest eben so einen finden und man aber nie wieder etwas von ihnen hört.

Pessimismus vs Optimismus

Als Pessimist würde ich sagen

Ich habe während meiner Ausbildung und meines beruflichen Werdeganges die falschen Programmiersprache erlernt

Als Optimist würde ich sagen

Ich habe während meiner Ausbildung und meines beruflichen Werdeganges sehr spezielle Programmiersprachen erlernt, die nicht jeder beherrscht.

Das ändert zwar nichts an der Tatsache, das ich mir mit Bewerbungen die Finger wund schreibe, aber es macht die Sache wenigstens ein wenig erträglicher, wenn ich es vom Standpunkt des Optimisten sehe 😉

Unsachgemäßer Umgang mit Bewerbungsunterlagen

Ich weiss echt nicht, was davon halten soll.

Wenn man sich per Post auf eine Stelle bewirbt, darf man doch eigentlich erwarten, das der potentielle Arbeitgeber sorgsam mit den Bewerbungsunterlagen und besonders mit der Mappe, die oftmals das teuerste an der ganzen Bewerbung ist, umgeht. Zumindest dachte ich das bis heute. Ich wurde jedoch eines bessere belehrt, als ich den A4-Umschlag mit der nicht unerwarteten Absage geöffnet habe.

Die Mappe 1Kosten ca 3 Euro pro Stück ist vorsichtig gesagt ein Fall für Abfalltonne. Der Klemmverschluss ist abgebrochen und die Mappe in der Mitte eingerissen. Fast so, als ob es jemand entweder sehr eilig hatte oder Tomaten auf den Augen hatte und dem zufolge die Mappe mit Gewalt geöffnet hat. Über Kaffeeflecken auf dem Anschreiben oder Lebenslauf rege ich mich ja schon gar nicht mehr auf, aber das heute ist eindeutig zu viel des guten.

Es geht mir nicht so sehr um die 3 Euro für die Mappe. Das Geld habe ich noch so gerade selber übrig :mrgreen: Es geht mir eher ums Prinzip und das mit den Bewerbungsunterlagen anderer Leute sorgfältig umgegangen wird.

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1.Kosten ca 3 Euro pro Stück

Diese Gesellschaft kann mich langsam mal!

Langsam habe ich die Schnauze voll von dieser verlogenen Gesellschaft! Dieses Geschwafel von wegen „Chancengleichheit“ kann ich langsam nicht mehr hören! Das ist nämlich die reinste Lüge! „Chancengleichheit“ bedeutet nämlich nicht, das jeder die Chance auf eine faire Bezahlung hat, sondern, das alle (auf dem Papier) die gleiche Chance haben. Ein kleiner aber gemeiner Unterschied, der mich langsam mehr als ankotzt!

Ich habe meine Ausbildung zum Fachinformatiker zu einer Zeit gemacht, als der Schwierigkeitsgrad der Abschlussprüfung noch ein Lotterie-Spiel war. In einem Jahr war der Schwierigkeitsgrad sehr hoch, in nächsten Jahr hatte man eine 2 sicher, wenn man sich nicht total dämlich angestellt hat. Ich hatte das Los der schweren Abschlussprüfung gezogen.

Seit fast 5 Jahren arbeite ich jetzt für ein Gehalt, das im Bereich dessen liegt, was manch andere große Firma unmittelbar nach der Ausbildung zahlt. Und mit diesem Geld muss ich eine Familie ernähren! Jede Bewerbung die ich irgendwo hin schicke, bekomme ich binnen weniger Wochen zurück, zusammen mit einem scheinheiligen Standard-Schreiben, deren Text ich inzwischen schon fast auswendig kann und das ich darum auch nur noch überfliege.

Wenn man sich einmal die Stellenangebote anschaut, die im Internet stehen, dann bekommt man immer wieder den Eindruck, das nach Eierlegenende-Wollmilch-Säuen gesucht wird und man die ausgeschriebene Stelle nur bekommt, wenn man es schafft, die Anforderungen noch zu überbieten. Mir fällt jedes mal, wenn ich wieder einmal lese, das man z.B. gut in Java sein muss, ein Spruch eines Berufsschullehrers ein, der sinngemäß war:

Ihr lernt keine Programmiersprache sondern Programmieren

Und die ganze Verlogenheit an der Geschichte kann man auch gut daran fest machen, das es für einen Anwendungsentwickler, der den obrigen Satz beherzigt, relativ egal ist, mit welcher Sprache er programmiert. Sicher muss man sich erst einmal umstellen und einarbeiten. Aber das muss wohl jeder, der seinen Arbeitgeber wechselt. Aber mal ganz überspitzt gefragt: Warum sollte ich mir den Stress machen und mir zusätzlich zu meiner 40-Stunden Woche z.B. für 12 Monate einen Java-Fernlehrgang an Bein binden, wenn ich dieses Wissen auf absehbare Zeit gar nicht beruflich nutzen kann? Und selbst wenn ich die Fähigkeiten, die mir dieser Fernlehrgang gebracht hat, bei einer Bewerbung anbringen kann, kommt 100% sofort das Gegenargument der fehlenden Berufserfahrung. Aber wie soll ich denn Berufserfahrung sammeln, wenn mir niemand die Möglichkeit dazu gibt?

Das ist in meinen Augen schlicht und einfach verlogen und es kotzt mich langsam tierisch an!