Mieses Timing

Warum müssen Hardware-Defekte eigentlich immer so ein besch…eidenes Timing haben?

Samstag Nachmittag hatte ich auf einmal nur noch ein Standbild. Nix ging mehr. In der Hoffnung, das Notebook sei einfach nur ein wenig zu warm geworden, das Gerät ausgeschaltet und ein wenig gewartet, bis es sich vielleicht wieder abgekühlt hat. Doch das half leider auch nicht weiter. Anstatt meines Desktops bzw. des Start-Bildschirms bekam ich nur noch graue und weiße Rechtecke zu sehen, egal wie oft ich neu gestartet habe. Das hieß dann, den Rest des Wochenendes mit dem Smartphone ins Web gehen. Geht zwar auch, aber es gibt schöneres.

Am Montag dann mit dem Notebook auf zur Firma Regenspurger, in der Hoffnung, das ich wenigstens noch irgendwie an meine Daten komme. Die erste Diagnose war dann aber durchwachsen. Festplatte etc funktionieren anscheinend noch, aber das Kabel vom Mainboard zum Display hätte entweder nen Wackelkontakt oder wäre defekt.

Da die Reparatur mit mindestens 200 Euro zu buche geschlagen hätte, was sich bei einem 3 Jahre alten Notebook nicht mehr wirklich rentiert hätte und a der Service des Herstellers inzwischen aber recht grottig ist (ein Notebook eines anderen Kunden war vor ca 10 Wochen eingeschickt worden und bislang 0 Reaktion) habe ich dann schweren Herzens ein neues Notebook ohne Betriebssystem für 450 Euro gekauft.

Den Rest des Montag Abends habe ich dann damit verbracht, die Daten vom alten Notebook mit Zwischenstopp auf einer neuen Festplatte auf das neue Notebook zu kopieren und vorher auf dem neuen Notebook die 64bit Version von Fedora 16 zu installieren. Nachdem die Daten dann irgendwann einmal ihren Umzug vollendet hatten, habe ich noch einige Stunden damit zugebracht, das System nach meinen Vorlieben einzurichten. Für die paar Windows Programme, die ich für das Onlinebanking und die Steuererklärung benötige, habe ich mir heute dann eine Windows XP VM1 installiert. 😉

Jetzt hoffe ich mal, das ich nicht wieder in 3 Jahren den selben Spaß habe 😎

  1. Virtuelle Maschine []

Vorratsdatenspeicherung 2.0?

Laut diversen Medien (u.a. heise) hat Winfried Kretschmann, seines Zeichens grüner Ministerpräsident von Baden-Würtemberg, einen eigenen Vorschlag in die Diskussion um eine PKW-Maut präsentiert.

Gemäß dem Vorschlag von Herrn Kretschmann sollen alle PKW-Bewegungen satellitengestützt aufgezeichnet und zentral gespeichert werden. Anhand dieser Daten soll dann die zu entrichtende Maut berechnet werden.

So gut der Vorschlag im ersten Moment klingt, so schlecht ist er auf den zweiten Blick. Das, was Herr Kretschmann da vorschlägt ist im Grunde nichts anderes, als eine Art Vorratsdatenspeicherung für PKWs. Anhand der gespeicherten Daten kann man dann sehr einfach Bewegungsprofile erstellen oder auch nur herausfinden, wer wann wo war. Keine sehr schöne Vorstellung oder? 1984 und der gläserne Bürger lassen grüßen!

Und das solche Datenmengen alleine schon aufgrund ihrer Existenz gewissen Begehrlichkeiten bei Nachrichtendiensten und Ermittlungsbehörden wecken, muss wahrscheinlich auch nicht mehr erwähnt werden.

Aufstand der Wattestäbchen-Armee?

Seit einigen Wochen scheint es so, als wären die deutschen Datenschützer aus einer Art Letargie erwacht. So wird beispielsweise der Leiter des ULD nicht müde, deutsche Betreiber von Websites, die die Social-Plugins von Facebook und Co nutzen, zu verunsichern, indem er eben diesen mit Bußgeldern droht. So sehr man ihm in dem Punkt zustimmen muss, das diese Plugins alles andere als Datenschutzkonform sind, so falsch ist das gesamte Vorgehen an sich.

Wesentlich effektiver und nerven schonender wäre es, wenn man z.B. im Rahmen des EDV-Unterrichts in den Schulen den Menschen erklären und beibringen würde, wie sie z.B. Facebook so konfigurieren, das ihre persönlichen Daten möglichst gut geschützt sind und welche Daten sie am besten gar nicht erst bei Facebook hinterlegen.

Damit wäre auf lange Sicht mehr erreicht, als wenn man exemplarisch gegen einigen Firmen vorgeht und Bußgelder verhängt, welche diese Firmen wahrscheinlich aus der Porto-Kasse bezahlen. Man sollte nicht vergessen, das die deutschen Datenschützer letztendlich zahnlose Papiertiger sind und dass das politisch so gewollt ist.

Vorauseilender Gehorsam?

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung speichern die Mobilfunkanbieter E-Plus, Vodafone und T-Mobile viele Daten, die nicht zur Abrechnung benötigt werden, (sog. Verkehrsdaten) zwischen 1 und 6 Monaten quasi „auf Vorrat“.

Zu diesen Daten gehört unter anderem, wann man in welcher Mobilfunkzelle eingeloggt war und wie lange man von dort mit wem telefoniert hat. Auch wenn es in dem Bericht nicht erwähnt wird, würde ich davon ausgehen, das auch diverse Discounter, welche die Netze von D1, D2 oder E-Plus nutzen, von dieser Speicherpraxis ebenfalls betroffen sind. Einziger Lichtblick ist o2, welche den Großteil dieser Daten dem Bericht zu Folge bereits nach 7 Tagen löschen.

Man könnte fast geneigt sein, zu glauben, das diese Unternehmen in einer Art vorauseilendem Gehorsam handeln, für den Fall, das es die Betonköpfe der ehemaligen Volksparteien CDU und CSU schaffen, ihren feuchten Traum von der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen.

Auf jeden Fall sollte sich jeder, der Kunde bei Vodafone, T-Mobile oder E-Plus ist, gut überlegen, ob er weiterhin Kunde dort sein will oder ob er seinen Mobilfunkanbieter nicht lieber wechseln möchte.