Eltern sind Treuhänder ihrer Kinder!

In der momentanen Diskussion um das so genannte Beschneidungsurteil des Landgerichtes Köln und eine mögliche Legalisierung der religiös motivierten Beschneidung werden fast ausschließlich verfassungsrechtliche und medizinische Argumente gegen die Legalisierung ins Feld geführt.

Mir persönlich fehlt in der ganzen Diskussion jedoch ein Aspekt, der nicht minder wichtig ist: Nämlich der, das Eltern meiner Meinung nach die Rechte Ihrer Kinder nur treuhänderisch wahrnehmen, bis die Kinder volljährig sind.

Als Treuhänder sind sie somit verpflichtet, im Interesse des Kindes zu handeln, und das eine Beschneidung mit all ihren physischen und psychischen Folgen, die bereits hinlänglich bekannt und diskutiert sind, im Interesse des Kindes ist, darf doch wohl sehr stark bezweifelt werden.

Joachim Gauck – oder: der Geist, den Rot-Grün rief

Jetzt ist es offiziell: Die Regierungskoalition wird Joachim Gauck als Kandidaten für die Wahl zum elften Bundespräsidenten vorschlagen. Frau Merkel hat aus rein machtpolitischen Gründen dem Drängen der stark angeschlagenen und bereits mehrfach angezählten FDP nachgegeben. Die FDP hat mal wieder ihr derzeit stärkstes und gleichzeitig einziges Druckmittel ausgespielt, in der Hoffnung, sich durch dieses Manöver wieder ein wenig profilieren zu können: die Drohung mit dem Ende der Koalition und vorzeitigen Neuwahlen.

Obwohl eigentlich jedem klar sein dürfte, das die FDP wegen eines Bundespräsidentenkandidaten wohl kaum die beidseitige Schicksalsgemeinschaft „Schwarz-Gelb“ beendet und damit ihren eigenen Untergang besiegelt hätte, war das Risiko für Frau Merkel anscheinend zu groß, es darauf ankommen zu lassen. Immerhin wäre ihre Wiederwahl im Moment alles andere als sicher. Und wer weiss schon, ob die FDP dieses mal nicht vielleicht doch ernst gemacht hätte.

Aber auch für Rot-Grün ist der Kandidat Joachim Gauck ein Schlag ins Kontor. War doch der primäre Grund für Gaucks Nominierung als Gegenkandidat zu Christian Wulff der, die Einheit der Regierungskoalition zu testen und einen Keil in die Reihen von Schwarz-Gelb zu treiben, was letztendlich auch gelungen ist. Immerhin brauchte es 3 Wahlgänge, um Christian Wulff als Bundespräsidenten zu installieren. Zumindest die linken Flügel bei SPD und Grünen dürften mit Gauck so ihre Probleme haben. Hat er doch mindestens einmal deutlich gemacht, das er aufgrund seiner Ideologischen Ansichten besser zu Schwarz-Gelb als zu Rot-Grün passt. Nein, für die linke Flügel von Rot-Grün dürfte Gauck eher so etwas sein, wie „der Geist, den wir riefen“.

SPD und Grünen wird jedoch nichts anderes übrig bleiben, als Joachim Gauck trotz aller eventuellen Widerstände in den eigenen Reihen zum Bundespräsidenten zu wählen. Ansonsten müssten Sie erklären, warum sie ihn einerseits vor knapp 2 Jahren selber nominiert haben, ihn andererseits dieses mal nicht (mehr) wählen wollen. Ohne dabei das eigene Gesicht zu verlieren, dürfte so eine Erklärung weder für die SPD noch für die Grünen machbar sein.

Letztendlich muss man Angela Merkel und Philipp Rösler zugestehen, das die Nominierung von Joachim Gauck ein cleveres Manöver ist und das sie Rot-Grün dadurch mit den sprichwörtlich herunter gelassenen Hosen erwischt haben. Ob sich aus diesem Manöver letztendlich auch bei der nächsten Bundestagswahl in irgendeiner Art und Weise Kapital für Schwarz-Gelb schlagen lässt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. Es darf zumindest für die FDP jedoch stark bezweifelt werden.

Kindergarten 2.0?

Auf Facebook scheinen im Moment Fotomontagen, auf denen die vermutliche Haftstrafe von Kim Schmitz mit Urteilen von angeblichen Mördern oder Kinderschändern verglichen werden, der letzte Schrei zu sein. Dirk Banarek hat sich auf Google+ dazu ausgelassen, und sehr anschaulich erklärt, warum diese Fotomontagen in den (virtuellen) Papierkorb gehören.

Bedauerlicherweise mutiert Facebook anscheinend immer mehr zu einer Art Kindergarten 2.0 oder vielleicht liegt es auch an dem Thema, das man auf folgenden Kommentar, den man zu eben so einer Fotomontage, welche von einer virtuellen Freundin gepostet wurde eine Antwort von einem anderen Diskussionsteilnehmer bekommt, die sich auf einem Niveau bewegt, das ich freundlich formuliert als unterirdisch bezeichnen würde.

Mein Kommentar:

könnt Ihr bitte aufhören, diesen unsäglichen Mist weiter zu posten?! Das ist einfach nur billigste Demagogie und mehr nicht.

Einen Kommentar später habe ich noch den Link auf den oben verlinkten Beitrag auf Google+ nachgereicht. Als Antwort kam dann folgendes:

auch wenn das Bild ein Fake ist, ist es die Wahrheit. Einmal einen Menschen misshandelt – WEG !! SO aus basta… was soll der scheiss mit dem dämlichen „er ist krank, unzurechnungsfähig, hatte ne schwierige Kindheit“, scheiss auf den psychokram. der Täter ist ein TÄTER und warum eigentlich wird immer über den TÄTER gesprochen???? Weg mit ihm und kein wort mehr..um das Opfer muss man sich kümmern!!! SCHEISS SYSTEM !!!!!

Sorry, aber wenn ich so einen Müll als Antwort bekomme, disqualifiziert sich der Schreiber für mich von alleine für jede weitere Diskussion, weil das eh Zeitverschwendung wäre und man letztendlich genau so gut mit einer Wand diskutieren könnte.

In solchen Momenten bin ich irgendwie froh, das ich noch nen Account bei Google+ habe. Dort kann man wenigstens noch sachlich diskutieren.

Machen Social-Media-Buttons die Diskussionskultur kaputt?

Ich weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich so durch diverse Blog surfe, habe ich den Eindruck, das die Leute immer weniger kommentieren, seit es den „Like“ Button von Facebook bzw. sein „+1“ Pendant von Google+ gibt.

Das ist jedoch irgendwo auch schade, da man sich als Blogger ja gerade darüber freut, wenn die Leser ihr Feedback als Kommentar posten und nicht nur auf „gefällt mir“ klicken und dann zur nächsten Seite verschwinden. Blogs leben davon, das sie gelesen werden und das die Besucher sich durch Kommentare an den Diskussionen beteiligen, indem sie sowohl positives als auch negatives Feedback posten. Wie soll man sich als Blogger verbessern und weiterentwickeln können, wenn man von seinen Lesern kein brauchbares Feedback in Form von Kommentaren bekommt?

Sicher ist es nervig, wenn man sich bei vielen Seiten erst registrieren muss, nur um einen Kommentar schreiben zu können. Ich will auch nicht wirklich wissen, wie viele Karteileichen sich bei diesen Seiten so tummeln. Zum Glück ist es aber bei den meisten Blogs so, das man sich eben nicht registrieren muss, um einen Kommentar schreiben zu können, sonder höchstens ein Capche oder eine Mathe-Aufgabe lösen muss.

Aus diesem Grund habe ich auf meinen Blogs heute die Social-Media-Buttons entfernt, um die Besucher wieder dazu anzuregen, Kommentare zu schreiben, anstatt „gefällt mir“ zu klicken. Es wäre schön, wenn sich andere Blogger dieser Aktion anschließen würden.

Vorratsdatenspeicherung 2.0?

Laut diversen Medien (u.a. heise) hat Winfried Kretschmann, seines Zeichens grüner Ministerpräsident von Baden-Würtemberg, einen eigenen Vorschlag in die Diskussion um eine PKW-Maut präsentiert.

Gemäß dem Vorschlag von Herrn Kretschmann sollen alle PKW-Bewegungen satellitengestützt aufgezeichnet und zentral gespeichert werden. Anhand dieser Daten soll dann die zu entrichtende Maut berechnet werden.

So gut der Vorschlag im ersten Moment klingt, so schlecht ist er auf den zweiten Blick. Das, was Herr Kretschmann da vorschlägt ist im Grunde nichts anderes, als eine Art Vorratsdatenspeicherung für PKWs. Anhand der gespeicherten Daten kann man dann sehr einfach Bewegungsprofile erstellen oder auch nur herausfinden, wer wann wo war. Keine sehr schöne Vorstellung oder? 1984 und der gläserne Bürger lassen grüßen!

Und das solche Datenmengen alleine schon aufgrund ihrer Existenz gewissen Begehrlichkeiten bei Nachrichtendiensten und Ermittlungsbehörden wecken, muss wahrscheinlich auch nicht mehr erwähnt werden.

Ist Die Linke manchmal die bessere SPD?

Die Partei „Die Linke“ wird von den Konservativen und Neoliberalen dieses Landes gerne als SED oder Kommunisten beschimpft und diffamiert. Unglücklicherweise springen die Führungskräfte der SPD gerne auf diesen Zug auf und lassen sich so von Konservativen und Neoliberalen von den Karren spannen.

Natürlich ist das, was so manches Parteimitglied der Linken gerne mal von sich gibt, völlig indiskutabel und bedarf keiner weiteren Diskussion. Aber man darf nicht vergessen, das in den Reihen der Linken viele Menschen sind, die früher in der SPD Mitglied waren und die durch den neoliberalen Basta-Kurs von Gerhard Schröder1 und seiner Rot-Grünen Koalition vor den Kopf gestoßen wurden und deshalb die Partei verlassen haben. Viele Leute, die früher in der SPD waren und heute in der Linken sind, sind wahrscheinlich nur aus einem Grund gewechselt:

Sie wollen keinen neoliberalen Turbokapitalismus, wie er heute herrscht, in dem der Großteil der Bevölkerung immer ärmer, oder zumindest nicht reicher wird, während eine Hand voll Menschen immer reicher wird, ohne oft überhaupt etwas dafür tun zu müssen. Die „kleinen Leute“, sprich Arbeitslose, Arbeiter und einfache Angestellte wollen auch nicht von den Parteien „abgeholt“ werden, sie wollen auch den Neoliberalismus nicht erklärt bekommen, weil sie ihn schon längst verstanden und durchschaut haben.

Sie wollen ihren Sozialstaat aus den 70er und 80er Jahren zurück, der sich noch um seine Bürger gekümmert hat und sie nicht immer mehr sich selbst überlässt, wie er es heutzutage tut. Sie wollen keinen Staat, der Schulen, Kindergärten und Infrastruktur verfallen lässt, um die Steuergeschenke für Reiche und Superreiche finanzieren zu können.

Und weil die Linke diese Forderungen – ob ernst gemeint oder nicht – immer wieder aufs neue äußert und die SPD diese immer öfter nur übernimmt, ist die Linke für viele sozialdemokratisch gesinnte Menschen die bessere SPD, weil sie diese Forderungen zuerst aufgestellt hat.

  1. den man auch gerne als ersten FDP-Kanzler Deutschland bezeichnen darf []

Phrasenschwein

Vielleicht kommt es nur mir so vor, aber wenn Politiker vor ein Mikrophon/eine Fernsehkamera treten, mutieren sie sehr oft zu Phrasendreschern, die sich ihre heiße Luft auch sparen könnten, weil sie eh nichts neues von sich geben.

Besonders schlimm wird es, sobald mehrere Politiker an einer Diskussionsrunde teilnehmen. Da erlebt man dann sehr oft eine Art kollektives Phrasendreschen (quasi Phrasendreschern 2.0) 🙂

Aber wo wäre das Problem, bei politischen Diskussionsrunden ein Phrasenschwein aufzustellen, in welches der Phrasendrescher für jede Phrase 5 oder 10 Euro stecken „darf“. Dem Niveau so mancher Diskussionsrunde würde so ein Phrasenschwein sicher zuträglich sein 😉