Benzinpreis zu Ostern

Im Moment bewegt sich der Benzinpreis für SuperPlus relativ konstant bei ca 1,70€/Liter. Das mit diesem Preis das E10-Benzin zu einem gewissen Grad mit subventioniert wird, dürfte inzwischen wohl auch der letzte kapiert haben 😉

Ich bin inzwischen nur noch gespannt, ob es die Öl-Konzerne wagen, den Benzinpreis bis Ostern über die Marke von 1,80€/Liter zu treiben oder ob sich der Benzinpreis vorher wieder normalisiert und sich wieder in realistische Regionen bewegt.

Das die Konzerne besonders zu Ferienbeginn und -ende den Preis nach oben treiben, um vom Ferienverkehr zu profitieren, ist inzwischen ja auch ein offenes Geheimnis und wer allen ernstes versucht, das Gegenteil zu behaupten, ist sehr mutig 😉

pure Verzweifelung?

Ist das die pure Verzweiflung angesichts des drohenden Scheiterns von E10-Krafstoff, die unseren Bundesumwelt Minister dazu bewegt hat, all jene, die Super Plus anstatt E10 tanken, als Unterstützer von Gaddafi zu diffamieren?

http://twitter.com/#!/dasgesetzbinich/status/45234286785343488

Dem Herrn Minister scheint dabei entfallen zu sein, das es auch Menschen gibt, die kein E10 tanken können, weil es der Motor nicht überleben würde 👿

Aber in Deutschland verdienen wir ja dank Mindestlohn und gerechtem Steuersystem alle genug, um uns spätestens alle 3 Jahre ein neues Auto kaufen zu können 1Vorsicht: Ironie 😎

Fußnoten[+]

Benzingipfel

Die Bundesregierung hat heute den so genannten „Benzingipfel“ veranstaltet, um ihre Totgeburt E10 noch zu retten. Was dabei am Ende herauskommen würde, dürfte wohl jedem von Anfang an klar gewesen sein: es wird am E10 festgehalten und der Verbraucher soll jetzt noch mehr mit Propaganda weich gekocht werden, um diese Plörre zu tanken.

Daran sieht man einmal mehr sehr deutlich, das die Politik teilweise den Kontakt zu den Wählern vollends verloren hat. Ansonsten hätte sie nicht plump behauptet, die Verbraucher seinen nur verunsichert und müssten besser informiert werden. Sie würde dann nämlich wissen, das viele Verbraucher sehr wohl informiert sind und E10 einfach nicht wollen, obwohl ihr Auto den Kraftstoff angeblich verträgt, weil für sie die Nachteile einfach zu sehr überwiegen. Daran wird auch keine Pro-E10-Propaganda etwas ändern, das durch die Produktion von Bioethanol zwangsläufig die Preise für Lebensmittel steigen und die Zahl der Hungersnöte speziell in Entwicklungsländern steigt. Das E10-Kraftstoff weniger Motorleistung bei einem erhöhten Verbrauch bedeutet, ist da schon fast zu vernachlässigen.

Anstatt also noch mehr Steuergelder für einen Gipfel, dessen Ergebnis auch ohne paranormale Fähigkeiten vorhersehbar war, zu verschleudern, hätte man besser die Reißleine ziehen und die Einführung von E10 zugunsten der Förderung alternativer Konzepte stoppen sollen. Das wäre mal verantwortungsvolle Umweltpolitik gewesen!

E10 und die Politik

Falls man sich noch immer wundert, warum die Politik den E10 Kraftstoff so hartnäckig verteidigt, sollte man folgendes nicht vergessen:

  1. Die Dienstwagen von Politikern sind in der Regel mit Dieselmotoren bestückt. Da Politiker oft und viel unterwegs sind, haben sich die Mehrkosten in der Anschaffung sehr schnell durch den Preisvorteil an der Zapfsäule amortisiert.
  2. Die gesamte Regierung wird aus Steuermitteln finanziert. Das bedeute auch, das ein Minister die Tankrechnungen für dienstliche Fahrten nicht selber bezahlen muss. Das tut letztendlich der Steuerzahler. Und wie einfach man privates und dienstliches verbinden kann, hat Ulla Schmidt sehr gut in ihrem letzten Spanien-Urlaub als Gesundheitsministerin vorgemacht.

Ich wette, das die Herren Minister auch nur dann mit gutem Vorbild vorangehen und E10 tanken (lassen), wenn die Medien in der Nähe sind. Ansonsten werden die Fahrzeuge der Ministerien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit SuperPlus bzw. normalem Diesel betankt. Es würde ja auch etwas peinlich sein, wenn der Dienstwagen von Herrn Brüderle oder Herrn Röttgen auf der A1 mit einem Motorschaden liegenbleiben würde, weil der E10 Kraftstoff vielleicht doch nicht so ungefährlich ist :mrgreen:

Nein, das Privileg des Motorschadens bleibt wahrscheinlich dem Steuern zahlendem Stimmvieh vorbehalten 👿

Streit um E10

Die Tagesschau berichtet (>>klick), das es im Moment wegen des Boykotts der Verbraucher gegen E10-Benzin zwischen Politik und Mineralöl-Konzernen ordentlich knirscht und sich beide gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. :mrgreen:

Das die Verbraucher E10 boykottieren hat weniger mit fehlender Information oder gar Verunsicherung zu tun, wie Industrie und Politik behaupten. Ich denke eher, das sich die Leute nicht von der Politik vorschreiben lassen wollen, welches Benzin sie zu tanken haben. Zumal sie keine Vorteile für sich in dem E10 Benzin sehen: Ihr Fahrzeug hat weniger Leistung, einen höheren Verbrauch und ob die Motoren E10 auch langfristig 1über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten vertragen scheint auch noch niemand wirklich zu wissen. Der einzige, der definitiv vom E10 profitiert, ist der Fiskus, der sich über höhere Einnahmen aus der Mineralölsteuer freut, weil die Leute öfter tanken müssen 👿

Das jetzt die ersten Politiker aus dem EU-Parlament scheinheilig die Abschaffung von E10 fordern ist in meinen Augen einfach nur unglaubwürdig und verlogen. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die EU erlässt eine Richtlinie, mit der die Mitgliedsstaaten gezwungen werden, E10 Kraftstoff einzuführen. Aber anstatt treudoof das E10 in die Tanks ihrer Autos zu kippen tankt das Stimmvieh einfach weiterhin E5 Super oder Super+ und den Raffinerien laufen die Tanks mit E10 über 😎

Hätte man auf diese Richtlinie verzichtet, hätte man sich wahrscheinlich eine Menge Zeit, Geld und Nerven gespart 😉

Fußnoten[+]

Kein Versuchskaninchen!

Heute wäre es fast passiert: Um ein Haar hätte ich diesen blöden E10 Sprit getankt. Blöder weise ist an meine Stamm-Tanke mein Stamm-Zapfpistole die, aus der jetzt die E10 Plörre kommt 👿 Aber halb so schlimm, ich habe es ja noch rechtzeitig bemerkt 😎

Was mich heute ein wenig stutzig gemacht hat, ist die Tatsache, das Super und Super+ nur noch einen Cent auseinander sind. Sonst waren das doch immer mindestens 5 Cent/Liter 😯 Die werden doch nicht auch noch den Super-Sprit für diese Pseudo-Bio-Plörre opfern? 😈

Ich für meinen Teil bleibe bei meiner Meinung zu E10: Mein Auto ist kein Versuchskaninchen für irgendwelche Öko-Fanatiker und ihre Milchmädchenrechnungen. Von wegen CO² Reduktion: das was die Autos weniger an CO² ausstoßen, wird doch garantiert durch die erhöhte Produktion egalisiert und am Ende ist die ganze Sache wahrscheinlich sogar noch umweltschädlicher als E5 Benzin 😉

Und obendrein will nicht mit daran Schuld sein, wenn in anderen Ländern kleine Kinder hungern müssen, weil ihre Familien den Mais oder Weizen wegen der E10 Plörre nicht mehr bezahlen können 👿

Regressfrage zu E10-Kraftstoff [Update]

Folgende Frage muss auch mal gestellt werden:

Sehr geehrte Damen und Herren,
zugegebenermaßen ist meine Frage zwar momentan sehr theoretisch, jedoch nicht minder wichtig:

Zur Zeit wird flächendeckend der so genannte E10-Kraftstoff an den Tankstellen eingeführt. Dieser Treibstoff ist bekanntermaßen politisch gewollt und man wird durch die Preisgestaltung der Mineralölkonzerne mehr oder weniger genötigt, E10-Kraftstoff zu tanken, sofern das eigene Fahrzeug diesen „verträgt“.

Mich würde jetzt interessieren, wen man in Regress nehmen kann, wenn es trotz Freigabe des jeweiligen Fahrzeugherstellers zu Schäden am Motor bzw. Kraftstoffsystem kommt, die zweifelsfrei auf den E10-Kraftstoff zurückzuführen sind?

In diesem Fall war der „Empfänger“ der Frage das Bundesministerium für Justiz und der ADAC. Ich befürchte zwar irgendwie, das die Antwort auf „persönliches Pech“ hinauslaufen wird, aber dann will ich es wenigstens schwarz auf weiß haben 👿

Update 28.02.2011:

Der Leserservice des ADAC findet die Frage so interessant, das man sie an die juristische Zentrale zwecks fachlicher Beantwortung weitergeleitet hat. Mit ein wenig Glück werden Frage und Antwort sogar in einer zukünftigen Ausgabe der Motowelt veröffentlicht 🙂

Update 01.03.2011:

Das ging aber fix 🙂 Die Antwort der ADAC Juristen kam heute:

Sollte ein Schaden am Kraftfahrzeug eintreten, obwohl der Hersteller eine Freigabe für E10 erteilt hat, kommt eine Haftung wegen Verletzung seiner Instruktionspflicht im Rahmen der Produkthaftung in Betracht. Den Fahrzeugeigentümer trifft jedoch die Beweispflicht, dass der Schaden durch die Betankung mit E10-Kraftstoff verursacht wurde. Sollte dies nicht eindeutig geklärt werden können, gilt der Nachweis als nicht geführt. Der Schaden muss daher nicht nur nachweislich durch Bioethanol hervorgerufen worden sein, sondern gerade durch den erhöhten Biokraftstoffanteil in E10. Der Nachweis gilt ferner als nicht geführt, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass für den Schadeneintritt auch andere Ursachen verantwortlich sein können.

Und seien wir ehrlich: Der Beweis dürfte wohl sehr schwer zu führen sein 🙁