[Rant] Höher, schneller, weiter – bis die Gesundheit völlig im Eimer ist

Manchmal könnte man meinen, diese Gesellschaft ist mit ihrem permanenten höher, schneller, weiter auf einer Art Selbstzerstörungstripp. Warum müssen wir uns permanent selber und möglichst noch alle anderen überbieten? Das ist doch auf Dauer nicht gesund.

Ich erinnere mich da gerne an meine Jugend zurück. Schlaganfälle und Herzinfarkte waren mit einigen Ausnahmen überwiegend der Generation 60+ vorbehalten, das Burn-Out-Syndrom gab es noch nicht – und wir hatten trotzdem genug Geld zum Leben und das Abendland ist auch nicht untergegangen.

Man könnte auch ganz Provokant fragen, was einem das ganze Geld, das man sich in den ganzen Überstunden hart erarbeitet hat nützt, oder was die eigene Familie davon hat, wenn einem der Herzinfarkt oder Schlaganfall den Boden unter den Füßen wegzieht und man im schlimmsten Fall entweder tot oder ein Pflegefall ist? Vermutlich nicht sehr viel.

Eine Gesellschaft, in der man sich über beruflichen Erfolg oder das Vermögen auf dem Bankkonto definiert, ist in meinen Augen auf Dauer zum Scheitern verurteilt, weil weder beruflicher Erfolg noch Vermögen es wert sind, dafür die eigene Gesundheit oder sogar das eigene Leben aufs Spiel zu setzen.

Können wir uns stattdessen nicht einfach darüber definieren, was wir privat erreicht haben? Darüber, das wir eine Familie gegründet oder ein Haus gebaut haben? Darüber, das unsere Kinder keine kleinen Monster sind, sondern gut erzogene Menschen? Darüber, das man regelmäßig Sport treibt oder, das man  schon einmal einen (Halb)Maraton erfolgreich absolviert hat?

Einfach mal in Ruhe bei einem Bier oder Glas Wein drüber nachdenken 😉

Liebe Mitmenschen, liebe Medien

Es ist absolut löblich und aller Ehren wert, das Ihr Euch so engagiert für die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland fliehenden Menschen einsetzt und der rechten Hetze sachlich und mit fundierten Argumenten begegnet.

Ich hätte da aber trotzdem mal eine Bitte: könntet Ihr Euch bitte auch in dem selben Maße für die Menschen engagieren, die unverschuldet in die Fänge des HarzIV-Regiemes geraten sind?

Wer sich mal auch nur ein wenig mit diesem Thema beschäftigt, merkt eigentlich ganz schnell, dass das System „HarzIV“ reine Menschenverachtung ist und eigentlich sofort abgeschafft gehört, da es nichts in einem Sozialstaat zu suchen hat.

Beispiel: Dank der hiesigen SPD (wofür steht das „S“ nochmal?) gelten in der Stadt Coburg für eine 4-köpfige Familie 90m² und 506 EUR Warmmiete als angemessen. Letzteres ist, wenn man mal einen kurzen Blick auf den hiesigen Immobilienmarkt wirft, blanker Hohn! Für das Geld bekommt man mit viel Glück vielleicht eine kleine, nicht renovierte 3-Zimmer Wohnung irgendwo am Stadtrand, aber nie und nimmer eine Wohnung mit 90m².

Wenn man jetzt auch noch davon ausgeht, das der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Coburg bei etwa 6,40 EUR/m² liegt, dann würde schon die Kaltmiete für eine als angemessen geltende 90m² Wohnung 70 EUR über dem Betrag liegen, den ein ALG2-Empfänger vom JobCenter für die Miete überwiesen bekommt. Diese 70 EUR müssten dann im Zweifelsfall von der Grundsicherung abgezweigt – und somit zweckentfremdet – werden, wenn man keine Lust auf Mietschulden hat.

Daher nochmals meine Bitte: Bitte engagiert Euch neben den Flüchtlingen auch für diese Menschen, da man ansonsten den Eindruck bekommt, das Euch Flüchtlinge wichtiger sind, als HarzIV-Empfänger. Denn genau DAS wäre zusätzliches Wasser auf die Mühlen von AfD, PEGIDA und der ganzen anderen rechten Flachzangen – und das wollen wir doch alle nicht wirklich, oder? ODER? 😉

Unseriös, unprofessionell und respektlos

Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, dem es so geht, aber wenn ich mich bei einem Unternehmen bewerbe, dann erwarte ich, das man mir zuerst einmal den Eingang meiner Bewerbung bestätigt und mir entweder zeitnah absagt oder mich zum Vorstellungsgespräch einlädt.

Leider haben es anscheinend immer weniger Unternehmen nötig, sich diesen Aufwand zu leisten. Empfangsbestätigungen und zeitnahe Rückmeldungen bekommt man meiner Erfahrung nach – wenn überhaupt –  fast nur noch von größeren Unternehmen. Aber wo ist das Problem? Zur Not wird dazu der Auszubildende im 1. Lehrjahr oder ein Praktikant rekrutiert und entsprechend instruiert. Damals, als man seine Bewerbung noch auf Papier und per Post verschickt hat, ging das mit den Empfangsbestätigungen doch auch?!?

Zumal Unternehmen, die nicht auf Bewerbungen reagieren, einen unprofessionellen und unseriösen Eindruck hinterlassen. Von dem anscheinend nicht vorhandenen Respekt gegenüber dem Bewerber ganz zu schweigen. Ein allgemeines Massenmailing a la

Sehr geehrter Bewerber, vielen Dank für Ihr Interesse … Wir werden Ihre Unterlagen prüfen und uns zeitnah bei Ihnen melden. …

würde schon völlig reichen, damit man sich als Bewerber respektiert fühlt und das Unternehmen sich nicht sofort durch unprofessionelles Verhalten als unseriös disqualifiziert.

Richtig unprofessionell wirken aber Unternehmen, die entweder gar nicht auf (schriftliche) Rückfragen reagieren oder einem dann nur lapidar mitteilen, das die Stelle zwischenzeitlich besetzt wurde. Ja Danke für gar nichts! Da fühlt man sich dann ja als Bewerber mal so richtig vera***t und wahrscheinlich kann man froh sein, das es mit der Bewerbung nicht geklappt hat. Wer weiß, wie solche Unternehmen ihre Angestellten behandeln, wenn sie schon so unprofessionell und respektlos mit Bewerbern umgehen?!?

Wiederholt sich 9/11?

Irgendwie habe ich im Moment den Eindruck, das sich die Geschichte diesmal sehr schnell wiederholt: Die schrecklichen Anschläge von Paris und keine 48 Stunden danach wird nach schärferen Gesetzen gerufen und Kriegsrhetorik benutzt. Frankreich sei im Krieg. Gegen den DAESH (arabisches Akronym für ISIS) und all jene, die Frankreich von innen zerstören wollen. Grenzen werden geschlossen, der Ausnahmezustand wird verhängt und damit Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Gestern wurden dann noch quasi als Vergeltung DAESH-Stellungen in Syrien massiv bombardiert.

Irgendwie hab ich im Moment das Gefühl, das wir das alles schon einmal hatten: Nach dem, was wir alle nur noch als „9/11“ kennen: Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon. Auch danach wurden Gesetze verschärft, Bürgerrechte eingeschränkt und mit Afghanistan ein souveräner Staat ohne ein UN-Mandat von den USA und einigen Verbündeten angegriffen, was dazu geführt hat, das die gesamte Region weiter destabilisiert wurde.

Die Parallelen sind erschreckend und es ist zu befürchten, das es auch dieses mal zum Schluss wieder heißen wird „außer Spesen nichts gewesen“ …

Das mit der Erziehung

Erziehung ist die Kunst der Eltern, die freie Entwicklung ihrer Kinder innerhalb gesellschaftlicher und juristischer Normen zu lenken, ohne sie dabei zu brechen oder ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen.

Telefonieren früher und heute

Die @wako hat mich heute mit folgendem Post ein wenig zum Nachdenken gebracht, wie das mit dem Telefonieren früher, als es noch keine Handys gab war und wie es heute ist:

Interessanter Gedanke: Warum gab es früher abgeschlossene Telefonzellen? Weil man nicht wollte, dass andere mithören.

Und ja, sie hat irgendwie Recht. Früher war man irgendwie mehr bemüht, das beim Telefonieren möglichst niemand mithört, den das Gespräch nichts angeht. Entweder, indem man z.B. zuhause sämtliche Zimmertüren im direkten Umkreis des Telefons geschlossen und mit gesetzter Stimme gesprochen oder das (schnurlose) Telefon in ein anderes Zimmer mitgenommen hat.

Heute hingegen telefonieren viele Menschen selbst in aller Öffentlichkeit (z.B im Bus oder der Bahn) so laut, als wären sie völlig alleine, obwohl es um sie herum von Menschen nur so wimmelt. Manche haben zu allem Überfluss ihr Mobiltelefon auch noch so laut gestellt, das man ohne größere Probleme auch das, was der Gesprächspartner sagt, mithören kann. Wer braucht da noch Geheimdienste??

Ich bin mir jetzt auch nicht wirklich sicher, ob das ganz allgemein eine Art Kulturwandel beim Telefonieren oder „nur“ der Irrglaube, die Mitmenschen würden sich für das eigene Telefonat nicht interessieren und könnten mit den mitgehörten Gesprächsfetzen ja eh nichts anfangen, ist.

Wirklich besser macht die Situation jedenfalls keine der beiden Optionen …

Tax Freedom Day Bullshit

Der österreichische Journalist Armin Wolf (ZiB2, ORF) hat heute mit 4 Tweets klar und verständlich erklärt, warum der alljährlich propagierte Tax Freedom Day, also der Tag, ab dem man nach Abzug aller Abgaben nicht mehr für die Steuern, sondern für das eigene Konto arbeitet, mehr oder wenig Blödsinn ist.

Sein Hauptkritikpunkt ist, dass das Datum des Tax Freedom Days im Grunde künstlich nach hinten geschoben wird, indem man die Abgabenquote durch einen simplen Rechentrick künstlich nach oben treibt: „Tax Freedom Day Bullshit“ weiterlesen