Die Coburg-App – ein Fall für die Tonne

Coburg will hipp sein und so gibt es seit einiger Zeit schon eine Coburg-App, mit der z.B. Touristen schnell herausfinden können sollen, was in Coburg Event-mäßig so los ist. Die Idee war sicher gut, aber die Umsetzung wurde wie so oft bei solchen Unternehmungen meiner Meinung nach ordentlich versemmelt, um es höflich zu formulieren.

Das fängt schon mit dem Userinterface an, das ich persönlich hässlich wie die Nacht und total altbacken finde. Solche UIs hat man vielleicht zu Zeiten von Android 2.x gebaut, aber nicht mehr im Jahr 2016! Wie heißt es so schön: 2010 hat angerufen und will sein (Android-)Userinterface zurück! Das sich das Userinterface der Android-Version nicht an die Material-Design-Regeln von Google hält und die App deshalb wie ein Fremdkörper wirkt, ist da schon fast nebensächlich. Ebenso wie der Umstand, das sich hinter vielen Punkten der App lediglich Verweise auf Webseiten befinden, die dann in der App geöffnet werden.

Als Fazit kann man festhalten, das die aktuelle Coburg-App ein gutes Beispiel dafür ist, wie man eine Stadt-App nicht umsetzen sollte, wenn man sich nicht vollends damit blamieren möchte. Auch die Bewertung im Google Play-Store mit 3,5 Sternen und die letzten Kommentare sprechen schon fast für sich und gegen die App.

Weg mit den ganzen Wetter-Apps!

Ich habe inzwischen sämtliche Wetter-Apps von meinem Smartphone gelöscht.

  1. Verbrauchen Sie eine Menge (unnötigen) Traffic – der Rekord auf meinem Smartphone lag bei 18 MB in wenigen Tagen.
  2. Die meisten dieser Apps sind mit mehr oder weniger nerviger Werbung „dekoriert“.
  3. Wer Google Now nutzt, bekommt automatisch das aktuelle Wetter für seinen aktuellen Standort angezeigt.

Und mit der Vorhersage daneben liegen kann Google mindestens genau so gut, wie alle anderen Wetter-Apps 😉

Auf dem Desktop funktioniert das mit der Wettervorhersage von Google auch ganz easy: Einfach nach „Wetter ORT“ suchen, wobei ORT der Ort ist, für den Ihr die Vorhersage haben wollt. Für die Wettervorhersage für Coburg sucht man bei Google folglich nach „Wetter Coburg„.

Wenn man von etwas keine Ahnung hat

sollte man besser die Schnauze halten! Besonders, wenn man, wie unser Bundesjustizminister, ein öffentliches Amt bekleidet!

Selbiger wird heute von diversen Medien unter anderem mit den Worten

„Es kann nicht sein, dass Internet-Giganten ihre Marktmacht missbrauchen, um sich auf Kosten deutscher Verlage zu bereichern. Das ist nicht gerecht, das ist nicht fair“

zitiert. Von sich gegeben hat er diese Logorrhoe auf einer Tagung von Lokalzeitungsverlegern in Berlin.

So und jetzt mal ein kurzer Realitätsabgleich:

  1. Google im allgemeinen und Google News im speziellen finanzieren sich ausschließlich über Werbung.
  2. Die Verlage profitieren bereits davon, bei Google News gelistet zu sein, indem ein nicht unerheblicher Teil ihres Traffics über Google zustande kommt.
  3. Wenn die deutschen Verlage zu inkompetent unfähig sind, den von Google generierten Traffic ordentlich zu monetarisieren, ist das nicht die Schuld von Google!

Das was die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht vorhaben, und wo Google vernünftigerweise nicht mitspielen will, ist in etwa so, als wenn man ein Taxi sowohl für Fahrt zum Kunden, als auch für die eigentliche Fahrt zum Zielort bezahlen soll.

Wer ist hier also unfair geldgierig, Herr Minister? Bestimmt nicht Google! Zumindest in diesem Fall.

Und wer ist so inkompetent dämlich, sich für dieses schäbige Manöver vor den Karren der Verleger spannen zu lassen??

Den Geburtstags-Kalender von Google in Lightning einbinden

Wer in Lightning den von Google angebotenen Kalender Geburts- und Jahrestage meiner Kontakte einbinden möchte, steht im ersten Moment vor einem Problem: Google bietet für diesen Kalender keine XML-, sondern nur eine HTML-Datei an.

Glücklicherweise sind die URLs der Kalender XML-Dateien immer nach dem selben Schema aufgebaut:

https://www.google.com/calendar/feeds/[ID]/public/basic

Wenn man jetzt diese URL nimmt und die ID durch de.german%23contacts%40group.v.calendar.google.com ersetzt, kann man auch den Geburtstags-Kalender, nach der obligatorischen Abfrage der Google-Zugangsdaten, in Lightning einbinden.

Und für ganz schreibfaule:

https://www.google.com/calendar/feeds/de.german%23contacts%40group.v.calendar.google.com/public/basic

Suchmaschine der Firefox Startseite ändern

Die Firefox Startseite about:home benutzt standardmäßig Google als Suchmaschine. Um das zu ändern, muss man ein wenig tiefer graben, aber es geht. Nachfolgend wir an Beispiel von DuckDuckGo gezeigt, wie vorzugehen ist.

Zuerst einmal besorgen wir uns die DuckDuckGo Suche für den Firefox und den SQLite Manager aus dem Add-Ons-Repository von Mozilla. Nach dem obligatorischen Neustart geht es ans Eingemachte.

Zuerst öffnen wir den SQLtie Manager, den wir im Firefox-Menü unter dem Punkt „Web-Entwickler“ finden. Dort wählen wir in dem Dropdown „(Profil-Datenbank auswählen)“ die chromeappsstore.sqlite aus und klicken auf die „Los“ Schaltfläche neben dem Dropdown. Im linken Bereich des SQLite Managers wählen wir die webappsstore2 Tabelle aus und suchen dort nach dem key „search-engine“. Den Wert des keys ändern wir von

{"name":"Google","searchUrl":"https://www.google.com/search?q=_searchTerms_&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:unofficial&client=firefox-a"}

auf

{"name":"DuckDuckGo (SSL)","searchUrl":"https://duckduckgo.com/?q=_searchTerms_"}

Nun starten wir den Firefox zur Sicherheit einmal neu und fortan verwendet about:home anstelle von Googe DuckDuckGo als Suchmaschine.

Tiny Tiny RSS: (m)ein Google Reader-Ersatz

Da Google ja bekanntlich seinen RSS-Reader zum 01.07. einstellt, habe ich einige Zeit damit verbracht, mich nach einem Ersatz für den lieb gewonnenen Reader um zuschauen. Ich habe mir dabei einige hochgelobte Alternativen wie z.B. feedly angeschaut, konnte mich aber nicht mit ihnen anfreunden.

Schlussendlich bin ich dann beim vorletzten Punkt auf meiner Alternativen-Liste angekommen: Tiny Tiny RSS, einem Open Source RSS-Reader zum selber hosten. Die Installation an sich ging relativ schnell und unproblematisch, ein wenig tricky war nur die automatische Aktualisierung der Feeds per Cronjob, was aber eher mit der Konfiguration des Webspace zusammen hing. Letztendlich erledigt das jetzt ein externer, kostenloser Webservice.

Die Optik und das Handling von Tiny Tiny RSS erinnern ein wenig an den Google Reader, wobei die Möglichkeiten, die sich einem bieten ungleich größer sind. Neben verschieden Anzeigemöglichkeiten hat man auch die Mögichkeit, die einzelnen Artikel der abonnierten Feeds mit Hilfe von Filtern und Labels nach bestimmten Kriterien zu sortieren. Besonders interessant ist auch die Möglichkeit, per Plugin mehrere Installationen von Tiny Tiny RSS miteinander zu verbinden und auf dem Weg die Abonnierten Feeds miteinander zu teilen. Fehlende Funktionen kann man relativ einfach über die Plugin-API selber nachrüsten, sofern man sich mit PHP und ggf. JavaScript auskennt. Auch schön ist, das es Clients für Android, iOS und Windows Phone gibt, mit denen man seine Feeds auch auf dem Smartphone/Tablet lesen kann.

Der größte Vorteil von Tiny Tiny RSS ist aber die Tatsache, das man Herr über seine Daten bleibt und sich nicht von Anbietern wie Google reinreden lassen muss, welche Artikel eventuell interessant für einen sein könnten 😉

Mich persönlich hat Tiny Tiny RSS vollends überzeugt, so das ich den letzten Feed-Reader auf meiner Liste getrost ignorieren konnte.

Google, Twitter und das RSS

Seit Google vor einigen Tagen das Ende des von vielen heiß geliebten Google Readers angekündigt hat, ist gefühlt das halbe Web in Aufruhr. Es gibt beispielsweise eine Petition an Google, diese Entscheidung zu überdenken, die jedoch wohl kaum Erfolg haben wird. Andere haben sich schweren Herzens mit der Entscheidung arrangiert und suchen nun ein neues Zuhause für ihre Feeds.

Was mich jedoch wundert: Bis vor einiger Zeit bot Twitter sowohl für die eigene Timeline als auch für die eigenen und abonnierten Listen RSS-Feeds an, die man aber mittlerweile heimlich still und leise abgeschafft hat, ohne das es einen solchen Aufstand der Nutzer gab? Ich meine, seit Twitter seine aktuelle Oberfläche gelauncht hat, sind die Listen ohne einen alternativen Client so gut wie nutzlos, da man sie nur sehr umständlich nutzen kann. Da bot es sich dann an, die RSS-Feeds der Listen in den Feedreader zu packen um über diesen Umweg einigermaßen bequem die Listen nutzen zu können.

Würde Twitter morgen bekanntgeben, das man die Listen wieder abschafft, würde es wahrscheinlich ebenfalls kaum Protest geben. Unverständlicherweise. Eine RSS-Reader kann man relativ einfach ersetzen. Bei den Twitter-Listen dürfte das ungleich schwerer bis unmöglich werden.