rechte Rattenfänger (Rant)

Da mir solche Posts in der letzten Zeit des Öfteren in meine Facebook Neuigkeiten gekotzt wurden, möchte ich mal ein paar Dinge (aus meiner Sicht) klarstellen:

rechter Rattenfänger oder nur ein Opfer der selbigen?
  1. Pegida IST(!) eine Veranstaltung von rechten Arschlöchern. Und damit nichts anderes, als rechte Kackscheiße! Punkt!
  2. Jeder, der bei Pegida demonstriert, ist entweder auch ein rechtes Arschloch oder „nur“ ein grenzenloser Vollidiot, der sich von rechten Rattenfängern hat einfangen lassen. Beides sind keine sehr tollen Optionen.
    Was davon letztendlich auf jeden, der sich angesprochen fühlt. zutrifft, das möge derjenige bitte für sich selbst entscheiden.
  3. Wer solche Texte schreibt und dabei auch noch solche Vokabeln („Bürgerkrieg“, „amerikanisch-zionistische Eliten“) benutzt, der hat für mich die Schwelle zum rechten Arschloch überschritten und ist für mich kein Mitläufer mehr, sondern ein Mittäter, der mitschuldig ist, wenn mal wieder irgendwo eine Unterkunft von Flüchtlingen oder Asylbewerbern abgefackelt wird!
  4. Wer solche Text „liked“, sollte sich das, was er da „liked“ besser mal ganz genau durchlesen und durch den Kopf gehen lassen, bevor er auf „gefällt mir“ klickt, wenn er nicht möchte, das er zukünftig bei mir unter „rechtes Arschloch“ oder „rechte Arschlöcher-Sympathisant“ läuft.
  5. Auch die Leute, die „nur“ solche Kackscheiße „liken“ oder teilen, trifft eine Mitschuld, wenn Unterkünfte von Flüchtlingen oder Asylbewerbern brennen!

Ich gestehe jedem seine Meinung zu, auch  wenn er meint, rechte Kackscheiße von sich geben zu müssen. Ich muss es mir aber nicht gefallen lassen, wenn man mir diese Kackscheiße vor die Füße, sprich in meine Facebook Neuigkeiten, kotzt! Und ich gehe allmählich auch immer mehr dazu über solchen Müll in meinen Neuigkeiten immer weniger zu tolerieren.

Und wenn mir jetzt jemand mit Meinungsfreiheit oder Zensur kommt: Meinungsfreiheit heißt nur, das jeder seine Meinung sagen darf, ohne dafür vom Fleck weg verhaftet und in den Knast gesperrt zu werden. Meinungsfreiheit heißt aber nicht, das ich mir den Müll, den andere teilweise von sich geben, anhören oder durchlesen muss!

Wenn ich Leute, die mir rechte Kackscheiße z.B. in die Facebook Neuigkeiten kotzen, aus meinen Neuigkeiten oder meinem Facebook-Freundeskreis schmeiße, dann ist das keine Zensur, sondern meine Meinungsfreiheit, indem ich damit klar und deutlich sage:

Ich will die rechte Kackscheiße, die Du hier verbreitest nicht mehr lesen!

Also tut mir bitte den Gefallen und benutzt Euer Hirn, bevor Ihr blindlings bei allem, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, auf „teilen“ klickt. Und wenn Ihr meint, diesen Dreck unbedingt teilen zu müssen, dann bitte so, das ich das nicht sehen muss!

Die Anonymität im Internet lässt Hemmungen sinken

Im Nachgang der diesjährigen OpenMind Veranstaltung konnte man wieder sehr gut beobachten, wie sehr die (vermeintliche) Anonymität im Internet anscheinend bei manchem Zeitgenossen dazu führt, das sie alle Hemmungen fallen lassen und ihre Erziehung vergessen.

Konkret geht es mir dabei um die Anfeindungen und Bedrohungen einer 20jährigen, die sich kritisch zu der Aufschrei-Debatte geäußert und dabei, wie sie selber zugibt, durchaus im Ton vergriffen hat. Fakt ist jedenfalls, das wohl ein Tweet dieses Mädchens, der als Beispiel für so genanntes Hate-Speech herangezogen wurde, so präsentiert wurde, das die Urheberin leicht zu identifizieren war und in Folge dessen von einigen Mitbürgern ein regelrechter Vernichtungsfeldzug gegen sie gestartet wurde. Das Mädchen sah sich infolge dessen und aus Angst vor weiteren Repressalien dazu veranlasst, ihr Blog abzuschalten und ihren Twitter-Account als privat zu kennzeichnen.

Ich will mich jetzt auch gar nicht weiter darüber auslassen, ob es besser gewesen wäre, die in dem Vortrag gezeigten Beispiele von Anfang an zu anonymisieren oder ob das Mädchen nicht doch auch selber Schuld ist oder nicht. Mir geht es eher um die gesellschaftliche Komponente dieser Ereignisse, die uns als Gesellschaft zu denken geben sollten.

Anscheinend ist ja wohl so, das einige Mitmenschen im Internet deutlich extremer auf Kritik und Meinungen, die von der eigenen abweichen, reagieren, als sie es wahrscheinlich im real life tun (würden). Ein möglicher Grund dafür dürfte wohl sein, das sie sich aufgrund der Anonymität im Internet durch die Nutzung von Pseudonymen relativ sicher vor Verfolgung durch die Strafverfolgungsbehörden wähnen. Das sie aber anhand ihrer IP-Adresse durchaus ausfindig gemacht werden und für ihr Tun belangt werden können, sei hier nur am Rande erwähnt.

Unsere Aufgabe als Gesellschaft muss es nun aber sein, Mittel und Wege zu finden, um solche extremen Entgleisungen im Internet so weit wie möglich einzudämmen, da sie sich ja, wenn man ehrlich ist, wohl nie ganz verhindern lassen werden. Dazu gehört auch, das wir nach den Ursachen dafür suchen, warum unsere vorhandenen Mechanismen gegen Mobbing im Internet gänzlich zu versagen scheinen.

Bei all dem, sollten wir es aber tunlichst vermeiden, die Anonymität im Internet vollends abschaffen zu wollen. Nicht nur, das dieser Lösungsansatz nur die Symptome anstatt der Ursachen bekämpft. Ein wahrscheinlicher Kollateralschaden dieses Ansatzes wäre, das wir es damit Whistleblowern  deutlich schwerer machen, ihr Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Genau so wenig ziel führend wären auch die immer wieder ins Gespräch gebrachten, so genannten „Internet-Führerscheine“, als mögliche Zugangshürde für die Nutzung des Internets. Auch sie  würden nur wieder die Symptome und nicht die wirklichen Ursachen bekämpfen.  Internet-Führerscheine würden im Gegenteil eher dazu führen, das wir langsam aber stetig die Freiheit des Internets de facto abschaffen würden.

Nein, wir müssen uns Gedanken machen, wie wir einerseits die Freiheit und Anonymität des Internets erhalten und andererseits unsere vorhandenen Mechanismen gegen Mobbing in die digitale Welt transferieren und so an sie anpassen, das sie dort möglichst effektiv im Interesse der Opfer funktionieren. Alternativ müssen wir uns neue Mechanismen überlegen, falls sich die vorhandenen nicht in die digitale Welt transferieren lassen, weil dort möglicherweise völlig andere Lösungsansätze nötig sind, als im real life.

Wenn uns dies nicht gelingt, dann muss man ehrlich sagen, das wir als Gesellschaft in diesem Punkt kläglich versagt haben. Mir ist durchaus bewusst, das diese Aufgabe nicht leicht zu meistern sein wird und sehr wahrscheinlich auch unkonventionelle Lösungsansätze erfordern dürfte.

Traffic kostet nichts!

Immer wieder hört man, das der Traffic, den z.B. Nutzer von YouTube oder irgendwelcher Streaming-Dienste erzeugen, teuer wäre. Das ist absoluter Bullshit!

Der Traffic, sprich die ganzen Nullen und Einsen, die den ganzen lieben Tag lang durch die Leitungen donnern, kosten keinen Cent! Für Niemanden! Das, was Kosten verursacht, ist die nötige Infrastruktur aus Servern, Leitungen und Netzwerk-Hardware und deren Unterhalt. Und diese Kosten werden anteilig dann auf die Kunden umgelegt. Mit einem einkalkulierten Gewinn für den ISP versteht sich 😉

Das ist so ähnlich, wie beim Wasser. Da bezahlt man ja auch nicht für das Wasser an sich, sondern für die Nutzung der Wasserleitungen und für die Reinigung des Abwassers. Auch wenn so manche Wasser-Rechnung einen anderen Eindruck erweckt.

Das man sich den Traffic ohne die Infrastruktur des ISPs in die sprichwörtlichen Haare schmieren kann, ist eine andere Geschichte 😎

Internet und Deutschland

Auch wenn es auf absehbare Zeit ein frommer Wunsch bleiben dürfte, ist dem nichts mehr hinzu zu fügen:

Leistungsschutzrecht? Für was?

Seit gestern Abend diskutiert das deutschsprachige Internet mehr oder minder lebhaft über das von der Verlegerlobby gewünschte und von der Bundesregierung jetzt beschlossene Leistungsschutzrecht.

Meine persönliche Meinung zu dieser Entscheidung habe bereits wie folgt auf Google+ kund getan:

Ein weiterer Beweis dafür, das wir uns eine Regierung leisten, die das Internet nicht versteht und die lieber Partikularinteressen befriedigt, anstatt sich um die wichtigen sozialen und gesellschaftlichen Probleme zu kümmern.

Jetzt stellt sich aber durchaus die Frage, für welche Leistung die Verlage ein Schutzrecht beanspruchen?

  • Dafür, das sie es bislang nicht geschafft haben, ihre veralteten Vertriebsmodelle nicht an die sich ändernde Medienlandschaft anzupassen? Frei nach dem Motto „die Realität hat sich mir anzupassen und nicht umgekehrt!„?
  • Oder vielleicht dafür, immer mehr Redaktionen, bevorzugt bei Lokalblättern, bis an deren Schmerzgrenze und darüber hinaus zusammen zu streichen und die lokalen Zeitungen immer mehr ihrer Identität zu berauben?
  • Vielleicht wollen sie sich auch einfach nur das stumpfe 1:1 übernehmen von Agenturmeldungen, inklusive der teilweise darin enthaltenen Fehler und Unwahrheiten, mehrmals kassieren?

Wie dem auch sei, ich sehe bei der Verlagslobby absolut gar nichts, was die Einführung eines solchen Schutzrechtes auch nur im Ansatz rechtfertigen würde. Aber hier erkennt man auch wieder einmal sehr deutlich das „Erfolgsrezept“ der deutschen Wirtschaft, wenn es mal nicht mehr so rund läuft: ausdauernd und auf hohem Niveau über das „böse Internet“ jammern und die eigenen Lobbyisten Überstunden machen lassen. Irgendwann hat man die entscheidenden Politiker schon weich gekocht und bekommt seine veraltetes Geschäftsmodell durch den Gesetzgeber zementiert.

Nebenbei hebelt man auf diesem Weg auch noch gewisse Mechanismen der freien Marktwirtschaft zu den eigenen Gunsten aus, die ansonsten irgendwann unweigerlich dafür sorgen würden, das man selber ein Opfer des Wettbewerbs wird und von der Bildfläche verschwindet, weil man es nicht rechtzeitig geschafft hat, sich an die veränderte marktwirtschaftliche Umgebung anzupassen.

Wie war das noch mit den Selbstheilungskräften eines freien Marktes?

Stadtratfernsehen tot?

Es scheint fast so, als wäre das mit viel Tamtam gestartete coburger Stadtratfernsehen inzwischen tot. Zumindest wurden seit fast einem halben Jahr keine neuen Beiträge mehr auf der Seite veröffentlicht

www.stadtratsfernsehen.de tot?

Falls es tatsächlich so sein sollte, dass das Stadtratfernsehen nicht mehr weitergeführt werden kann/soll, dann sollten die Verantwortlichen wenigstens den nötigen Arsch in der Hose haben und der Seite den Stecker ziehen.

Es gibt schon genug Seiten gescheiterter Projekte im deutschen Internet, da braucht es nicht auch noch eine veraltete Stadtratsfernsehen.de Seite.

Ein Rindvieh namens CDU

In einem Kommentar auf WiWo.de gefunden:

Die CDU hat was von einem Rindvieh. Vorn stopft man frische Ideen hinein, die werden dann in den Ausschüssen zu einem Brei wiedergekäut und wann es dann durch die Absorptionszone der Dummschwätzer durch ist, wundert man sich was hinten als Gesetz wieder herauskommt.

Mal abgesehen davon, das diese Aussage wahrscheinlich mehr oder weniger auf jede der so genannten „etablierten“ Parteien zutreffen dürfte, ist dem eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen :mrgreen: