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Traffic kostet nichts!

Immer wieder hört man, das der Traffic, den z.B. Nutzer von YouTube oder irgendwelcher Streaming-Dienste erzeugen, teuer wäre. Das ist absoluter Bullshit!

Der Traffic, sprich die ganzen Nullen und Einsen, die den ganzen lieben Tag lang durch die Leitungen donnern, kosten keinen Cent! Für Niemanden! Das, was Kosten verursacht, ist die nötige Infrastruktur aus Servern, Leitungen und Netzwerk-Hardware und deren Unterhalt. Und diese Kosten werden anteilig dann auf die Kunden umgelegt. Mit einem einkalkulierten Gewinn für den ISP versteht sich ;-)

Das ist so ähnlich, wie beim Wasser. Da bezahlt man ja auch nicht für das Wasser an sich, sondern für die Nutzung der Wasserleitungen und für die Reinigung des Abwassers. Auch wenn so manche Wasser-Rechnung einen anderen Eindruck erweckt.

Das man sich den Traffic ohne die Infrastruktur des ISPs in die sprichwörtlichen Haare schmieren kann, ist eine andere Geschichte :cool:

Leistungsschutzrecht? Für was?

Seit gestern Abend diskutiert das deutschsprachige Internet mehr oder minder lebhaft über das von der Verlegerlobby gewünschte und von der Bundesregierung jetzt beschlossene Leistungsschutzrecht.

Meine persönliche Meinung zu dieser Entscheidung habe bereits wie folgt auf Google+ kund getan:

Ein weiterer Beweis dafür, das wir uns eine Regierung leisten, die das Internet nicht versteht und die lieber Partikularinteressen befriedigt, anstatt sich um die wichtigen sozialen und gesellschaftlichen Probleme zu kümmern.

Jetzt stellt sich aber durchaus die Frage, für welche Leistung die Verlage ein Schutzrecht beanspruchen?

  • Dafür, das sie es bislang nicht geschafft haben, ihre veralteten Vertriebsmodelle nicht an die sich ändernde Medienlandschaft anzupassen? Frei nach dem Motto “die Realität hat sich mir anzupassen und nicht umgekehrt!“?
  • Oder vielleicht dafür, immer mehr Redaktionen, bevorzugt bei Lokalblättern, bis an deren Schmerzgrenze und darüber hinaus zusammen zu streichen und die lokalen Zeitungen immer mehr ihrer Identität zu berauben?
  • Vielleicht wollen sie sich auch einfach nur das stumpfe 1:1 übernehmen von Agenturmeldungen, inklusive der teilweise darin enthaltenen Fehler und Unwahrheiten, mehrmals kassieren?

Wie dem auch sei, ich sehe bei der Verlagslobby absolut gar nichts, was die Einführung eines solchen Schutzrechtes auch nur im Ansatz rechtfertigen würde. Aber hier erkennt man auch wieder einmal sehr deutlich das “Erfolgsrezept” der deutschen Wirtschaft, wenn es mal nicht mehr so rund läuft: ausdauernd und auf hohem Niveau über das “böse Internet” jammern und die eigenen Lobbyisten Überstunden machen lassen. Irgendwann hat man die entscheidenden Politiker schon weich gekocht und bekommt seine veraltetes Geschäftsmodell durch den Gesetzgeber zementiert.

Nebenbei hebelt man auf diesem Weg auch noch gewisse Mechanismen der freien Marktwirtschaft zu den eigenen Gunsten aus, die ansonsten irgendwann unweigerlich dafür sorgen würden, das man selber ein Opfer des Wettbewerbs wird und von der Bildfläche verschwindet, weil man es nicht rechtzeitig geschafft hat, sich an die veränderte marktwirtschaftliche Umgebung anzupassen.

Wie war das noch mit den Selbstheilungskräften eines freien Marktes?

Stadtratfernsehen tot?

Es scheint fast so, als wäre das mit viel Tamtam gestartete coburger Stadtratfernsehen inzwischen tot. Zumindest wurden seit fast einem halben Jahr keine neuen Beiträge mehr auf der Seite veröffentlicht

www.stadtratsfernsehen.de tot?

www.stadtratsfernsehen.de tot?

Falls es tatsächlich so sein sollte, dass das Stadtratfernsehen nicht mehr weitergeführt werden kann/soll, dann sollten die Verantwortlichen wenigstens den nötigen Arsch in der Hose haben und der Seite den Stecker ziehen.

Es gibt schon genug Seiten gescheiterter Projekte im deutschen Internet, da braucht es nicht auch noch eine veraltete Stadtratsfernsehen.de Seite.

Ein Rindvieh namens CDU

In einem Kommentar auf WiWo.de gefunden:

Die CDU hat was von einem Rindvieh. Vorn stopft man frische Ideen hinein, die werden dann in den Ausschüssen zu einem Brei wiedergekäut und wann es dann durch die Absorptionszone der Dummschwätzer durch ist, wundert man sich was hinten als Gesetz wieder herauskommt.

Mal abgesehen davon, das diese Aussage wahrscheinlich mehr oder weniger auf jede der so genannten “etablierten” Parteien zutreffen dürfte, ist dem eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen :mrgreen:

Anfrage an die SPD-Bundestagsfraktion

Da Netzpolitik.org ja berichtet, das die Union einen Gesetzentwurf für ein 2-Strikes-Warnmodell in den Bundestag einbringen will, habe ich mal bei der SPD-Bundestagsfraktion angefragt, wie man dort zu diesem Vorhaben steht:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie das Internet Blog Netzpolitik.org berichtet[1], hat der CDU-Politiker Siegfried Kauder auf einem Parlamentarischen Abend der Verwertungsgesellschaft GVL angekündigt, das die Unions-Fraktion binnen8 Wochen einen Gesetzesentwurf für ein 2-Strikes-Warnmodell in den Bundestag einzubringen wird.

Mich würde jetzt interessieren, wie die SPD Bundestagsfraktion zu solch einer Gesetzesinitiative steht und ob sie diesem Gesetzesentwurf zustimmen würden. Insbesondere vor dem Hintergrund, das es von dem angekündigten2-Strikes-Modell nur noch ein kleiner Schritt zu dem in Frankreich praktizierten 3-Strikes-Modell, welches als letzte Stufe eine Sperrung des Internetzugangs vorsieht, ist und speziell mit Blick auf die im Artikel 5 Grundgesetz garantierte Informationsfreiheit.

Mit freundlichen Grüßen

Heiko Adams

[1] https://netzpolitik.org/2011/kauder-verspricht-2-strikes-warnmodell/

Wer mag, darf den Text gerne kopieren und selber verwenden.