Ach, ich liebe meine Verwandtschaft. Da hat man nach knapp 7 Monaten, in denen man mit weniger als 1000 Euro ALG leben muss, endlich einen neuen Job gefunden und erwähnt nebenbei bei einem Weihnachts-Telefonat, das man sich demnächst mal eine Wohnung anschauen möchte und schon bricht ein Familien-Shitstorm über einen herein
Ironischerweise das vorgebrachte Hauptargument gegen die eigene Wohnung:
Lasst Euch damit Zeit und wartet die Probezeit ab, vorher ist das zu riskant!
Dieser Ratschlag kommt zu allem Überfluss ausgerechnet von Leuten, die die Situation hier überhaupt nicht kennen, da sie noch nie hier waren und auch nicht den Eindruck erwecken, daran demnächst etwas ändern zu wollen. Darüber hinaus haben sie mit Probezeiten oder sonstigen beruflichen oder gar finanziellen Risiken absolut nichts mehr am Hut, da sie seit etlichen Jahren nicht mehr arbeiten und zu der Zeit, als sie noch gearbeitet haben, vernünftig bezahlt wurden.
Würde jeder junge Mensch so denken und so lange mit Familie und den eigenen 4 Wänden warten, bis es “sicher genug” ist, würden viele von denen wahrscheinlich noch mit Mitte 40 bei ihren Eltern wohnen, weil immer wieder etwas dazwischen kommt und es eben nicht (mehr) sicher genug ist 
Sicherheit hat man als Berufstätiger heute nur noch, wenn man Beamter auf Lebenszeit ist. Für alle anderen ist ein sicherer Job letztendlich nicht mehr als eine Illusion, an die man sich klammert, weil man weiss das es jederzeit jeden erwischen kann, wenn es nur schlecht genug läuft. Und das kann heute ja schneller passieren, als man denkt. 
