In den Online-Shop genötigt

Wenn man seinen Kindern mal etwas ess- oder trinkbares abseits von Hipp oder Alete anbieten möchte, ist man schon förmlich genötigt, im Internet zu bestellen.

Jüngstes Beispiel: Vor einiger Zeit war Hipp wegen seiner stark gezuckerten Kinder-Tees in die Kritik geraten, hatte diese dann vom Markt genommen und durch zucker-freie Tees ersetzt, die natürlich trotz weniger Inhalt mehr kosten. BabyVita, die ebenfalls zu Hipp gehören, verkaufen aber weiterhin genau die selben Tees, wegen derer Hipp in die Kritik geraten war.

Da es aber in den üblichen Verkaufsstellen für Baby- und Kleinkinder-Nahrung aber nur Tees von Hipp oder BabyVita gibt, war ich jetzt gezwungen, den Tee eines anderen Herstellers im Internet zu bestellen, da er hier in der Gegend nirgendwo auf normalem Wege zu bekommen war.

Und genau da liegt auch das Problem, das der Einzelhandel hat und weswegen ihm immer öfter die Kunden weglaufen: die Produktsortimente der einzelnen Ketten gleichen sich mittlerweile gefühlt zu mindestens 99,9%. Es ist also – abgesehen vom Preis – relativ egal, wo man einkaufen geht, da man überall mehr oder weniger die selben Produkte der selben Hersteller angeboten bekommt. Wenn man jedoch ein wenig abseits dieser ausgetretenen Produkt-Pfade wandeln möchte, ist man schon förmlich genötigt, die gewünschten Produkte online zu bestellen.

Warum können sich die einzelnen Ketten mit ihren Produkt-Sortimenten nicht wieder mehr von einander abgrenzen, so das man bestimmte Artikel z.B. eben nur bei Edeka, andere aber nur bei real bekommt? Dadurch würden sich die Produkt-Paletten des Einzelhandels insgesamt doch wieder mehr verbreitern und man wäre wahrscheinlich weniger gezwungen, Produkte online zu bestellen.

Zumal die Online-Bestellung oftmals auch noch teurer ist, als der Gang zum Einzelhändler, da man in aller Regel auch noch Versandkosten bezahlen muss, solange man einen gewissen Bestellwert nicht erreicht.

Es nervt langsam wirklich!

Jedes mal, wenn sich irgendwer erdreistet, Kritik in den Juden in Deutschland, der jüdischen Religion oder dem Verhalten der israelischen Regierung zu artikulieren, wird von Teilen der jüdischen Bevölkerung bzw. ihrer Vertreter schon fast reflexartig versucht, diese (oftmals berechtigte) Kritik durch Verweis auf den von Nazi-Deutschland begangenen Holocaust oder die im Mittelalter stattgefundene Verfolgung der Juden im Keim zu ersticken.

So ein Verhalten ist jedoch völlig kontraproduktiv, da es dem eh schon latent vorhandenen Antisemitismus zusätzliche Argumente liefert und darüber hinaus jede sachliche Debatte zu dem betreffenden Thema von vornherein mangels sachlicher Argumente der Gegenseite im Keim erstickt und unmöglich macht. Ganz davon abgesehen, das diejenigen, die diese „Nazi-Keule“ schwingen, sich selber als Diskussionsteilnehmer von vornherein disqualifizieren.

Oder um es ganz deutlich zu sagen: Es nervt langsam wirklich!

Disclaimer: Ich habe hier nur meinen subjektiven Eindruck geschildert und ich verwahre mich auf das schärfste, Sympathisant rechten Gedankenguts zu sein!

Gauck: Alles nur aus dem Zusammenhang gerissen?

Die Süddeutsche Zeitung hat einen aufschlussreichen Artikel veröffentlicht, in dem einige Aussagen von Joachim Gauck wieder in die richtigen Zusammenhänge gerückt werden, da sie bislang durch die in der Presse üblichen und teilweise auch notwendigen Verkürzungen Raum für Fehlinterpretationen ließen. Und „aus dem Zusammenhang gerissen“ wird ja von der politischen Klasse gerne als Entschuldigung bemüht, wenn man verbal mal wieder ordentlich in die braune Masse gelangt hat. Nichts desto trotz unterstreicht der Artikel jedoch auch den Hauptkritikpunkt an Joachim Gauck: seine neoliberal-konservative Ideologie.

Ich jedenfalls werde meine Meinung über Joachim Gauck nicht ändern, auch wenn ich sie aufgrund des Artikels in einigen Punkten relativiere. Joachim Gauck ist in meinen Augen aufgrund seiner Ideologie nicht der ideale Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Ich lasse mich jedoch gerne vom Gegenteil überzeugen und bin auf die Bilanz des Bundespräsidenten Joachim Gauck in 5 Jahren gespannt.

Ich teile jedoch die Meinung einiger Blogger, das die Nominierung von Joachim Gauck entgegen der verbreiteten Meinung der Medien ein Sieg für Angela Merkel und bestenfalls ein Pyrrhussieg wenn nicht sogar eine klare Niederlage für Rot-Grün ist. Letztendlich dürfte der von Rot-Grün im Falle eines Wahlsieges bei der Bundestagswahl 2013 versprochene Politikwechsel mit einem konservativ-neoliberalen Bundespräsidenten an der Spitze des Staates deutlich schwerer realisierbar sein. Gauck hat oft genug bewiesen, das er ein brillanter Redner ist und die schärfste Waffe des Bundespräsidenten ist aufgrund seiner beschränkten politischen Macht eben sein gesprochenes Wort. Von daher könnte man aus Sicht von Rot-Grün auch von einem klassischen Eigentor reden, auch wenn Gabriel, Nahles und Roth uns das Gegenteil glauben machen wollen. Sie werden sich sicher bald wünschen, diesen Geist niemals aus seiner Flasche gelassen zu haben.

Politischer Aschermittwoch

Es wirkt schon ein wenig merkwürdig, wenn man zum politischen Aschermittwoch eben der Partei eingeladen wird, aus der man vor kurzem ausgetreten ist.

Heute kam über Facebook eine Einladung zum politischen Aschermittwoch der coburger SPD rein. Irgendwie ein komisches Gefühl und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich wirklich hingehen soll. Tendenziell laufen solche Veranstaltungen doch immer nach dem gleichen Schema ab

Wir sind die Größten, die Schlausten, die Besten und neben uns sind alle anderen klein, dumm und völlig unfähig

Mit anderen Worten: Hemmungslose Selbstbeweihräucherung auf relativ niedrigem Niveau. Selbstkritik findet dort in der Regel nur am Rande statt und das auch nur, damit die Einseitigkeit der Veranstaltung nicht sofort auffällt.

Ein unabhängiger politischer Aschermittwoch, bei dem jede Partei ihr Fett weg bekommt, wäre mal was neues und bestimmt eine interessante Sache und garantiert auch einen Besuch wert 😉

Das Unterhaltungsfernsehen ist die ultimative Volksverblödung

Mit der Erfindung des Unterhaltungsfernsehens haben sich die staatsnahem Medien im Grunde nur einer seit dem Imperium Romanum bewährten Taktik bedient: Brot und Spiele.

Damit sich das gemeine Volk nicht zu sehr mit der Politik und deren Bevorteilung einiger besser verdienenden Bevölkerungsschichten beschäftigt, bombardieren uns die Medien permanent mit Volksverblödung Unterhaltungsfernsehen in Form von Spielshows wie „Wetten dass“, seichten TV-Schnulzen aus den Federn von Rosamunde Pilcher und Inga Lindström oder niveaulosem Trash-TV wie Scripted-Reality-Formaten, Casting-Shows, dem Dschungelcamp oder Big Brother.

Damit das Volk nicht merkt, das es systematisch verblödet unterhalten wird, streut man noch alibihalber einige politische Talkshows ins Programm. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, das nicht zu viele Mitbürger sich diese ernsthaften Formate ansehen, werden sie meistens zu Zeiten gesendet, zu denen der Normalbürger für gewöhnlich den Fernseher schon abgeschaltet hat und auf dem Weg ins Bett ist.

So geht Volksverdummung heute und sie ist auch anscheinend leider sehr erfolgreich! 😈

Gesellschaftskritik

Was ist das für eine Gesellschaft, in der behinderte und Menschen mit Handicap oft als Menschen 2ter Klasse angesehen werden?

In was für einer Gesellschaft leben wir, in der nur bestehen kann, wer schnell genug ist, um nicht hinten runter zu fallen?

Was für eine Gesellschaft ist das, in der sich die Starken auf Kosten der Schwachen und Armen bereichern, anstatt ihre Not und Elend zu mindern?

Was ist das für eine Gesellschaft, die schon die Kleinsten einem stetigen Leistungsdruck unterwirft und die, die dem Druck nicht standhalten aufs Abstellgleis abschiebt anstatt ihnen zu helfen?

In was für einer Gesellschaft leben wir, in der politische „Reformen“ sehr oft zu Lasten der Schwachen und zu Gunsten der Starken gehen?

Just think about it!

Wie staatsfern sind ARD und ZDF?

Schaut man sich die in letzter Zeit geführten TV-Interviews mit Politikern an, die bei ARD und ZDF über den Äther liefen, dann muss man sich schon die Frage stellen, wie staatsfern die öffentlich rechtlichen TV-Sender noch sind.

Mit Ausnahme von Marietta Slomka (Video) hat es in letzter Zeit keiner der interviewenden Journalisten gewagt, die Politiker davon abzuhalten, Phrasen zu dreschen oder von unangenehmen Themen abzulenken. Letztes mir bekanntes Beispiel für diese Verweigerungshaltung war ein Interview mit unserem Bundesumwelt Minister Darsteller Norbert Röttgen zu den letzten Castor Transporten und dem Endlage Gorleben. Moderator Thomas Walde hat während des ganzen Interviews kaum Versuche unternommen, Herrn Röttgen vom Abschweifen und Phrasendreschen abzuhalten.

Vor diesem Hintergrund muss man sich schon fragen, ob die verantwortlichen Moderatoren nicht mehr in der Lage sind, kritische Fragen zu stellen, auf konkrete Antworten zu drängen und Aussagen der Politiker kritisch zu hinterfragen oder ob sie es schlicht und einfach nicht mehr dürfen, weil die Programm-Verantwortlichen Angst vor Repressalien seitens ihrer Vorgesetzten oder der intervieweten Politiker haben.