Ein neuer Lebensabschnitt für Leon(?)

Gestern haben wir – bzw. die weltbeste Ehefrau – Leon im Kindergarten angemeldet. Ob wir den Platz bekommen, erfahren wir zwar erst im April, aber es wäre für Leon sicher eine positive Veränderung, wenn er Kontakt zu anderen Kindern bekommt und von denen das ein oder andere lernen kann. Auch wenn er die Anmeldung mit einem sehr energischen Knurren, als wäre er ein wütender Hund, quitiert hat :D

Der große Vorteil des Kindergartens, bei dem wir Leon angemeldet haben, ist, das seine Physiotherapie in der gewohnten Umgebung weiterlaufen kann und wir nicht alles abbrechen und zur Frühförderung wechseln müssen, wie es bei anderen Kindergärten hätte passieren müssen, um den Platz zu bekommen. Und ganz nebenbei liegt der KiGa auch noch direkt an meinem (momentanen) Weg zur Arbeit ;-)

Moderner Sklavenhandel

Ich habe ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer, was die Dame von der Arbeitsagentur geritten hat, mir ständig mit irgendwelchen befristeten Leih- oder Zeitarbeitsstellen zu kommen.

Die ganze Leih- und Zeitarbeit ist in meinen Augen nichts anderes als moderner Sklavenhandel. Schaut Euch doch mal an, was man laut den Tarifverträgen1 am Monatsende ausbezahlt bekommt. Das sind mit viel Glück gerade einmal knapp über 2000 Euro brutto. Von dem Geld kann doch niemand existieren, geschweige denn in Würde leben!

Von daher: Leih- und Zeitarbeit my ass! :twisted:

  1. BZA-DGB oder IGZ-DGB []

Sozial ist …

Es gab eine Zeit, in der galt die Losung

sozial ist, was Arbeit schafft

irgendwann hat man diese Variante jedoch in Folge der zunehmenden Verbreitung marktradikalem und neoliberalem Gedankengutes aufgeben und durch

sozial ist, was Wachstum schafft

ersetzt und fortan auf Teufel komm raus alles dafür getan, ein kontinuierliches Wachstum der Wirtschaft zu erzwingen. Das sich dabei jedoch beispielsweise in der Zeitarbeit und der privaten Arbeitsvermittlung zunehmend mafiöse Strukturen gebildet haben, die einzig darauf ausgelegt sind, den Profit auf Kosten der ausgebeuteten Arbeitnehmer zu mehren wurde billigend in Kauf genommen und den Leuten wurde mit dem Versprechen, der Markt würde sich selber regulieren und bereinigen säckeweise Sand in die Augen gestreut.

Dabei hätte die Losung eigentlich schon Anfang an

sozial ist, was Wohlstand für alle schafft

heißen müssen.

Was nützt einem eine Arbeitsstelle. wenn man von dem Gehalt nicht leben kann und auf staatliche Transferleistungen1 angewiesen ist? Oder was nutzt einem ein Wirtschaftswachstum von jährlich 10%, wenn die ganze Arbeitsplätze ins billige Ausland verlagert werden und man permanent arbeitslos ist? Nichts!

Darum ein für alle mal: Sozial ist, was Wohlstand für alle schafft und nichts anderes!

  1. ALG2 []

I have a dream

Mit diesen Worten hat Dr. Martin Luther King Jr. am 28. August 1963 seine berühmte Rede begonnen.

Ich habe auch einen Traum:

Den Traum, das wir eines Tages in einer demokratischen Gesellschaft leben, in der die Starken den Schwachen wieder zur Seite stehen anstatt sie noch weiter auszubeuten und auszunutzen. Das wir eines Tages für unsere Arbeit wieder einen Lohn bekommen, von dem jeder Leben kann, ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein und das es selbstverständlich ist, solche Löhne zu zahlen. Das es keine Rolle mehr spielt, woher man kommt, wenn man ein Gymnasium oder eine Universität besuchen möchte.

Sina Trinkwalder hat letztens in der LaVita Sendung über sie und ihr Unternehmen manomama gesagt, das man als Eltern nicht nur Verantwortung für sein Kind übernimmt, sondern auch für die Welt, in der es aufwächst. Ich finde, das sie damit absolut Recht hat und das es das Ziel aller Eltern gemeinsam sein sollte, das unsere Kinder in einer besseren, gerechteren und sozialeren Welt aufwachsen, in der zum Beispiel die soziale Herkunft keine Rolle mehr für die persönliche und berufliche Zukunft spielt.

Wir haben diese Welt nur von unseren Kindern geliehen und eines Tages müssen wir sie ihnen zurückgeben!

Ein Festival-Gelände für Coburg?

Ich habe es ja hier schon einmal ganz kurz angerissen, aber will die Idee noch mal etwas ausführlicher fort schreiben.

Bislang finden sämtliche coburger Festivitäten, wie z.B. das Samba-Festival oder das HUK-Open-Air in Coburg selber Stadt, was für die Anwohner mehr oder weniger mit Einschränkungen verbunden ist. Beispielsweise:

  • Während des Samba-Festivals ist in der Regel vor 2 Uhr nicht an Schlafen zu denken
  • Während des HUK Open Air wird regelmäßig die Straße zwischen Bürglas-Schloss und Ehrenburg gesperrt, um den Zaungästen das Leben schwer zu machen.

Was wäre denn, wann man in Coburg, ähnlich wie in vielen anderen Städten ein Festival-Gelände am Stadtrand mit ausreichend Parkplätzen schaffen würde? Okay, die coburger Wirte würden im ersten Moment Sturm laufen, weil ihnen (angeblich) ein Haufen Geld durch die Lappen geht und einige andere würden die fehlende Atmosphäre beklagen. Aber ansonsten wäre das doch für alle beteiligten eine Win-Win-Situation:

Wie Festival-Gäste brauchen sich um irgendwelche Ruhezeiten kaum zu scheren und können feiern, bis sie umfallen und die Bewohner der coburger Innenstadt können wieder ruhig schlafen und brauchen sich nicht über die gesperrte Straße zwischen Bürglas-Schloss und Ehrenburg ärgern. Die Veranstalter würden auch einiges an Geld, was sie im Moment für Sicherungsmaßnahmen ausgeben müssen, für andere Zwecke zur Verfügung haben. Und die coburger Wirte könnten mit einigen Sauf- und Fressbuden auf dem Festival-Gelände auch noch ein paar Euros verdienen und müssten nicht befürchten, demnächst Insolvenz beantragen zu müssen, weil ihnen die Einnahmen vom Samba-Festival und HUK-Open-Air fehlen.

Oder sehe ich das falsch?

The best days of my life

Man sagt ja, das man gutes erst dann erkennt, wenn es vorbei ist. Von daher war die Zeit zwischen der 7. und 10. Realschulklasse wohl die besten Tage meines bisherigen Lebens. Unbestätigten Gerüchten nach, war sich die Lehrerschaft weitestgehend einig, das wir die mit Abstand größten der Schule waren. Zumindest während der Pausen :D

Diese Zeit ist eine Zeit, die ich um nichts in der Welt missen möchte, denn es war eine Zeit, in der ich zumindest sehr viel Spaß hatte. Bei vielen Sachen von damals würde ich heute wahrscheinlich

Ich bin zu alt für so einen Mist

sagen. Ob das jetzt daran liegt, das ich demnächst das Dritte Jahrzehnt meines Lebens beginne oder daran, das sich vieles ändert, wenn man Vater ist, lasse ich jetzt einfach mal dahingestellt. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beiden und einigen andern Punkten, die ich wahrscheinlich übersehen habe ;-)

Auf jeden Fall an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle, die mit mir gemeinsam die Schulbank gedrückt haben. Ohne Euch wäre es wohl nur halb so schön gewesen!

Sicher ist sicher

Wie jeder andere wohl auch, habe ich auch auf meinem Notebook Dokumente (Scans von Zeugnissen, Bewerbungsschreiben, Lebensläufe etc.) gespeichert, die nicht unbedingt jeden etwas angehen. Damit das auch so ist, wenn ich mal nicht am Notebook bin hab ich für solche Dateien heute ein EncFS-Volume angelegt, in dem ich solche Daten zukünftig ablegen werde.

Solange ich das entsprechende Volume nicht in das System eingebunden habe, sieht auch niemand die Dateien und das ist ja auch Sinn der Übung. Und wer mir jetzt mit der alten

Wer nichts zu verbergen hat, der …

Leier kommt, für den überlege ich mir dann was gemeines :twisted:

Nein, im Ernst: Es ist das gute Recht eines jeden Menschen, seine Daten verschlüsselt abzuspeichern, wenn er der Meinung ist, das diese Daten nicht unbedingt für Dritte zugänglich sein sollten. Wem das nicht passt, der soll sich zum Teufel scheren.

Arbeitslose sind keine Versager!

In diesem Land macht sich in letzter Zeit immer mehr eine Mentalität breit, die alle, die keine Arbeit haben oder die kein 6-stelliges Jahresgehalt bekommen als Versager sieht. Eine solche Mentalität finde ich gelinde gesagt widerlich. Insbesondere, wenn man arbeitslosen Menschen pauschal das Gefühl gibt, ein Nichtsnutz oder Versager zu sein, der nur anderen auf der Tasche liegt. Eine solche menschenverachtende Einstellung widerspricht diametral dem ersten Artikel unseres Grundgesetzes, der da lautet:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Jeder Mensch hat seine Würde und diese sollte von anderen Menschen, insbesondere den selbsternannten Eliten unseres Landes respektiert und geachtet werden, wie es unser Grundgesetz verlangt. Wobei ich zugebe, das ich für Menschen, die schlicht und einfach nicht arbeiten wollen, auch nur Verachtung übrig habe. Ich wage aber auch zu behaupten, das mindestens 90% der ALG 1 und ALG 21 Empfänger unverschuldet in ihrer aktuellen Lage sind und lieber gestern als morgen wieder arbeiten und ihren Lebensunterhalt selber bestreiten würden, wenn man sie denn ließe. Diesen Menschen pauschal das Gefühl zu geben, ein Nichtsnutz, Versager oder sogar Schmarotzer zu sein, ist einfach nur entwürdigend und nicht minder verabscheuenswert wie freiwillig ALG 2 zu beziehen und ein wirklicher “Sozial-Schmarotzer” zu sein.

  1. Hartz IV in dem Sinne gibt es nicht []

Traumjob: Arbeitsvermittler

Ich glaube, in meinem nächsten Leben werde Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur. Das scheint ein echter Traumjob zu sein und die Arbeitsbelastung hält sich offensichtlich auch in Grenzen. Oder wie soll man sich die Leute, die ständig auf den Fluren von einem Büro zum anderen marschieren anders erklären? :evil:

Aber was den Job als Arbeitsvermittler so interessant für mich macht, ist, das man dem Arbeitslosen, dem man gegenüber sitzt, Vermittlungsvorschläge rein würgen kann, bei denen der gesunde Menschenverstand schon sagt, dass das nichts werden kann. Und wenn der Arbeitslose bockig wird, streicht man ihm solange das Geld zusammen, bis er entweder wieder zahm oder am Rande der Privatinsolvenz ist. :twisted:

Disclaimer: Das ist purer Zynismus :mrgreen:

»früher war alles besser«

Dieser besonders von älteren Mitbürgern gerne bemühte Ausspruch, um sich über (gefühlte) Missstände zu beklagen, ist langsam total abgenutzt und lockt keinen Hund mehr hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervor.

Anstatt sich permanent darüber zu beklagen, das früher ja alles viel schöner, besser sowieso und überhaupt war, sollte man sich lieber dafür engagieren, das sich die Dinge wieder ändern und man irgendwann diesen Ausspruch endgültig einmotten kann, weil wir wieder in einer Gesellschaft leben, in der nicht der stärkere über den schwächeren triumphiert sondern in der der stärkere dem schwächeren hilft und beschützt und in der das Vermögen wieder seiner sozialen Verpflichtung nachkommt anstatt sich Steuerhinterziehung oder andere mehr oder wenig legale Tricks davor drückt.