I have a dream

Mit diesen Worten hat Dr. Martin Luther King Jr. am 28. August 1963 seine berühmte Rede begonnen.

Ich habe auch einen Traum:

Den Traum, das wir eines Tages in einer demokratischen Gesellschaft leben, in der die Starken den Schwachen wieder zur Seite stehen anstatt sie noch weiter auszubeuten und auszunutzen. Das wir eines Tages für unsere Arbeit wieder einen Lohn bekommen, von dem jeder Leben kann, ohne auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein und das es selbstverständlich ist, solche Löhne zu zahlen. Das es keine Rolle mehr spielt, woher man kommt, wenn man ein Gymnasium oder eine Universität besuchen möchte.

Sina Trinkwalder hat letztens in der LaVita Sendung über sie und ihr Unternehmen manomama gesagt, das man als Eltern nicht nur Verantwortung für sein Kind übernimmt, sondern auch für die Welt, in der es aufwächst. Ich finde, das sie damit absolut Recht hat und das es das Ziel aller Eltern gemeinsam sein sollte, das unsere Kinder in einer besseren, gerechteren und sozialeren Welt aufwachsen, in der zum Beispiel die soziale Herkunft keine Rolle mehr für die persönliche und berufliche Zukunft spielt.

Wir haben diese Welt nur von unseren Kindern geliehen und eines Tages müssen wir sie ihnen zurückgeben!

Zu welchem Preis sinken die Arbeitslosenzahlen?

Momentan kennen die Arbeitslosenzahlen im großen und ganzen nur eine Richtung: abwärts. So auch diesen Monat (>>klick). Das ist zwar einerseits erfreulich, jedoch muss man sich auch fragen, wie und zu welchem Preis wir uns die sinkenden Arbeitslosenzahlen erkaufen:

  • Wie viele Menschen, die offiziell nicht mehr arbeitslos sind, sind in Wirklichkeit momentan nur in einer Fortbildungsmaßnahme und werden damit lediglich in einer anderen Statistik geführt.
  • Wie viele Menschen haben zwar wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, verdienen dort aber so wenig, das sie aufstocken 1ergänzendes Hartz IV müssen und die Gesellschaft diese Hungerlöhne somit subventioniert?

Das die BA ihre Statistiken durch verschiedene Tricks und Spitzfindigkeiten zuweilen beschönigt, wäre ja auch keine wirkliche Neuigkeit (>>klick).

Würde man auf die üblichen Rechentricks verzichten und die tatsächlich Zahl der Erwerbslosen nennen, sähen die Zahlen wahrscheinlich nicht mehr so toll aus, wie im Moment.

Fußnoten[+]

Ein perfides Spiel auf dem Rücken der Hartz-IV Empfänger

Die Verhandlungen zur Neuregelung der Hartz-IV Sätze sind wie zu erwarten gescheitert (>>klick). Und wie nicht anders zu erwarten, weisen sich Koalition und Opposition gegenseitig die Schuld am zu erwartenden Scheitern zu.

Wer jetzt tatsächlich Schuld ist oder auch nicht, soll hier erst einmal keine weitere Rolle spielen. Fakt ist, das hier ein perfides machtpolitisches Spiel auf dem Rücken der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft ausgetragen wurden. Fakt ist auch, und das ist eigentlich die größere Sauerei, das man es nicht geschafft hat, die vom Verfassungsgericht gesetzte Frist für die Neuregelung einzuhalten und die Hatz-IV Sätze bzw. deren Berechnung nach wie vor verfassungswidrig sind.

Mir ist aber auch nicht ganz klar, was Forderungen wie die gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Festangestellten bei diesen Verhandlungen zu suchen hatten. Sicherlich betrifft die Neuregelung der Hartz-IV Sätze zu einem gewissen auch Leiharbeiter, die zu Hungerlöhnen beschäftigt werden. Aber nichts desto trotz sind das 2 Paar Schuhe und man hätte sich eher auf die Neuregelung der Hartz-IV Sätze und das Bildungspaket konzentrieren sollen, anstatt sich an – in diesem Fall – unwichtigen Nebenkriegsschauplätzen aufzureiben.

Mein persönlicher Eindruck ist, das beide Seiten zuletzt nicht mehr wirklich an einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen interessiert waren und jede Seite jetzt versuchen wird, das Scheitern für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Letztendlich haben heute Nacht abber alle verloren: Die Hartz-IV Empfänger bekommen nach wie vor nicht mehr Geld, die Arbeitsagenturen und ArGen müssen weiterhin verfassungswidrige Hatz-IV Sätze zahlen und sowohl Regierung als auch die Opposition haben einmal mehr den Hartz-IV Empfängern unverhohlen ins Gesicht gespuckt. Sicherlich zur Freude der unzähligen Rattenfänger vom linken und rechten Rand der politischen Landschaft.

Mehr Lohn? Nicht für mich!

Und wenn Frau von der Leyen es noch 1000x mantra artig herunter betet (>>klick): Die von Ihr in Aussicht gestellten Lohnzuwächse wird es wohl eher nur in größeren Unternehmen und nicht in den vielen kleinen Betrieben geben. Zu dumm nur, das die meisten Menschen in eben diesen kleineren Betrieben arbeiten 👿

Mein Gehalt wird dieses Jahr wohl auch weiterhin bei 21.600 EUR p.a. stehen bleiben. So gut kenne ich meine Situation inzwischen, das ich diese Prognose stellen kann. Und ich werde nicht der einzige sein, dem es so geht.

Aber vielleicht redet Frau von der Leyen unseren Kunden mal ein wenig ins Gewissen, damit die nicht immer wegen Kleinigkeiten den kompletten Rechnungsbetrag zurückhalten oder auch insgesamt mehr bei uns kaufen. Sorry, aber diese Ironie konnte ich mir nicht verkneifen 😎

Und wenn ich dann noch das Gejammer der Wirtschaft über den angeblichen Fachkräftemangel höre 😈 … aber das ist ein anderes Thema 😉