The sound of silence

Simon & Garfunkel – The Sound of Silence – Madison Square Garden, NYC – 2009/10/29&30

Ich laufe jetzt schon seit einiger Zeit mit meiner Polar M400 Uhr und habe das Smartphone bislang beim Laufen nur noch als MP3-Player verwendet. Seit einigen Wochen laufe ich jedoch komplett ohne Musik, weil ich es angenehmer finde, statt von Musik von den Geräuschen der Umgebung begleitet zu werden.

Es ist einfach viel angenehmer, beim Laufen den Zwitschern der Vögel zu lauschen, als sich von irgendwelchen Musik-Beats oder -Takten anpeitschen zu lassen.

Warum ich kaum noch Radio höre

Ich will ehrlich sein: Mittlerweile höre ich kaum noch Radio.

Die Sender klingen mit Ausnahme ihrer Jingle alle irgendwie gleich, da sie alle mehr oder weniger die selbe Musik spielen. Irgendwas von den 1970ern bis heute. Wenn ich dann auch noch zwischen mehreren Sendern wechseln muss, weil alle zur selben Zeit einen Song spielen, den ich nicht mag, bekomme ich Puls und weiß wieder, warum ich kaum noch Radio höre. Sicher kommt das jetzt nicht so oft vor, aber es ist ein gutes Beispiel für die Beliebigkeit der Sender.

Erschwerend kommt hinzu, das die Musik die sich heute so in den Charts tummelt, für mich kaum noch qualitativ gute Musik ist. Sicher haben die Künstler mit den Songs einen gewissen kurzfristigen Erfolg. Aber wirklich von Dauer ist da selten was. Von den meisten hört man 1 – 2 Songs und dann sind sie auch wieder in der Versenkung verschwunden, aus der sie gekommen sind. Quantität statt Qualität könnte man das vielleicht auch nennen.

Meine persönlichen Kriterien für gute Musik sind mittlerweile folgende:

  • Der Song brennt sich in Dein Gedächtnis ein, so das man auch Wochen oder Monate später nur maximal 2 Akkorde oder wenige Sekunden braucht, um den Song zu erkennen.
  • Der Rhythmus geht ins Blut und man hat Probleme, ruhig auf seinem Platz ruhig sitzen zu bleiben.
  • Der Text hat eine Botschaft und handelt nicht von irgendwelchen Belanglosigkeiten.
  • Es kommen echte Instrumente zum Einsatz und nicht nur irgendwelche Synthesizer oder Computer.
  • Die Künstler haben sich selber den Erfolg erarbeitet und nicht irgendwelche Casting-Shows gewonnen.
  • Die Künstler schreiben eigene Songs und covern nicht einfach ältere Hits anderer Künstler. Das geht nämlich inzwischen leider in den meisten Fällen einfach nur gewaltig in die Hose.

Also liebe Radiosender, wenn ihr mich als Hörer zurückgewinnen wollt, dann fangt endlich wieder an, euch von den anderen Sendern zu unterscheiden, indem ihr vielleicht mal Songs spielt, die man nicht ständig irgendwo anders auch hört. Sucht Euch ein paar Perlen, die auch ruhig schon ein wenig älter sind, und spielt die mal wieder. Die Künstler freuen sich sicher, wenn sie von ihrer Plattenfirma mal wieder ein paar Euros überwiesen bekommen 😉

Beispiel gefällig? Bitte!

Simple Minds – Waterfront (Live)

Und ja, ich mag die Simple Minds und ihre Musik. 30 Jahre in dem Business aktiv sein und dabei auch noch einen gewissen Erfolg zu haben, muss man auch erst einmal schaffen!

Liebe Plattenindustrie, liebe „MP3-Dealer“

Ich kaufe ja schon seit einiger Zeit meine Musik bevorzugt als MP3s, einfach deshalb, weil ich mir dann das Rippen auf das Notebook erspare und weil die Lieferzeit unschlagbar schnell ist 😀

Was mich aber seit jeher besonders bei MP3-Alben nervt ist, das dort die Booklets fehlen und man dafür extra noch die CD-Version des Albums kaufen müsste. Ich möchte die Booklet jedoch nur ungern missen, weil man dort einerseits die Lyrics der Lieder nachlesen kann oder manchmal sogar ein wenig Background zu dem Album erfährt. Hinzu kommen die sehr oft echt klasse gemachten Bilder und Fotos, mit denen die Booklet illustriert sind.

Warum kann man die Booklets denn nicht einfach als PDF-Dateien zu den MP3s dazu packen oder dem Kunden einen Einmal-Code per Mail schicken, mit dem er sich das Booklet dann herunterladen kann? Das sollte doch im Jahr 2014 nicht mehr so schwer zu machen sein, oder?? 😎

Time for Rock and Roll

Könnt Ihr euch noch an den 2006er Eurovision Song Contest erinnern? Nein? Das war der, der von Lordi im wahrsten Sinne gerockt wurde.

Lordi – Hard Rock Hallelujah

Was seit dem anscheinend keine andere Band mehr gewagt und/oder geschafft hat 🙁

Und wenn ich ehrlich bin, gefällt mir der Sound der Finnen inzwischen richtig gut. Kann auch daran liegen, das ich es musikalisch gerne eine Spur härter mag, obwohl oder gerade weil Lordi auch (für eine Hard-Rock-Band) sanftere Töne anschlagen kann.

Lordi – it snows in hell (Live Wacken 2008)

Wie dem auch sei: let’s rock!

Genies

Kommt es mir nur so vor oder waren Falco und Freddie Mercury auf ihre jeweilige Art Genies, die viel zu früh von uns gegangen sind?

Wer heutzutage das Radio einschaltet und zu einer Zeit aufgewachsen ist, als Queen und Falco noch regelmäßig gespielt wurden, bekommt jedenfalls zwangsläufig diesen Eindruck. Die meisten Künstler verschwinden so schnell wieder in der Versenkung, wie sie aus ihr hervor gekommen sind und bei vielen Liedern hat man so ein hab ich doch schon irgendwo schon einmal gehört Gefühl. Abgesehen davon klingt vieles aus den heutigen Charts irgendwie nach Schema 08/15.

Queen oder Falco hingegen waren so wandlungsfähig und ihr musikalisches Repertoire besaß eine solche Bandbreite, das man CDs von Queen oder Falco ohne Probleme längere Zeit in einer Endlosschleife laufen lassen kann, ohne, das sie langweilig wird. Bei Stücke, wie beispielsweise Jeany undComing Home von Falco oder Bohemian Rhapsody und Who want’s to live forever von Queen überkommt mich noch immer jedes mal eine gewisse Ehrfurcht.

Und bei These are the days of our lives passiert jedes mal, wenn ich es höre, das, was ansonsten bislang kein anderes Stück bislang geschafft hat: mir läuft ein kalter Schauer den Rücken herunter. Was aber wohl auch daran liegen dürfte, das ich die gewisse Tragik hinter dem Stück kenne:

Das Stück wurde kurz vor Mercurys Tod als Single veröffentlicht und der letzte Satz des Textes lautet I still love you, weshalb man vortrefflich darüber diskutieren kann, ob das nur Zufall war oder (was ich eher glaube) ob Mercury seinen baldigen Tod geahnt hat und sich auf diesem Weg von seinen Fans verabschieden wollte.

Falco und Freddie Mercury waren auf ihre Art Genies und es ist schade, das sie viel zu früh von uns gegangen sind. Mit ihrer Musik haben sie sich jedenfalls selber Denkmäler gesetzt, die in Zeiten des musikalischen Einheitsbreis um so heller strahlen.

Wissenschaft für alle: Symphony of Science

Ich bin ja eigentlich kein sehr großer Fan von Elektromusik, aber Symphony of Science ist da eine Ausnahme. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Wissenschaft und die normale Bevölkerung durch Musik zusammen zu bringen. Dazu werden Aussagen von Wissenschaftlern, z.B. in TV-Reportagen, durch den Synthesizer gejagt, neu Arangiert und mit Musik unterlegt. Das ganze klingt echt klasse und die Musik ist cc-nc-sa 3.0 lizensiert und kann kostenlos oder gegen einen kleinen Obolus, dessen Höhe jeder selbst bestimmen kann, heruntergeladen werden.

So, genug geschrieben, jetzt gibt es eine kleine Kostprobe:

Symphony of Science – the Quantum World!

Das Content-Kartell schlägt zurück

Wie auf Netzpolitik zu lesen ist, hat es das Content-Kartell anscheinend geschafft, mit Sigfried Kauder einen Betonkopf aus der Wirtschaftspartei CDU auf ihre Seite zu ziehen.

Eben dieser halt nämlich laut der Musikwoche angedroht, das man binnen 8 Wochen einen Gesetzentwurf für ein 2-Strikes-Warnmodell in den Bundestag einbringen wolle. In wie weit hier nur ein vom Content-Kartell vorgefertigter Text verwendet wird, lasse ich mal dahingestellt. Es dürfte aber jeden klar sein, das der Weg von 2- zu 3-Strikes nicht weit ist.

Sollte es tatsächlich soweit kommen und sollte des SPD diesen Blödsinn noch unterstützen, ist das eine gute Gelegenheit, das rote gegen ein orangenes Parteibuch auszutauschen.