Die ewige Zentralregister-Nebelkerze

Es ist irgendwie faszinieren zu beobachten, mit welcher Regelmäßigkeit nach irgendwelchen Zentralregistern gerufen wird, wenn die Presse die deutschen Sicherheitskräfte mal wieder mit herunter-gelassenen Hosen erwischt hat.

Da fragt man sich doch zwangsläufig, wann es endlich ein Zentralregister für unfähige Sicherheitskräfte oder Nebelkerzen werfende Politiker gibt. Nichts anderes sind diese Zentralregister nämlich: Aus Steuergeldern finanzierte Nebelkerzen um die Öffentlichkeit ruhig zu stellen und zu vertuschen, das die Politik entweder unfähig und unwillig ist, die aufgedeckten Probleme ernsthaft zu lösen. Ein Zentralregister hört sich gut an, tut niemandem weh und der Bürger dumme Wähler glaubt, das man etwas tut.

Was anstatt unzähliger Zentralregister tatsächlich nötig ist, sind Sicherheitsbehörden, die miteinander kommunizieren und kooperieren so wie Nachrichtendienste, die nicht auf einem Auge blind sind und ernsthaft von den Parlamenten kontrolliert werden.

Vorbilder, die keine mehr sind

Man sagt eigentlich, das Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Vorbilder für den Rest der Gesellschaft sein und mit gutem Beispiel vorangehen sollen.

Von dieser noblen Forderung ist heutzutage jedoch nur noch wenig bis gar nichts übrig geblieben. Mit sehr viel Wohlwollen könnte man sagen, das viele derer, die in der Öffentlichkeit stehen, Vorbilder dafür sind, wie man es nicht machen soll.

Jüngstes Beispiel sind wohl die Politiker, welche dabei erwischt wurden, das sie sich ihren Doktor-Titel durch etwas, das man gemeinhin als „Betrug“ bezeichnen würde, erschlichen haben. Und auch im Moment des Ertappt werden verhalten sich diese Politiker wenig vorbildlich sondern eher wie Sechstklässler, die beim Abschreiben vom Nachbarn erwischt wurden:

Anstatt ihr Fehlverhalten offen und ehrlich zuzugeben und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, wird erst einmal versucht, alles ab zu streiten oder mit fadenscheinigen Ausreden zu rechtfertigen. Falls das alles nicht funktioniert, wird als letztes Mittel versucht,  sich als Opfer eine Kampagne darzustellen, die vom politischen Gegner initiiert wurde.

Aber auch in der freien Wirtschaft sind viele Akteure auch kein Kind von Traurigkeit, wenn es darum geht, sich selbst oder dem eigenen Unternehmen, notfalls auch mit nicht völlig legalen Mitteln, einen wirtschaftlichen Vorteil in Form von lukrativen Aufträgen zu verschaffen. Wie oft hört oder liest man von Spitzen-Managern, die entweder selber die Hand verbotener Weise aufgehalten haben oder anderen Leuten „Aufmerksamkeiten“ aus irgendwelchen schwarzen Kassen haben zukommen lassen?

Die Systematik der (politischen) Skandale in Deutschland

Ist Euch schon einmal aufgefallen, das die Abläufe bei (politischen) Skandalen fast immer die gleichen sind, nachdem ein Fehlverhalten eines Betroffenen ans Tageslicht gekommen ist?

Zuerst wird in einer Art Reflex alles abgestritten. Wenn dann immer mehr Details ans Licht der Öffentlichkeit kommen, wird stückchenweise immer nur das zugegeben, was eh nicht mehr zu leugnen ist. Wahrscheinlich in der Hoffnung, das die ganze Sache noch immer im Sande verlaufen wird. Irgendwann sind dann aber entweder so viele unangenehme Details bekannt geworden oder der Druck von allen Seiten wird so groß, das der Betroffene nur noch zurücktreten kann. Schlechte Verlierer schieben auch jetzt noch alle Schuld von sich weg und versuchen, ihre Hände in Unschuld zu waschen und sich als Opfer einer Kampagne des (politischen) Gegners und/oder der Medien darzustellen.

Wenn es nicht so erbärmlich wäre, könnte man wahrscheinlich darüber lachen, das Skandale in Deutschland fast immer nach diesem Schema ablaufen 😉