falsch wählen?

Nachdem ich vor einigen Tagen von einem Bekannten darauf angesprochen würde, das Angst habe, falsch zu wählen, habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, ob das überhaupt möglich ist und wie man ggf. richtig wählt.

Auf den ersten Blick kann nur falsch wählen, wenn man seinen Stimmzettel unbewusst ungültig macht, indem man entweder zu viele oder zu wenig Kreuze macht.

Ich finde, man kann aber auch falsch wählen, wenn man nicht die Partei wählt, die den eigenen politischen Ansichten nahestehend ist, sondern die Partei, die das kleinste Übel für einen darstellt und von der man ausgeht, das sie es am ehesten schafft, die so genannte 5%-Hürde zu überspringen. Allgemein nennt man so etwas auch taktisches Wählen.

Diese Art zu wählen ist für mich aber reiner Opportunismus, da es in meinen Augen bei Wahlen auch immer darum geht, ein politisches Statement abzugeben. Wählt man jedoch beispielsweise aus taktischen Gründen die SPD, obwohl einem die Piraten eigentlich politisch näher stehen, lügt man gleich 3 mal: Man belügt die SPD, weil sie ein besseres Ergebnis bekommt, als sie es eigentlich „verdient“ hätte, man belügt die Piraten weil ihr Wahlergebnis schlechter ausfällt, als nötig und man belügt sich selber auch ein Stück weit.

Sicher könnte man jetzt argumentieren, das jede Stimme für eine Partei, die an der 5%-Hürde scheitert, weggeworfen ist. Dem ist aber nicht so. Zuerst einmal bekommen alle Parteien, mit mehr als 1% der abgegebenen Stimmen etwas von der staatlichen Wahlkampfkostenerstattung ab. Zweitens sorgt jede abgegebene, gültige Stimme dafür, das es der spätere Wahlsieger schwerer hat, diese Wahl zu gewinnen und sich am Ende vielleicht sogar einen Koalitionspartner suchen muss. Und last but not least kann man sich behaupten, mit sich selbst im reinen zu sein, weil man die Partei gewählt hat, die die eigenen politischen Ansichten am ehesten vertritt.

Und nur weil eine Partei bei dieser Wahl an der 5%-Hürde gescheitert ist, muss das ja nicht heißen, dass das für immer so bleibt. Selbst die Grünen haben in einigen Bundesländern mehrere Anläufe gebraucht, um in das dortige Parlament einzuziehen 😉

12 Jahre

Heute vor 12 Jahren wurden von Terroristen im Namen des Islam 3 Flugzeuge mit unschuldigen Passagieren als fliegende Bomben verwendet. 2 Flugzeuge brachten des World Trade Center in New York zum Absturz und rissen damit nochmals unzählige Unschuldige mit in den Tod. Das dritte Flugzeug hatte das Pentagon in Washington zum Ziel und richtete auch dort erhebliche Schäden an.

In der Folge dessen erklärten die USA dem internationalen Terrorismus den Krieg und überfielen teils völkerrechtswidrig, teils auf Basis falscher Informationen (Stichwort: „Curveball„) den Irak und Afghanistan, um die dort herrschenden Regierungen, welchen man vorwarf, den Terrorismus zu unterstützen, zu stürzen. Und im Absetzen unliebsamer Regierungen haben die USA sehr viel Erfahrung.

Diese Überfälle und ihre Nachwirkungen, die bis heute spürbar sind, fordern noch immer jeden Tag  neue, unschuldige Menschenleben. Zählt man die Opfer von 9/11, der Überfälle auf den Irak und Afghanistan sowie die der Dronenangriffe in Pakistan und anderer Länder zusammen, dürfte diese Opfer-Zahl sich so langsam dem 7stelligen Bereich (>= 1 Mio) nähern.

Die Lehre aus all diesen unschuldigen Opfern kann nur sein, das man Terrorismus nicht durch Kriege oder „gezielte Tötungen“ bekämpft, sondern ihn dadurch eher noch zusätzlichen Auftrieb verschafft. Die Angehörigen all dieser unschuldigen Opfer entwickeln einen nachvollziehbaren Hass auf die, die ihre Angehörigen getötet haben und werden dadurch zugänglicher für die Propaganda der Terroristen.

Hätte man all das Geld, was für diese Kriege ausgegeben wurde, in den zivilen (Wieder)aufbau der Länder gesteckt und dadurch z.B. die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Trinkwasser verbessert oder ihnen Zugang zu Bildung ermöglicht, würden man Terroristen und ihrer Propaganda damit wirksam das Wasser abgraben, da es für sie immer schwerer werden würde, „Nachwuchs“ zu rekrutieren.

Aber stattdessen tun wir diesen Leuten den größtmöglichen Gefallen und geben unsere Freiheiten für das Gefühl von Sicherheit auf, in dem Glauben, das einem dann nichts passieren wird.  Doch das ist eine Illusion, da es niemals absolute Sicherheit geben kann. Anstatt also die Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht zu stellen, sie nach Möglichkeit auf Schritt und Tritt zu überwachen und ihre Grundrechte immer weiter einzuschränken, sollte man das Geld stattdessen besser in die personelle und technische Ausstattung von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten stecken. Da wäre es sicher deutlich besser investiert.

Jede Waffe findet ihren Krieg

So sagt man zumindest und ich denke, das damit auch gleichzeitig das größte Problem von Waffen und dem Handel mit selbigen kurz und prägnant auf den Punkt gebracht wird: Waffen werden primär produziert, um damit zu töten. Und so ganz nebenbei ist Deutschland der drittgrößte Hersteller und Exporteur von Waffen und Munition. Das ist in meinen Augen nichts, worauf man stolz sein sollte. Immerhin gingen in der Vergangenheit 2 Weltkriege von deutschem Boden aus. Wir haben daher eine besondere, geschichtlich begründete Verantwortung, uns für eine friedliche Welt einzusetzen. Und was machen wir? Wir exportieren Waffen und Munition, die letztendlich genau das Gegenteil von dem erreichen!

Top Exporteure von konventionellen Waffen bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Anmerkung: So ganz nebenbei würde es mich auch nicht wirklich überraschen, wenn irgendwann bekannt werden würde, das einzelne Hersteller von Waffen in die Entstehung von bewaffneten Konflikten oder in das Scheitern von Friedensgesprächen involviert sind/waren. Zumindest aus ökonomischer Sicht würde so ein Verhalten Sinn machen. Immerhin bedeuten neue oder längere bewaffnete Auseinandersetzungen ja auch mehr Umsätze für die Hersteller von Waffen.

Warum werden Waffen produziert, um damit zu töten? Weil niemand z.B. 200 Kampfpanzer kauft, nur um sie dann in den Garagen der Kasernen unbenutzt herum stehen und Staub ansetzen zu lassen. Nein, wer solch schweres Gerät kauft, der will es auch benutzen. Die harmloseste Art der Benutzung ist dabei das Manöver. Wobei man nicht außer Acht lassen sollte, das es dabei immer auch darum geht, einen möglichen Ernstfall zu üben.

Eine Waffe muss aber nicht zwangsläufig aktiv eingesetzt werden, um zu töten. Ihre bloße Anwesenheit kann schon ausreichen. Wenn eine Regierung z.B. in der Hauptstadt ihres Landes mehrere Armee-Divisionen aufmarschieren lässt, um (angebliche) Unruhen zu verhindern, werden dadurch schon fast automatisch die Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit getötet. Oder wer würde ohne ein ungutes Gefühl in der Magengrube in Sicht- und Schussweite einer mit Sturmgewehren und Schützenpanzern ausgerüsteten Kompanie Soldaten gegen etwas demonstrieren, was die Soldaten verteidigen sollen? Wohl kaum jemand!

Was uns aber auch zu denken geben sollte, ist die Tatsache, das die Menschheit die einzige Spezies in der Geschichte unseres Planeten ist, die über genug Massenvernichtungswaffen verfügt, sich selber binnen kürzester Zeit vollständig auszulöschen.

Nuklearwaffen in den Lagern der NATO
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Einstein hat das ganze sehr treffend formuliert:

Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es zeitweise auch gar nicht so abwegig, das es so weit kommen würde, das sich die Menschheit selber auslöscht. Wäre die Kubakrise weiter eskaliert, wäre zwangsläufig irgendwann aus dem kalten sehr schnell ein heißer Krieg geworden und es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis eine Kriegspartei auf den roten Knopf für ihre Atom-Waffen gedrückt hätte. Genug Hardliner, die verbohrt genug waren, das so genannte Gleichgewicht des Schreckens zu ignorieren gab es zu der Zeit auf beiden Seiten des eisernen Vorhangs.

Und was passiert wäre, wenn eine Kriegspartei ihre Atomwaffen zuerst eingesetzt hätte, dürfte wohl jedem klar sein: Das Gleichgewicht des Schreckens hätte auf brutalst mögliche Art und Weise seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt.

Es gab zu dem Thema auch Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends eine sehenswerte TV-Dokumentation, in der das Gedankenspiel gewagt wurde, was passiert wäre, wenn der Militärputsch gegen Gorbatschow erfolgreich gewesen wäre. Am Ende dieses Gedankenspiels, in dem es in Europa zu einem Krieg zwischen Ost und West kam, wurde von der Sowjetunion eine Atombombe über der Ostsee gezündet. Zwar nur zur Abschreckung, aber die Hemmschwelle, Atom-Waffen einzusetzen, wurde endgültig überschritten, da sich die Sowjetunion eine aussichtslose Lage befand. Und wir wissen auch, das verzweifelte Menschen  mindestens genau so gefährlich sind, wie fanatisierte Menschen.

Aus diesen Gründen gehören aus meiner Sicht alle ABC-Waffen auf diesem Planeten restlos demontiert und  unschädlich gemacht. Die Armeen dieser Welt gehören in meinen Augen entweder komplett aufgelöst, was am wünschenswertesten wäre, oder zumindest so weit demobilisiert, das sie, wie es die Bundeswehr bis Anfang der 1990er Jahre war, nur noch reine Verteidigungsarmeen sind

Ansonsten wird irgendwann wieder jemand auf einen roten Knopf drücken und damit eine Kettenreaktion auslösen, an deren Ende die Menschheit sich selber ausgelöscht hat. Wahrscheinlich nicht unbedingt in den nächsten Jahren, aber je länger es Massenvernichtungswaffen gibt, desto größer ist die Gefahr, das sie auch eingesetzt werden. Besonders, wenn politisch instabile Staaten wie z.B. Pakistan über solche Waffen verfügen und somit permanent die Gefahr besteht, das (religiöse) Fanatiker diese unter ihre Kontrolle bringen könnten.

Die Menschheit ist reif genug, um ihre Konflikte ohne Waffengewalt und stattdessen mit Hilfe von Institutionen wie der UNO oder lokalen Bündnissen wie der EU, der Afrikanischen Union oder ASEAM auf diplomatischem Wege zu lösen.

Nur, weil es schon immer Kriege gab, heißt das doch nicht, das es sie auch in Zukunft  immer geben muss!

Hal Du sie dumm, ich mache sie arm!

So oder so ähnlich lautete bösen Zungen nach ein Jahrhunderte alter Pakt zwischen dem Klerus und der Politik. In dem Pakt, den es nie offiziell gab, oblag es der Politik, dafür zu sorgen, das die Menschen nicht so viel Zugang zur Bildung bekamen, damit sich der Klerus durch Ablasshandel und andere „innovative“ Geschäftsideen an ihnen auch weiterhin bereichern konnte.

Aber auch heute noch scheint es diesen Pakt zu geben. Nur, das heute die Medien den Platz des Klerus eingenommen haben und das man darüber streiten kann, ob die Politik heute für das dumm halten oder für das arm machen zuständig ist. Fakt ist jedenfalls, das unser Bildungssystem diesen Namen kaum noch verdient, da es viel mehr ein Ausbildungssystem ist, in dem unsere Kinder alles nötige lernen, um später im Berufsleben zu funktionieren. Neue Goethes oder Schiller bringt dieses System jedoch kaum hervor. Genau so wenig soll dieses „Bildungssystem“ es Kindern aus niederen Verhältnissen im großen Stil ermöglichen, einen sozialen Aufstieg zu schaffen. Dazu muss man sich nur vor Augen halten, dass das 3-gliedrige Schulsystem im Grunde noch aus den Zeiten des deutschen Kaiserreiches stammt. Aus einer Zeit also, in der das Gesellschaftsmodell mit Unter-, Mittel- und Oberschicht noch sehr stark ausgeprägt war und niemand auch nur im Traum daran gedacht hat, beispielsweise einem Arbeiter-Kind den Besuch des Gymnasiums oder gar einer Universität zu ermöglichen. Im laufe der Jahre wurden von der Politik zwar hier und da immer wieder ein paar Stellschrauben verändert, um zumindest den Eindruck zu erwecken, das ein sozialer Aufstieg durch  Bildung möglich wäre, aber an dem Grundprinzip der 3-gliedrigkeit wurden nie gerüttelt. Das es jedoch bessere und vor allem erfolgreichere Beispiele für ein modernes und durchlässiges Bildungssystem gibt, demonstrieren insbesondere die skandinavischen Länder, in denen es im Grunde nur Gesamtschulen gibt, zuweilen sehr eindrucksvoll.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Das es mit dem Bildungsniveau in diesem Land anscheinend nicht mehr sehr weit her ist, kann man sehr eindrucksvoll daran erkennen, das es TV-Formate wie Frauentausch, Bauer sucht Frau, DSDS oder GNTM schaffen, nicht gleich nach den ersten Folgen mangels Einschaltquote wieder abgesetzt zu werden. Auch wenn man es vielleicht nicht sofort merkt, aber bei all diesen Formaten geht es primär darum, die Teilnehmer bloß zu stellen und vorzuführen.

Für die Politik sind solche Trash-TV Formate übrigens ebenfalls sehr nützlich. Frei nach dem Motto Brot und Spiele ist das Volk abgelenkt man kann in Ruhe und ohne nennenswerten Widerstand von der Straße immer neue Überwachungsgesetze, die unser aller Freiheit immer weiter einschränken. Aber auch die seriösen Medien spielen dieses Spiel mit und dienen sich der Politik an, anstatt ihr – wie es eigentlich ihre Aufgabe wäre – auf die Finger zu schauen. Um diesen Pakt mit der Politik zu verschleiern, wird zwar ab und an über Gesetzesvorhaben, welche zum Beispiel weitere Überwachungsmaßnahmen unter dem Deckmantel des Kampfes gegen der Terror installieren, berichtet, aber meist nur als Randnotiz oder so oberflächlich, das den meisten Menschen die Tragweite dieser Gesetze nicht sofort klar wird. Anstatt beispielsweise ausführlich über die möglichen Konsequenzen der Vorratsdatenspeicherung oder der Neuregelung der Bestandsdatenauskunft zu informieren, langweilt man den Zuschauer lieber mit Börsen-Nachrichten und anderen Belanglosigkeiten.

Das es in den Köpfen vieler Menschen auch noch immer das Obrigkeitsdenken aus der Zeit von Kaiser Wilhelm II gibt, tut wahrscheinlich sein übriges dazu. Dieses Obrigkeitsdenken auszurotten wäre aber eigentlich Aufgabe des Bildungssystems gewesen, womit sich der Kreis wieder schließt und wir wieder bei dem uralten Pakt der Politik mit dem Klerus und den Medien wären:

Halt Du sie dumm, ich mache sie arm!

Volker📢Pispers ⛔️ Halt' du sie dumm 🐑 ich halt' sie arm…

Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft

Philosophen sagen oft, das die schärfste Waffe eines Menschen sein Verstand ist. Aber diese Waffe ist anscheinend bei vielen Menschen stumpf geworden oder sie war nie richtig scharf, was man unter anderem daran erkennen kann, das Formate wie „Familien im Brennpunkt“ nicht nach der ersten Folge aufgrund katastrophaler Quoten wieder abgesetzt werden.

Dieser Umstand wird auch durch unser Bildungssystem, das man wohl eher als Ausbildungssystem bezeichnen sollte, noch zusätzlich unterstützt. Die ganze Unterrichtspläne sind inzwischen mehr oder wenig darauf ausgelegt, die Schüler „fit für das Berufsleben“ zu machen. Nicht, das dieses Ziel falsch wäre, aber in meinen Augen werden die Schüler von heute nicht mehr dazu befähigt, kritischen und selbst denken Bürgern zu sein, die in der Lage sind, politische Entscheidungen kritisch hinterfragen. Ebenso kommt die Komponente der körperlichen Ertüchtigung in Form des Schulsports immer kürzer. Man sagt ja auch, das ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper wohnen kann und selbst die Samurai im alten Japan wussten schon, das es falsch war, nur ihre Fähigkeiten im Kampf zu trainieren. „Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft“ weiterlesen

Phrasenschwein

Vielleicht kommt es nur mir so vor, aber wenn Politiker vor ein Mikrophon/eine Fernsehkamera treten, mutieren sie sehr oft zu Phrasendreschern, die sich ihre heiße Luft auch sparen könnten, weil sie eh nichts neues von sich geben.

Besonders schlimm wird es, sobald mehrere Politiker an einer Diskussionsrunde teilnehmen. Da erlebt man dann sehr oft eine Art kollektives Phrasendreschen (quasi Phrasendreschern 2.0) 🙂

Aber wo wäre das Problem, bei politischen Diskussionsrunden ein Phrasenschwein aufzustellen, in welches der Phrasendrescher für jede Phrase 5 oder 10 Euro stecken „darf“. Dem Niveau so mancher Diskussionsrunde würde so ein Phrasenschwein sicher zuträglich sein 😉