Bildungsföderalismus ist toll!

Lang lebe der Bildungsföderalismus in Deutschland. Er macht das Leben wunderbar kompliziert und ohne ihn hätten wir kaum Probleme wie mein aktuelles, was da lautet

Schreibe ich jetzt ‘mittlere Reife’ oder ‘Erweiterter Sekundarabschluss 1′ in den Lebenslauf?

Für alle nicht Niedersachsen hier mal ein kleiner Exkurs, um das Problem zu verdeutlichen:

Während es in den meisten Bundesländern nur den Realschulabschluss, den man allgemein als “mittlere Reife” kennt, gibt, hat man in Niedersachsen beschlossen, diesen Abschluss in den Realschulabschluss und den Erweiterten Sekundarabschluss 11 zu teilen. Und wie so oft steckt der Teufel im Detail. Auf das Gymnasium darf man in Niedersachsen nach der Realschule nur, wenn man den Erw. Sek. 1 bekommen hat. Mit dem normalen Realschulabschluss ist nach Klasse 10 erst einmal Endstation, was die schulische Laufbahn angeht.

Zurück zum eigentlichen Problem. Da der Erweiterter Sek.1 eine niedersächsische Eigenart ist, kann in Bayern und dem Rest der Republik kaum jemand etwas mit dem Begriff anfangen.

Um damit sind wir auch schon bei des Pudels Kern angekommen: Schreibe ich jetzt “mittlere Reife” in meinen Lebenslauf, stimmen Lebenslauf und Kopie des Abschlusszeugnisses der Realschule nicht überein und ich darf im besten Fall entsprechende Nachfragen beantworten. Im schlimmsten Fall wird mir deswegen abgesagt. Schreibe ich hingegen “Erweiterter Sekundarabschluss 1″ in den Lebenslauf, kann ich darauf wetten, das ich den Leuten erklären darf, was das denn für ein “komischer” Schulabschluss ist. :-(

Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, um diese Zwickmühle aufzulösen, ist,

Erweiterten Sekundarabschluss 1 (mittlere Reife)

in den Lebenslauf zu schreiben. Nicht wirklich schön, aber Hauptsache, jeder weiß (hoffentlich), was Sache ist. :cool:

  1. Erw. Sek.1 []

Schule 2.0

Schule ist einer der wenigen 1.01 Bereiche in unserer Gesellschaft. Noch immer müssen unsere Kinder schon in der Grundschule schwere Ranzen mit unzähligen Büchern Tag ein, Tag aus mit sich herum schleppen und ihre Hausaufgabe mit Stift und Papier erledigen. Mit Ausnahme einiger weniger Fächer wie Mathematik wäre es jedoch relativ problemlos möglich, den Schulalltag größtenteils digital abzuwickeln.

Und das könnte in etwa so aussehen: Schüler bekommen zu Beginn des Schuljahres von der Schule gegen Kaution einen Tabletcomputer zur Verfügung gestellt der sowohl Schulbücher als größtenteils Stift und Papier ersetzt. Schulbücher werden als gemein freie oder Creative-Commons lizenzierte eBooks auf einem Intranet-Server der Schule gespeichert und von dort auf das Tablet herunter geladen. Digital erstellte Hausaufgaben werden vom Tablet auf einen Intranet-Server der Schule hoch geladen, dort von den Lehrern korrigiert und anschließend zum Download auf das Tablet des Schülers freigegeben.

Es gäbe sicher noch mehr Möglichkeiten, Tablets als primäres Medium in der Schule zu nutzen, aber ich wollte auch nur einen Denkanstoß geben, um zu zeigen, das so etwas relativ einfach umzusetzen wäre. Willkommen in der Schule 2.0 ;-)

  1. kaum oder gar nicht im digitalen Zeitalter angekommen []

Aufstand der Wattestäbchen-Armee?

Seit einigen Wochen scheint es so, als wären die deutschen Datenschützer aus einer Art Letargie erwacht. So wird beispielsweise der Leiter des ULD nicht müde, deutsche Betreiber von Websites, die die Social-Plugins von Facebook und Co nutzen, zu verunsichern, indem er eben diesen mit Bußgeldern droht. So sehr man ihm in dem Punkt zustimmen muss, das diese Plugins alles andere als Datenschutzkonform sind, so falsch ist das gesamte Vorgehen an sich.

Wesentlich effektiver und nerven schonender wäre es, wenn man z.B. im Rahmen des EDV-Unterrichts in den Schulen den Menschen erklären und beibringen würde, wie sie z.B. Facebook so konfigurieren, das ihre persönlichen Daten möglichst gut geschützt sind und welche Daten sie am besten gar nicht erst bei Facebook hinterlegen.

Damit wäre auf lange Sicht mehr erreicht, als wenn man exemplarisch gegen einigen Firmen vorgeht und Bußgelder verhängt, welche diese Firmen wahrscheinlich aus der Porto-Kasse bezahlen. Man sollte nicht vergessen, das die deutschen Datenschützer letztendlich zahnlose Papiertiger sind und dass das politisch so gewollt ist.

Verweichlichte und verlogene Gesellschaft

Die gegenwärtige Gesellschaft ist leider in den letzten Jahren total verweichlicht und die “modernen” Eltern mutieren immer mehr zu Glucken, die ihren Kindern dadurch mehr schaden, als das sie ihnen helfen.

Zu meiner Zeit wurden Kinder, die lebhaft waren vor die Haustür und auf den Spielplatz gejagt, damit sie dort ihre überschüssige Energie verbrauchen konnten. Heute rennt man mit solchen Kindern gleich zu einem wohlgesonnene Arzt und stellt sie mit Ritalin oder anderen Mitteln ruhig. Ist ja auch einfacher, als sich mit dem Kind zu beschäftigen und mit ihm auf den Spielplatz zu gehen.

Wenn man sich während meiner Schulzeit mit einem anderen Schüler auf dem Schulhof geprügelt hat, gabs danach ne Standpauke vom Lehrer oder in schlimmeren Fällen vom Schulleiter. Okay, bei uns gab es auch eine goldene Regel, wenn man sich schon mit jemandem geprügelt hat, was ja auch nur in Ausnahmefällen passierte:

Wenn der “Gegner” auf dem Boden liegt oder verletzt ist, ist Schluss!

Heute wird wahrscheinlich sofort ein Fass aufgemacht, indem der Schhul-Psychologe und das Jugendamt eingeschaltet werden und das Kind von der Schule verwiesen wird. Dabei waren die beteiligten Eltern und Lehrer in ihrer Jugend wahrscheinlich auch nicht wirklich besser und haben sich des öfteren gerauft. Aber das darf man ja nicht zugeben. Das war ja damals und damals waren ganz andere Zeiten. Solch eine Verlogenheit kotzt mich ehrlich gesagt nur noch an!

Die Trennung von Staat und Kirche ist Etikettenschwindel

Laut dem Grundgesetz herrscht in Deutschland eine Trennung von Staat und Kirche. So gibt es z.B. nicht wie in vielen arabischen Ländern eine Staatsreligion und es wird jedem die freie Ausübung seiner Religion garantiert.

Das es mit dieser Trennung aber nicht all zu weit her ist, sieht man z.B. daran, das es an staatlichen(!) Schulen nach wie vor Religionsunterricht gibt, das die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland nach wie vor vom Staat alimentiert werden und das der Staat für die Kirchen die Kirchensteuer eintreibt.

The best days of my life

Man sagt ja, das man gutes erst dann erkennt, wenn es vorbei ist. Von daher war die Zeit zwischen der 7. und 10. Realschulklasse wohl die besten Tage meines bisherigen Lebens. Unbestätigten Gerüchten nach, war sich die Lehrerschaft weitestgehend einig, das wir die mit Abstand größten der Schule waren. Zumindest während der Pausen :D

Diese Zeit ist eine Zeit, die ich um nichts in der Welt missen möchte, denn es war eine Zeit, in der ich zumindest sehr viel Spaß hatte. Bei vielen Sachen von damals würde ich heute wahrscheinlich

Ich bin zu alt für so einen Mist

sagen. Ob das jetzt daran liegt, das ich demnächst das Dritte Jahrzehnt meines Lebens beginne oder daran, das sich vieles ändert, wenn man Vater ist, lasse ich jetzt einfach mal dahingestellt. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beiden und einigen andern Punkten, die ich wahrscheinlich übersehen habe ;-)

Auf jeden Fall an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle, die mit mir gemeinsam die Schulbank gedrückt haben. Ohne Euch wäre es wohl nur halb so schön gewesen!

Verantwortungsvolle Politik

Politiker schwadronieren ja gerne über “verantwortungsvolle Politik”, aber meiste bleibt es dann bei Lippenbekenntnissen. Für mich würde verantwortungsvolle Politik bedeuten:

Langfristig statt kurzfristig denken

Momentan hat man zumindest das Gefühl, das Politiker sehr oft nur bis zur nächsten Wahl denken und der Machterhalt einen höheren Stellenwert gewähren als er verdient. Wenn es gelänge, das Politiker auch über die nächste Wahl hinaus denken und planen, dann wären wir sicherlich ein gutes Stück weiter. Dieses kurzfristige Denken und die häufen Kehrtwendungen und der damit verbundene Zick-Zack-Kurs (jüngstes Beispiel: Ausstieg aus der Kernenergie) schaden Deutschland mehr, als das sie dem Land nützen. Abgesehen davon, dass das Vertrauen in den Verlässlichkeit politischer Entscheidungen sinkt. Die Menschen und Unternehmen in diesem Land wollen und brauchen eine gewisse Planungssicherheit, damit sie Gelder investieren. Continue reading

Verlogene bürgerliche Politiker

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, oder ob ich mich vielleicht täusche, aber ich habe den Eindruck, das die Vertreter der so genannten “bürgerlichen” Parteien1 bei Diskussionsrunden in Fernsehen besonders schnell dabei sind, den Vertretern der politischen Konkurrenz ins Wort zu fallen.

Dabei hat man zu meiner Zeit noch in der Schule gelernt, das man sein Gegenüber ausreden lassen soll. Diese Leute predigen konservative Werte, an die sie sich anscheinend selber nur solange halten, wie kein Mikrofon oder Fernsehteam in der Nähe ist. Für mich ist das einfach nur verlogen.

Und solchen Menschen haben wir das Schicksal dieses Landes anvertraut.

  1. CDU, CSU und FDP []

Faschingsmuffel

Ja, ich gestehe: ich bin ein Faschingsmuffel!

Ich konnte noch nie etwas mit dieser Fröhlichkeit auf Kommando anfangen, die oft nur als Vorwand für “hoch die Tassen” hergenommen wird. In der Schule und im Kindergarten habe ich den Quatsch auch nur mitgemacht, weil es alle gemacht haben. Frei nach dem Motto:

Ich war jung und wusste nicht, was ich tue :mrgreen:

In diesem Sinne: helau, alaaf und prost Ihr Säcke! 8-)

Ist Die Linke manchmal die bessere SPD?

Die Partei “Die Linke” wird von den Konservativen und Neoliberalen dieses Landes gerne als SED oder Kommunisten beschimpft und diffamiert. Unglücklicherweise springen die Führungskräfte der SPD gerne auf diesen Zug auf und lassen sich so von Konservativen und Neoliberalen von den Karren spannen.

Natürlich ist das, was so manches Parteimitglied der Linken gerne mal von sich gibt, völlig indiskutabel und bedarf keiner weiteren Diskussion. Aber man darf nicht vergessen, das in den Reihen der Linken viele Menschen sind, die früher in der SPD Mitglied waren und die durch den neoliberalen Basta-Kurs von Gerhard Schröder1 und seiner Rot-Grünen Koalition vor den Kopf gestoßen wurden und deshalb die Partei verlassen haben. Viele Leute, die früher in der SPD waren und heute in der Linken sind, sind wahrscheinlich nur aus einem Grund gewechselt:

Sie wollen keinen neoliberalen Turbokapitalismus, wie er heute herrscht, in dem der Großteil der Bevölkerung immer ärmer, oder zumindest nicht reicher wird, während eine Hand voll Menschen immer reicher wird, ohne oft überhaupt etwas dafür tun zu müssen. Die “kleinen Leute”, sprich Arbeitslose, Arbeiter und einfache Angestellte wollen auch nicht von den Parteien “abgeholt” werden, sie wollen auch den Neoliberalismus nicht erklärt bekommen, weil sie ihn schon längst verstanden und durchschaut haben.

Sie wollen ihren Sozialstaat aus den 70er und 80er Jahren zurück, der sich noch um seine Bürger gekümmert hat und sie nicht immer mehr sich selbst überlässt, wie er es heutzutage tut. Sie wollen keinen Staat, der Schulen, Kindergärten und Infrastruktur verfallen lässt, um die Steuergeschenke für Reiche und Superreiche finanzieren zu können.

Und weil die Linke diese Forderungen – ob ernst gemeint oder nicht – immer wieder aufs neue äußert und die SPD diese immer öfter nur übernimmt, ist die Linke für viele sozialdemokratisch gesinnte Menschen die bessere SPD, weil sie diese Forderungen zuerst aufgestellt hat.

  1. den man auch gerne als ersten FDP-Kanzler Deutschland bezeichnen darf []