Das politische System braucht dringend ein Bugfix

Das politische System in unserem Land ist kaputt und braucht dringend ein Bugfix, anders kann man es nicht sagen.

Die Parlamente sind schon lange kein Querschnitt unserer Gesellschaft mehr, sofern sie das überhaupt jemals waren. Der Großteil der Abgeordneten dürfte wohl aus den Reihen der nicht abhängig beschäftigten kommen und deren normaler Gehaltsscheck dürfte wohl auch kaum für Zukunftsängste sorgen.

Wo sind bitte schön die Abgeordneten, die einer normalen Beschäftigung nachgehen und von ihren Arbeitgebern für die Zeit, die sie im Parlament sitzen, freigestellt wurden? Wo sind die Abgeordneten, die vorher ALG2 bezogen haben. Entweder weil sie langzeitarbeitslos waren oder so wenig verdient haben, das sie „aufstocken“ mussten?

Dazu kommt auch, das bei der Vergabe von Minister-Ämtern parteipolitische Aspekte Vorrang vor fachlicher Qualifikation haben. Oder wie ist zu erklären, das Abgeordnete, die z.B. vorher in ihrer Fraktion jahrelang auf dem Gebiet der Verteidigungspolitik aktiv waren auf einmal beispielsweise Wirtschafts- und nicht Verteidigungsminister werden?

Ich habe ja nichts dagegen, wenn ein Politiker ein fachfremdes Ressort übernimmt. Aber es muss dann auch plausibel begründet werden und er muss den nötigen Ehrgeiz zeigen, sich zügig in die neue Materie einzuarbeiten. Wenn dieser Politiker sein Ressort aber nur deshalb zugeschanzt bekommt, weil er z.B. in einem einflussreichen Landesverband Mitglied ist, mit dem man es sich aus partei- und/oder machtpolitischen Gründen nicht verscherzen möchte, ist das absolut ablehnenswert.

Warum kann es bitteschön nicht so sein, das der jeweilige Regierungschef vor der Ernennung der Minister durch den Bundespräsidenten seine Personalvorschläge gegenüber dem Parlament begründen und das Parlament diese dann z.B. mit ⅔ Mehrheit bestätigen muss?

Und wenn wir gerade dabei sind: warum machen wir es nicht endlich so, wie z.B. in den USA, wo der Präsident ja auch nur 1x wiedergewählt werden kann? Diese regelmäßige Rotation an der Spitze der Regierung würde uns sicher nicht schaden und das es nicht unbedingt von Vorteil ist, wenn man 16 Jahre den gleichen Kanzler hat, haben wir ja bei Helmut Kohl gesehen, wo zuletzt Probleme nur noch ausgesessen wurden, anstatt sie zu lösen.

Nein, unser politisches System braucht dringend ein Bugfix, weil es einfach nur kaputt ist. Da ich jedoch weder bei der Union, der FDP, der SPD und den Grünen den ernsthaften Willen erkenne, fundamentale Veränderungen an unserem politischen System vorzunehmen, was auch nachvollziehbar ist, da sie ja selber von den Missständen in dem System profitieren, brauchen wir endlich frisches und unverbrauchtes Personal mit frischen Ideen im Bundestag und den Landesparlamenten.

Wir brauchen die PIRATEN im Bundestag und den Landtagen, damit sich endlich wieder etwas zum Vorteil der Gesellschaft ändert, in diesem Land!

Disclaimer: Ich bin kein Mitglied der Piratenpartei

Ich bin unbesiegbar! :-)

Disclaimer: Das ist nur eine Anspielung auf „James Bond – Golden Eye“ 😉

Bei unserem Kunden, für den wir das Industrietechnik24 System entwickelt haben und weiterentwickeln, hat man sich vor einiger Zeit daran erinnert, das angeblich irgendwann einmal eine Funktion vorhanden war, um die Artikeldaten der Hersteller als Excel-Datei herunterladen zu können. Komischerweise war weder im aktuellen Quellcode noch in den Backups irgendetwas davon zu finden.

Damit blieben nur zwei Möglichkeiten:

  1. Unser Kunde hat irgendwas durcheinander gebracht
  2. Die Funktion war nur sehr kurz implementiert, ging aus Versehen live und wurde anschließend vollständig aus dem Quellcode gelöscht

Da die erste Option eher unwahrscheinlich ist, tendiere ich persönlich zu Option Nr. 2.

Wie dem auch sei: Da die Funktion nicht (mehr) vorhanden ist, unser Kunde diese aber wünscht, haben wir kurzerhand beschlossen, ihm diesen Wunsch zu erfüllen. Was – wie so oft – im ersten Moment einfacher aussieht, als es dann tatsächlich ist. Letztendlich habe ich den ganzen Tag damit verbracht, diese Funktion (mit einigen „Vom Rücken durch die Brust ins Knie“ Hacks) zu implementieren.

Jetzt muss ich morgen nur noch schauen, wie ich die User ablenke, während die CSV-Datei mit den Artikeldaten erstellt wird. Die kann im Extremfall dummerweise bis zu 30 MB groß werden, was entsprechend lange dauert 😯 Aber da fällt mir auch noch was nettes ein, da bin ich mir sicher 😉

Denn wie heißt es so schön:

Wer nicht improvisieren kann, der hat in der Informatik nicht verloren

In diesem Sinne: happy hacking 🙂

Kindergarten 2.0?

Auf Facebook scheinen im Moment Fotomontagen, auf denen die vermutliche Haftstrafe von Kim Schmitz mit Urteilen von angeblichen Mördern oder Kinderschändern verglichen werden, der letzte Schrei zu sein. Dirk Banarek hat sich auf Google+ dazu ausgelassen, und sehr anschaulich erklärt, warum diese Fotomontagen in den (virtuellen) Papierkorb gehören.

Bedauerlicherweise mutiert Facebook anscheinend immer mehr zu einer Art Kindergarten 2.0 oder vielleicht liegt es auch an dem Thema, das man auf folgenden Kommentar, den man zu eben so einer Fotomontage, welche von einer virtuellen Freundin gepostet wurde eine Antwort von einem anderen Diskussionsteilnehmer bekommt, die sich auf einem Niveau bewegt, das ich freundlich formuliert als unterirdisch bezeichnen würde.

Mein Kommentar:

könnt Ihr bitte aufhören, diesen unsäglichen Mist weiter zu posten?! Das ist einfach nur billigste Demagogie und mehr nicht.

Einen Kommentar später habe ich noch den Link auf den oben verlinkten Beitrag auf Google+ nachgereicht. Als Antwort kam dann folgendes:

auch wenn das Bild ein Fake ist, ist es die Wahrheit. Einmal einen Menschen misshandelt – WEG !! SO aus basta… was soll der scheiss mit dem dämlichen „er ist krank, unzurechnungsfähig, hatte ne schwierige Kindheit“, scheiss auf den psychokram. der Täter ist ein TÄTER und warum eigentlich wird immer über den TÄTER gesprochen???? Weg mit ihm und kein wort mehr..um das Opfer muss man sich kümmern!!! SCHEISS SYSTEM !!!!!

Sorry, aber wenn ich so einen Müll als Antwort bekomme, disqualifiziert sich der Schreiber für mich von alleine für jede weitere Diskussion, weil das eh Zeitverschwendung wäre und man letztendlich genau so gut mit einer Wand diskutieren könnte.

In solchen Momenten bin ich irgendwie froh, das ich noch nen Account bei Google+ habe. Dort kann man wenigstens noch sachlich diskutieren.

Die Intransparenz des coburger Stadtrates

Wunderbar! Da berichtet Radio EINS, das die coburger Stadträte ihre Aufwandsentschädigung nicht um die vorgeschlagenen 10% senken wollen. In einem Kommentar hier im Blog hat der Stadtrat Dr. Dressel dem zwar widersprochen, jedoch keine weiteren Details genannt.

Womit wir ein gewisses Problem haben: Da die Printmedien nur unregelmäßig und dann auch nur über einzelne Entscheidungen berichten und das Projekt „Stadtratfernsehen“ seit einem knappen halben Jahr tot ist, heißt es im Moment für all jene, die nicht als Besucher der letzten Stadtratssitzung beigewohnt haben

nichts genaues weiß man nicht

Die Stadt leistet sich zwar ein so genanntes Bürgerinformationsportal, das aber meiner Meinung nach zumindest für den Stadtrat seinen Namen kaum gerecht wird, da die wirklich wichtigen Informationen wie z.B. Sitzungsprotokolle oder gestellte Anträge dort nicht veröffentlicht werden.

Wie soll man als Bürger seine verfassungsmäßige Aufgabe als politischer Souverän verantwortungsvoll wahrnehmen, wenn man kaum in der Lage ist, die Arbeit der lokalen Politik objektiv und zeitnah kontrollieren zu können, ohne mich auf die Märchenstunden im Wahlkampf verlassen zu müssen? Immerhin finden die Stadtratssitzungen in der Regel zu einer Zeit statt, zu der der Großteil der Bevölkerung einem Arbeitsverhältnis nachgehen dürfte.

Von daher wäre es im Sinne der politischen Transparenz durchaus angebracht, wenn der Stadtrat zumindest Anträge und Sitzungsprotokolle zeitnah im Bürgerinfo-System der Stadt Coburg zum Abruf bereitstellen würde.

Neues Projekt: Bewerbungsmanager

Nach einiger Abstinenz vom Quellcode-Hacking habe ich vor einigen Tagen ein neues Projekt gestartet: Bewerbungsmanager.

Der Grund für die Idee zu dem Programm war eigentlich relativ trivial: ich habe allmählich den Überblick darüber verloren, wo und als was ich mich beworben habe. Und es gibt wahrscheinlich nichts schlimmeres, als sich zwei mal auf die gleiche Stelle zu bewerben 😉

Zu den Features des Programmes zählen momentan neben der eigentlichen Liste der Bewerbungen ein rudimentäres Wiedervorlage-System, eine Aktivitätsübersicht und ein rudimentäres Dokumenten-Management-System.

Die technischen Details sind relativ simpel: Das Programm ist in Free Pascal mit der Lazarus IDE geschrieben und nutzt eine SQLite3 Datenbank als Backend. Da ich momentan unter Liunx programmiere und das Programm noch eine 0.x Version ist, gibt es nur den Quellcode, welcher unter der GPL 3 lizenziert ist, unter https://bitbucket.org/heikoadams/bewerbungsmanager zum Download.

Democracia real ya! – echte Demokratie jetzt!

Auf Facebook gibt es mittlerweile eine deutsche Übersetzung des Manifestes der jugendlichen Demonstranten in Spanien:

  • Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung, sowie das Wohl und Glück der Menschen müssen als Prioritäten einer jeden modernen Gesellschaft gelten.
  • Das Recht auf Behausung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische Teilhabe, freie persönliche Entwicklung und Verbraucherrechte im Sinne einer gesunden und glücklichen Existenz sind unverzichtbare Wahrheiten, die unsere Gesellschaft zu befolgen hat.
  • In ihrem momentanen Zustand sorgen unsere Regierung und das Wirtschaftssystem nicht dafür, sondern stellen sogar auf vielerlei Weise ein Hindernis für menschlichen Fortschritt dar.
  • Die Demokratie gehört den Menschen (demos = Menschen, krátos = Regierung), wobei die Regierung aus jedem Einzelnen von uns besteht. Dennoch hört uns in Deutschland der Großteil der Politiker überhaupt nicht zu. Politiker sollten unsere Stimmen in die Institutionen bringen, die politische Teilhabe von Bürgern mit Hilfe direkter Kommunikationskanäle erleichtern, um der gesamten Gesellschaft den größten Nutzen zu erbringen, sie sollten sich nicht auf unsere Kosten bereichern und deswegen vorankommen, sie sollten sich nicht nur um die Herrschaft der Wirtschaftsgroßmächte kümmern und diese durch ein Zweiparteiensystem erhalten, welches vom unerschütterlichen Akronym PP & PSOE angeführt wird.
  • Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Menschen bringt Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit mit sich, was wiederum zu Gewalt führt, die wir jedoch ablehnen. Das veraltete und unnatürliche Wirtschaftsmodell treibt die gesellschaftliche Maschinerie an, einer immerfort wachsenden Spirale gleich, die sich selbst vernichtet indem sie nur wenigen Menschen Reichtum bringt und den Rest in Armut stürzt. Bis zum völligen Kollaps.
  • Ziel und Absicht des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der Gesellschaft zu achten. Ressourcen werden verschwendet, der Planet wird zerstört und Arbeitslosigkeit sowie Unzufriedenheit unter den Verbrauchern entsteht.
  • Die Bürger bilden das Getriebe dieser Maschinerie, welche nur dazu entwickelt wurde, um einer Minderheit zu Reichtum zu verhelfen, die sich nicht um unsere Bedürfnisse kümmert. Wir sind anonym, doch ohne uns würde dergleichen nicht existieren können, denn am Ende bewegen wir die Welt.
  • Wenn wir es als Gesellschaft lernen, unsere Zukunft nicht mehr einem abstrakten Wirtschaftssystem anzuvertrauen, das den meisten ohnehin keine Vorteile erbringt, können wir den Missbrauch abschaffen, unter dem wir alle leiden.
  • Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen. Wir sind Menschen, keine Produkte. Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem.

Verantwortungsvolle Politik

Politiker schwadronieren ja gerne über „verantwortungsvolle Politik“, aber meiste bleibt es dann bei Lippenbekenntnissen. Für mich würde verantwortungsvolle Politik bedeuten:

Langfristig statt kurzfristig denken

Momentan hat man zumindest das Gefühl, das Politiker sehr oft nur bis zur nächsten Wahl denken und der Machterhalt einen höheren Stellenwert gewähren als er verdient. Wenn es gelänge, das Politiker auch über die nächste Wahl hinaus denken und planen, dann wären wir sicherlich ein gutes Stück weiter. Dieses kurzfristige Denken und die häufen Kehrtwendungen und der damit verbundene Zick-Zack-Kurs (jüngstes Beispiel: Ausstieg aus der Kernenergie) schaden Deutschland mehr, als das sie dem Land nützen. Abgesehen davon, dass das Vertrauen in den Verlässlichkeit politischer Entscheidungen sinkt. Die Menschen und Unternehmen in diesem Land wollen und brauchen eine gewisse Planungssicherheit, damit sie Gelder investieren. „Verantwortungsvolle Politik“ weiterlesen