Unseriös, unprofessionell und respektlos

Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, dem es so geht, aber wenn ich mich bei einem Unternehmen bewerbe, dann erwarte ich, das man mir zuerst einmal den Eingang meiner Bewerbung bestätigt und mir entweder zeitnah absagt oder mich zum Vorstellungsgespräch einlädt.

Leider haben es anscheinend immer weniger Unternehmen nötig, sich diesen Aufwand zu leisten. Empfangsbestätigungen und zeitnahe Rückmeldungen bekommt man meiner Erfahrung nach – wenn überhaupt –  fast nur noch von größeren Unternehmen. Aber wo ist das Problem? Zur Not wird dazu der Auszubildende im 1. Lehrjahr oder ein Praktikant rekrutiert und entsprechend instruiert. Damals, als man seine Bewerbung noch auf Papier und per Post verschickt hat, ging das mit den Empfangsbestätigungen doch auch?!?

Zumal Unternehmen, die nicht auf Bewerbungen reagieren, einen unprofessionellen und unseriösen Eindruck hinterlassen. Von dem anscheinend nicht vorhandenen Respekt gegenüber dem Bewerber ganz zu schweigen. Ein allgemeines Massenmailing a la

Sehr geehrter Bewerber, vielen Dank für Ihr Interesse … Wir werden Ihre Unterlagen prüfen und uns zeitnah bei Ihnen melden. …

würde schon völlig reichen, damit man sich als Bewerber respektiert fühlt und das Unternehmen sich nicht sofort durch unprofessionelles Verhalten als unseriös disqualifiziert.

Richtig unprofessionell wirken aber Unternehmen, die entweder gar nicht auf (schriftliche) Rückfragen reagieren oder einem dann nur lapidar mitteilen, das die Stelle zwischenzeitlich besetzt wurde. Ja Danke für gar nichts! Da fühlt man sich dann ja als Bewerber mal so richtig vera***t und wahrscheinlich kann man froh sein, das es mit der Bewerbung nicht geklappt hat. Wer weiß, wie solche Unternehmen ihre Angestellten behandeln, wenn sie schon so unprofessionell und respektlos mit Bewerbern umgehen?!?

Die Sache mit der Selbstverpflichtung

Die Selbstverpflichtung ist ein gerne genutztes Werkzeug der Wirtschaft, um gesetzgeberische Maßnahmen zu verhindern, die das eigene Geschäftsmodell gefährden könnten. Da so eine Selbstverpflichtung letztendlich für beide Seiten (Wirtschaft und Politik) eine Win-Win-Situation ist, hat die Politik auch kein Problem damit, sich auf dieses faule Spielchen einzulassen. Wie gesagt, gewinnen durch so eine Selbstverpflichtung beide Seiten: Die Wirtschaft hat ein wohl möglich (aus ihrer Sicht) zu strenges Gesetz verhindert und das Geld für die Lobbyisten gespart, die Politik kann diese Selbstverpflichtung als Erfolg feiern, den man der Wirtschaft in angeblich harten Verhandlungen abgerungen hat.

Was man von solchen Selbstverpflichtungen halten darf, will ich mal mit folgender (sarkastisch überspitzten) Aussage verdeutlichen:

Gerüchten zufolge arbeitet der Bundesverband deutscher Wohnungseinbrecher (BVdW) an einer Selbstverpflichtung seiner Mitglieder gegenüber den Strafverfolgungsbehörden, nicht mehr in Einfamiliehäuser einzubrechen, vor denen kein hochwertiges Fahrzeug der Oberklasse geparkt ist. Diese Selbstverpflichtung soll jedoch nicht für Einfamilienhäuser gelten, bei denen sich die Fahrzeuge in abgeschlossenen Garagen befinden, da Garagen und deren Inhalt in den Zuständigkeitsbereich des Bundesverbandes deutscher Autodiebe (BVdA) fallen würden.

Bitte nicht falsch verstehen. Es ist zwar schön und gut, wenn die Unternehmen sich an die Selbstverpflichtung halten, aber letztendlich ist sie nutzlos, sobald einzelne Unternehmen aufhören, sich an die Selbstverpflichtung zu halten, weil sehr oft keine abschreckenden Sanktionen vereinbart wurden. Warum denn auch? der Markt regelt doch angeblich alles von alleine!

Das fragwürdige Demokratieverständnis des Herrn S.

Die Neue Presse hat heute auszugsweise aus einem Brief des Vorsitzenden der Brose Gesellschafterversammlung zitiert, in dem dieser der Region Wirtschaftsfeindlichkeit vorwirft. Anlass des Briefes ist die berechtigte Sorge der Coburger Lokalpolitik, Brose könnte in Zukunft weitere Teile des Unternehmens aus Coburg verlagern.

Die zitierten Passagen offenbaren in meinen Augen jedoch ein sehr fragwürdiges Demokratieverständnis. Das lässt sich sehr gut daran erkennen, das er sich darüber beklagt, das die von Seiten der Wirtschaft und IHK unterstützte Kandidatin im letzten Kommunalwahlkampf nicht zur Oberbürgermeisterin gewählt wurde und das sie während des Wahlkampfes als „Frau der Wirtschaft“ bezeichnet wurde, was Herr S. als Makel interpretiert. Weiter führt er als „Beweis“ für die Wirtschaftsfeindlichkeit der Region an, das die Bewohner des Landkreises den SPD-Kandidaten, der mit dem Slogan „Kein Flugplatz für die Wirtschaft“ angetreten war, gewählt haben. Insgesamt kann man den Eindruck haben, das Herr S. ein Problem mit demokratischen Entscheidungen hat, solange sie nicht in seinem Interesse sind.

Frau Lochner wurde nicht gewählt, weil sie eine „Frau der Wirtschaft“ war, sondern weil die Coburger erkannt haben, das sie nur eine Marionette eben dieser gewesen wäre. Das Frau Lochner seit der verlorenen Wahl als „Relocaterin“ arbeitet unterstreicht diese These noch zusätzlich. Und wer ihr größter Auftraggeber sein dürfte, sollte auch nicht schwer zu erraten sein.

Womit wir bei der letzten Landratswahl wären. Dort hat sich bekanntlicher weise Michael Busch gegen den als Favoriten gehandelten Jürgen W. Heike mit seinem Slogan „Kein Flugplatz für die Wirtschaft“ durchgesetzt. Das Herr S. dies als Beweis für seine Behauptung, die Region wäre wirtschaftsfeindlich, anführt zeigt nur, das ihm die berechtigten Interessen der betroffenen Bürger sowie die stichhaltigen Argumente gegen einen Verkehrslandeplatz in der Region nicht interessieren, da sie seinen eigenen Interessen im Weg stehen. Ich möchte jetzt aber nicht weiter auf das Flugplatz-Thema eingehen, da es genug Stoff für mindestens einen eigenen Beitrag bietet.

Insgesamt muss man feststellen, das Herr S. ein Mann mit einem fragwürdigem Demokratieverständnis und einem bekannter weise starkem Ego ist, der es jedoch immer wieder versteht, durch zeitlich gut platzierte Äußerungen die nötige Unruhe zu stiften, um seinen Interessen und Forderungen den in seinen Augen nötigen Nachdruck zu verleihen.

Facebook und die Fakes: es nervt!

Es ist zum verrückt werden. Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht irgendwelche Fake-Bilder oder -Seiten auf Facebook ohne Rücksicht auf Verluste geteilt werden.

Es ist schon irgendwie putzig, wie viele Menschen allen ernstes zu glauben scheinen, das ein Unternehmen iPhones oder andere hochwertige Produkte für das „liken“ der entsprechenden Seiten verschenken würde. Manchmal könnte man auch glauben, das bei vielen Menschen das Hirn auf Standby schaltet, sobald sie sich bei Facebook einloggen. Als Experiment könnte man ja einfach mal eine Seite mit dem Titel

Die ersten 500 weiblichen Fans werden schwanger ohne vorher Sex gehabt zu haben

anlegen und schauen, wie lange es dauert, bis man die 500 weiblichen Fans zusammen hat.

Viel schlimmer finde ich aber, das immer wieder und trotz der entsprechenden Hinweise, das es sich um Fakes handelt, Bilder von kleinen Kindern oder Babys mit Verbrennungen, Krebstumoren o.ä. geteilt werden, nur weil irgendwer behauptet, das Facebook für jedes Teilen 3 Cent spenden würde.

Was muss man denn noch tun, außer Facebook nicht mehr nutzen, damit dieser Mist endlich aufhört?

Vorauseilender Gehorsam?

Nach einem Bericht der Berliner Zeitung speichern die Mobilfunkanbieter E-Plus, Vodafone und T-Mobile viele Daten, die nicht zur Abrechnung benötigt werden, (sog. Verkehrsdaten) zwischen 1 und 6 Monaten quasi „auf Vorrat“.

Zu diesen Daten gehört unter anderem, wann man in welcher Mobilfunkzelle eingeloggt war und wie lange man von dort mit wem telefoniert hat. Auch wenn es in dem Bericht nicht erwähnt wird, würde ich davon ausgehen, das auch diverse Discounter, welche die Netze von D1, D2 oder E-Plus nutzen, von dieser Speicherpraxis ebenfalls betroffen sind. Einziger Lichtblick ist o2, welche den Großteil dieser Daten dem Bericht zu Folge bereits nach 7 Tagen löschen.

Man könnte fast geneigt sein, zu glauben, das diese Unternehmen in einer Art vorauseilendem Gehorsam handeln, für den Fall, das es die Betonköpfe der ehemaligen Volksparteien CDU und CSU schaffen, ihren feuchten Traum von der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung durchzusetzen.

Auf jeden Fall sollte sich jeder, der Kunde bei Vodafone, T-Mobile oder E-Plus ist, gut überlegen, ob er weiterhin Kunde dort sein will oder ob er seinen Mobilfunkanbieter nicht lieber wechseln möchte.

Ihr könnt mich mal!

Auf Familienmitglieder, die es entweder in 2 1/2 Jahren nicht schaffen, ihren Enkel/Neffen zu besuchen oder, was fast noch schlimmer ist, nur dumme oder Besserwisser Sprüche anstatt echter Unterstützung für einen übrig haben, kann ich echt verzichten.

Unternehmen, die nicht den nötigen Arsch in der Hose haben, um einem Bewerber mitzuteilen, warum sie ihn nicht einstellen wollen, sollen gefälligst verrecken und von der Bildfläche verschwinden.

Diese Gesellschaft, die einen mit Füßen tritt, wenn man eh schon am Boden ist, kann mich mal! Man fühlt sich eh schon wertlos, wenn man unten angekommen ist. Da brauche ich keine Fußtritte mehr von heuchlerischen Menschen, die nicht einmal erahnen können, wie es einem geht! 😈

Geht doch alle sterben! 👿

Gratis-Werbung durch Sport-Fotos

Die taz verpixelt für eine Woche die Werbung auf sämtlichen Sport-Fotos um dadurch auf die Überflutung mit Werbung hinzuweisen.

Wenn man den Gedanken ein wenig weiter denkt, kommt jedoch zu dem Schluss, da die werbenden Unternehmen durch die Fotos von Sportereignissen quasi zusätzliche Werbung für umsonst bekommen. Normalerweise bezahlen die Firmen „nur“ dafür, das Ihr Name z.B. auf Fußball-Trikots gedruckt wird und für Printanzeigen in den Zeitungen. Dafür, das die Zeitung den Namen des Unternehmens auf Fotos von Sportereignissen abdruckt und damit indirekt auch Werbung für das jeweilige Unternehmen macht, bezahlt aber niemand 😉

Die Zeitungen machen somit quasi gratis Werbung für diverse Unternehmen. Vor diesem Gesichtspunkt wäre es meiner Meinung nach durchaus legitim, wenn Zeitungen die Namen der Unternehmen verpixeln, sofern diese nicht einen gewissen Obolus für die indirekte Werbung entrichten.