Innere Werte

Ist jemand, der anstatt im Anzug und mit Krawatte z.B im Blaumann im Parlament sitzt, per se ein schlechterer Politiker? Ich finde, nein.

Entscheidend sollte nicht so sehr sein, wie sich ein Politiker kleidet oder ob er seinen Doktor mit »summa cum laude« 1Hallo, Herr von und  zu Guttenberg :mrgreen: gemacht hat. Viel mehr sollte „weiche“ Faktoren für die Beurteilung entscheidend sein. Ich würde jemanden wählen, der mir ehrlich sagt, das er von dieser oder jener Thematik keine Ahnung hat, als jemanden, der mir das Blaue vom Himmel erzählt, nur damit ich ihn wähle.

Und wenn man bei den so genannten Spitzenpolitikern mal auf die Nebeneinkünfte schaut, sollte eigentlich jedem vernunftbegabten Menschen ernsthafte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Mandatsausübung kommen, wenn er sieht, das diese Nebeneinkünfte oft ein Vielfaches dessen sind, was derjenige als Diäten bekommt.

Einem Mitglied der Piratenpartei, das öffentlich erklärt, das es nicht des Geldes wegen in die Politik gegangen ist, nimmt man diese Behauptung durchaus ab. Wenn jedoch z.B. unser (noch?) Außenminister etwas vergleichbares von sich geben würde, würde er wahrscheinlich für allgemeines Gelächter sorgen, weil jeder glaubt, er habe einen Scherz gemacht.

Und damit sind wir bei des Pudels Kern angelangt. Viele Menschen in Berlin haben die Piraten nicht nur aus Protest gewählt, wie es CDU und SPD und mehr oder weniger unisono behauptet haben. Die Berliner haben die Piraten auch deshalb gewählt, weil sie (noch) authentisch sind und weil man ihnen (noch) abnimmt, das sie von dem, was sie machen, überzeugt sind, das sie es mit ihren Forderungen ernst meinen und auch zu diesen Forderungen stehen.

Die üblichen Verdächtigen der etablierten haben leider sehr oft den Kontakt zum eigenen Volk verloren und sie sprechen nicht mehr die selbe Sprache. Oder wer hat die Wahlprogramme von CDU, SPD oder Grünen auf Anhieb verstanden? Ohne sie selber gelesen zu haben, wage ich zu behaupten, das in diesen Texten mit Fremdwörtern, Fachbegriffen, Füllwörtern und verschachtelten Nebensätzen nicht gegeizt wird. Also mit all dem, wofür man in der Schule im Deutsch-Unterricht ordentlich Punktabzüge bekommen würde.

Die etablierten Parteien spielen in meinen Augen mit dem Feuer, wenn sie es sich so einfach wie im Moment machen und die Wählerinnen und Wähler der Piratenpartei pauschal als Protestwähler abstempeln. Diese Sichtweise offenbart in meinen Augen auch ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie.

  • Nur weil jemand eine andere Partei als die etablierten wählt, ist er also ein Protestwähler?
  • Nur weil jemand dieses Politikertypus, der glatt wie ein Aal ist, sich möglichst nicht festlegen mag und immer versucht, everybodys darling zu sein, überdrüssig ist, ist er Protestwähler?

Nein, die etablierten Parteien haben sich inzwischen so weit von großen Teilen der Bevölkerung entfernt, das sie für diese so genannten „Protestwähler“ einfach unwählbar sind.

Es ist einfach von Zeit zu Zeit nötig, das frische und unverbrauchte Köpfe, die keiner politischen Kaderschmiede entsprungen sind, die politische Landschaft aufmischen und frischen Wind in die Politik bringen. Vor knapp 20 Jahren waren es die inzwischen im politischen Mainstream angekommenen Grünen, heute ist es die Piratenpartei und mal schauen, wer in 20 Jahren die politische Landschaft von neuem aufmischt 😉

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Verweichlichte und verlogene Gesellschaft

Die gegenwärtige Gesellschaft ist leider in den letzten Jahren total verweichlicht und die „modernen“ Eltern mutieren immer mehr zu Glucken, die ihren Kindern dadurch mehr schaden, als das sie ihnen helfen.

Zu meiner Zeit wurden Kinder, die lebhaft waren vor die Haustür und auf den Spielplatz gejagt, damit sie dort ihre überschüssige Energie verbrauchen konnten. Heute rennt man mit solchen Kindern gleich zu einem wohlgesonnene Arzt und stellt sie mit Ritalin oder anderen Mitteln ruhig. Ist ja auch einfacher, als sich mit dem Kind zu beschäftigen und mit ihm auf den Spielplatz zu gehen.

Wenn man sich während meiner Schulzeit mit einem anderen Schüler auf dem Schulhof geprügelt hat, gabs danach ne Standpauke vom Lehrer oder in schlimmeren Fällen vom Schulleiter. Okay, bei uns gab es auch eine goldene Regel, wenn man sich schon mit jemandem geprügelt hat, was ja auch nur in Ausnahmefällen passierte:

Wenn der „Gegner“ auf dem Boden liegt oder verletzt ist, ist Schluss!

Heute wird wahrscheinlich sofort ein Fass aufgemacht, indem der Schhul-Psychologe und das Jugendamt eingeschaltet werden und das Kind von der Schule verwiesen wird. Dabei waren die beteiligten Eltern und Lehrer in ihrer Jugend wahrscheinlich auch nicht wirklich besser und haben sich des öfteren gerauft. Aber das darf man ja nicht zugeben. Das war ja damals und damals waren ganz andere Zeiten. Solch eine Verlogenheit kotzt mich ehrlich gesagt nur noch an!

Benzingipfel

Die Bundesregierung hat heute den so genannten „Benzingipfel“ veranstaltet, um ihre Totgeburt E10 noch zu retten. Was dabei am Ende herauskommen würde, dürfte wohl jedem von Anfang an klar gewesen sein: es wird am E10 festgehalten und der Verbraucher soll jetzt noch mehr mit Propaganda weich gekocht werden, um diese Plörre zu tanken.

Daran sieht man einmal mehr sehr deutlich, das die Politik teilweise den Kontakt zu den Wählern vollends verloren hat. Ansonsten hätte sie nicht plump behauptet, die Verbraucher seinen nur verunsichert und müssten besser informiert werden. Sie würde dann nämlich wissen, das viele Verbraucher sehr wohl informiert sind und E10 einfach nicht wollen, obwohl ihr Auto den Kraftstoff angeblich verträgt, weil für sie die Nachteile einfach zu sehr überwiegen. Daran wird auch keine Pro-E10-Propaganda etwas ändern, das durch die Produktion von Bioethanol zwangsläufig die Preise für Lebensmittel steigen und die Zahl der Hungersnöte speziell in Entwicklungsländern steigt. Das E10-Kraftstoff weniger Motorleistung bei einem erhöhten Verbrauch bedeutet, ist da schon fast zu vernachlässigen.

Anstatt also noch mehr Steuergelder für einen Gipfel, dessen Ergebnis auch ohne paranormale Fähigkeiten vorhersehbar war, zu verschleudern, hätte man besser die Reißleine ziehen und die Einführung von E10 zugunsten der Förderung alternativer Konzepte stoppen sollen. Das wäre mal verantwortungsvolle Umweltpolitik gewesen!

Streit um E10

Die Tagesschau berichtet (>>klick), das es im Moment wegen des Boykotts der Verbraucher gegen E10-Benzin zwischen Politik und Mineralöl-Konzernen ordentlich knirscht und sich beide gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. :mrgreen:

Das die Verbraucher E10 boykottieren hat weniger mit fehlender Information oder gar Verunsicherung zu tun, wie Industrie und Politik behaupten. Ich denke eher, das sich die Leute nicht von der Politik vorschreiben lassen wollen, welches Benzin sie zu tanken haben. Zumal sie keine Vorteile für sich in dem E10 Benzin sehen: Ihr Fahrzeug hat weniger Leistung, einen höheren Verbrauch und ob die Motoren E10 auch langfristig 1über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten vertragen scheint auch noch niemand wirklich zu wissen. Der einzige, der definitiv vom E10 profitiert, ist der Fiskus, der sich über höhere Einnahmen aus der Mineralölsteuer freut, weil die Leute öfter tanken müssen 👿

Das jetzt die ersten Politiker aus dem EU-Parlament scheinheilig die Abschaffung von E10 fordern ist in meinen Augen einfach nur unglaubwürdig und verlogen. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die EU erlässt eine Richtlinie, mit der die Mitgliedsstaaten gezwungen werden, E10 Kraftstoff einzuführen. Aber anstatt treudoof das E10 in die Tanks ihrer Autos zu kippen tankt das Stimmvieh einfach weiterhin E5 Super oder Super+ und den Raffinerien laufen die Tanks mit E10 über 😎

Hätte man auf diese Richtlinie verzichtet, hätte man sich wahrscheinlich eine Menge Zeit, Geld und Nerven gespart 😉

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Die E10 Lüge

Die bisherigen Argumente gegen E10-Kraftstoff dürften inzwischen hinlänglich bekannt sein: in der Produktion teurer als E5-Kraftstoff, ca 3% höherer Kraftstoff-Verbrauch und weniger Motorleistung als bei E5-Kraftstoff.

Als ich heute Nachmittag mal wieder beim örtlichen Oktansaft Dealer vorbei schauen musste, um zu tanken, hatte ich noch ein wenig Zeit für einen kurzen Smalltalk mit dem Pächter der Tankstelle. Herr Büttner hat die Argumente gegen den E10 Kraftstoff ohne langes Zögern bestätigt und meinte sogar, das man mit E10-Kraftstoff unterm Strich so gut wie nichts spart, da man ja öfter tanken müsse als mit E5-Kraftstoff.

Ich habe dann zwar an der E10-Zapfsäule getankt, aber auch nur, weil laut Aussage von Hr. Büttner in den Tanks maximal E6-Kraftstoff wäre. Wie das geht? Ganz einfach, man nehme einen Tank, der ca. zu 50% mit E5-Kraftstoff gefüllt ist und kippe E10-Kraftstoff dazu 😉 In anderen Fällen würde man so etwas wohl „panschen“ nennen 😎

Nichts desto trotz werde ich auch in Zukunft die 4 Cent mehr für den „guten alten“ E5-Kraftstoff bezahlen. Ich lass mich doch nicht vera***** 👿

Ich werde E10-Kraftstoff bokottieren!

Nach allem, was bislang bekannt ist, wird der neue E10-Kraftstoff 1Benzin mit 10% Bioethanol teurer sein und schlechter verbrennen 2= höherer Spritverbrauch als E5-Kraftstoff. Ganz abgesehen davon, das durch die Verdoppelung des Bioethanol-Anteils im Benzin zwar die damit betankten Autos weniger CO² in die Luft pusten, aber zur Produktion von Bioethanol auch CO² ausgestoßen wird und dieser Ausstoß dürfte dank des E10-Kraftstoffes ansteigen. Klingt also eher nach der berühmt berüchtigten Milchmädchen-Rechnung 😉

Aus diesem Grund werde ich solange es möglich ist, weiterhin Super tanken!

Umweltschutz hin oder her, aber wenn ich für einen neuen(!) Kraftstoff, der schlechter als aktuelle Kraftstoffe verbrennt mehr zahlen soll, als für die aktuellen, dann ist das für mich persönlich ein ganz klares no go!

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