Die Intransparenz des coburger Stadtrates

Wunderbar! Da berichtet Radio EINS, das die coburger Stadträte ihre Aufwandsentschädigung nicht um die vorgeschlagenen 10% senken wollen. In einem Kommentar hier im Blog hat der Stadtrat Dr. Dressel dem zwar widersprochen, jedoch keine weiteren Details genannt.

Womit wir ein gewisses Problem haben: Da die Printmedien nur unregelmäßig und dann auch nur über einzelne Entscheidungen berichten und das Projekt „Stadtratfernsehen“ seit einem knappen halben Jahr tot ist, heißt es im Moment für all jene, die nicht als Besucher der letzten Stadtratssitzung beigewohnt haben

nichts genaues weiß man nicht

Die Stadt leistet sich zwar ein so genanntes Bürgerinformationsportal, das aber meiner Meinung nach zumindest für den Stadtrat seinen Namen kaum gerecht wird, da die wirklich wichtigen Informationen wie z.B. Sitzungsprotokolle oder gestellte Anträge dort nicht veröffentlicht werden.

Wie soll man als Bürger seine verfassungsmäßige Aufgabe als politischer Souverän verantwortungsvoll wahrnehmen, wenn man kaum in der Lage ist, die Arbeit der lokalen Politik objektiv und zeitnah kontrollieren zu können, ohne mich auf die Märchenstunden im Wahlkampf verlassen zu müssen? Immerhin finden die Stadtratssitzungen in der Regel zu einer Zeit statt, zu der der Großteil der Bevölkerung einem Arbeitsverhältnis nachgehen dürfte.

Von daher wäre es im Sinne der politischen Transparenz durchaus angebracht, wenn der Stadtrat zumindest Anträge und Sitzungsprotokolle zeitnah im Bürgerinfo-System der Stadt Coburg zum Abruf bereitstellen würde.

Bauer sucht Frau – oder: der medial gesteuerte Verfall der Gesellschaft

Es ist mal wieder so weit: eine neue Staffel des Trash-TV Scripted-Reality-Formates „Bauer sucht Frau“ und wird wohl auch diesmal wieder ordentliche Quoten abliefern.

Wer glaubt, das bei diesen Formaten alles echt und nichts gestellt oder gespielt ist, der möge doch bitte mal einen Termin beim Neurologen ausmachen und sich dort durchchecken lassen. Der einzige Sinn von solchen Formaten ist es, unter Ausnutzung der Mediengeilheit einzelner Leute diese auf die brutalst mögliche Weise bloß zustellen und vorzuführen und damit die Voyeuristischen Neigungen der Zuschauer zu befriedigen.

An solchen Formaten kann man aber auch sehr gut den Fortschritt des moralischen Verfalls unserer Gesellschaft ablesen. Vor 20 Jahren wäre – wenn überhaupt – nur eine einzige Folge dieser Sendung ausgestrahlt und das Format anschließend auf Grund des öffentlichen Protestes beerdigt worden. Heute jedoch haben die privaten Medien die Gesellschaft mit ihrem permanenten Trash-TV so weit „sturmreif“ geschossen, das sie solche menschenverachtenden Formate ohne großes Risiko senden können.

Gute Nacht Deutschland, Du hast es ja nicht anders gewollt! 👿